Kim Rødkjær: Nein. Ich gründe Sailclub24, um gemeinsam mit anderen erstklassiges Segeln zu genießen, ohne in Arbeit und hohen Kosten zu ertrinken. Ein modernes Boot zu besitzen ist sehr kostspielig, während die Nutzung bei nur 10 bis 15 Prozent liegt. Ich musste alle Kosten alleine tragen, und es fehlte mir an Segelfreunden. So war es ein teures und auch einsames Vergnügen. Dazu kommt, dass ich keine große Freude daran habe, im Winter unterm Boot zu liegen, um zu schleifen. Ich will einfach nur segeln!
Im Grunde ganz einfach: Zwölf Clubmitglieder kaufen sich eine neue Beneteau First 30 und zahlen zusätzlich dafür, sich um nichts kümmern zu müssen. Über eine App können pro Mitglied 24 Segeltage in der Saison gebucht werden. Als Mitsegler können bis zu 30 zusätzliche Tage an Bord verbracht werden.
Jeder zahlt einen Clubbeitrag von 1.500 Euro und etwa 6.500 Euro als Bootsbeteiligung. Hinzu kommen monatliche Kosten von 350 Euro für Wartung, Liegegebühren und sonstige Ausgaben. Je nach Attraktivität des Segeltags entstehen ferner Kosten von 50 bis 100 Euro pro Tag.
Das kommt auf die Perspektive an. Summa summarum zahlst du einmalig 8.000 Euro und dann jährlich 4.200 Euro für ein All-inclusive-Paket. Das beinhaltet nicht nur die Wartungs- und Liegeplatzkosten. Es beinhaltet beispielsweise auch, dass die Segel nach zwei Jahren ersetzt werden. Und die Kosten für die Segeltage können ja innerhalb der Crew aufgeteilt werden. Richtig ist natürlich, dass es nie billig sein wird, zu segeln – besonders nicht mit neuen Booten. Der Vorteil bei uns ist, dass man optimal kalkulieren kann und dabei sehr flexibel ist.
Aus praktischen Gründen starte ich das Pilotprojekt von Sailclub24 direkt vor meiner Haustür in Kopenhagen – im Tuborg Havn. Weitere Standorte kann ich mir zum Beispiel sehr gut in England oder Deutschland vorstellen, abhängig davon, wo sich Interessenten melden.
Der Anteil kann entweder eigenständig an einen anderen Interessenten weiterverkauft werden. Oder wir übernehmen dafür die Vermarktung. Grundsätzlich sollen die Boote aber nach fünf Jahren verkauft werden. Dann erhält man entweder den Restanteil zurück, schätzungsweise 50 Prozent. Oder das Geld wird verwendet, um ein neues Boot zu finanzieren.
Die ist so sicher, wie sie sein kann. Wir bunkern ja keine großen Summen auf unserem Konto, da der Großteil direkt in das Boot gesteckt wird. Sollte es zu einer unwahrscheinlichen Zwangsversteigerung wegen unbezahlter Rechnungen kommen, dann wären die Anteile wohl passé. Dieses finanzielle Risiko ist meiner Meinung nach aber minimal im Vergleich zur Anschaffung eines Bootes, das nur dir selbst gehört.
Als ehemaliger Rennfahrer begeistert sich der 55-jährige Däne für schnelles Segeln.

Redakteur News & Panorama