Torben: Absolut entspannt und ungezwungen! Im Cockpit war zwar nur Platz für uns und den Pastor, aber der hatte noch einen kleinen Kirchenchor und einen Pianisten samt Keyboard organisiert, sodass die Verschmelzung von Hafen- und Kirchenambiente perfekt war. Unsere Freunde haben extra für diesen Tag ihre Boote auf die nächstgelegenen Liegeplätze verholt und über die Toppen geflaggt. Nach der Trauung sind wir in den Yachtclub gezogen, wo wir bis morgens um vier Uhr auf der Terrasse gefeiert haben.
Nina: Da wir beide schon mal verheiratet waren, hatten wir keine Lust auf das klassische Prozedere mit Standesamt, Kirche und endlosen Reden. Also haben wir hin und her überlegt und kamen schließlich auf die Idee mit unserem Boot. Dann eierten wir aber so lange mit der Terminierung herum, bis es unseren Freunden zu viel wurde und sie den Hochzeitstermin kurzerhand für uns festlegten. Wichtig war uns auch, dass die Gäste mit Segelklamotte oder Shorts aufschlagen konnten.
Nina: Wer in Dänemark heiraten möchte, muss das bei der Kommune online beantragen. Das habe ich gemacht, und Torben bekam darauf eine E-Mail ähnlich einer Outlook-Einladung zu einem Meeting. Die konnte er dann annehmen oder ablehnen. Ich habe ihn also online über die Kommune zu seiner eigenen Trauung eingeladen. Er hat zum Glück angenommen, seine Daten eingetragen und als Trauort den Yachthafen Fredericia angegeben. Alles völlig unkompliziert – da sind die Dänen absolut schmerzfrei!
Nina: Das Schiff ist für uns der beste Kompromiss unserer Vorlieben. Mein Mann ist der totale Regattasegler, und ich bin begeisterte Tourenseglerin. Mit der X segeln wir viel Regatta, können aber auch mal gemütlich ohne Spinnaker auf Tour gehen. Wir haben beide das jeweils andere schätzen und lieben gelernt. Und ab September veranstalte ich sogar meine eigene Regatta.
Nina: Da es immer noch zu wenig Frauen gibt, die Regatten segeln, habe ich den Love Boat Cup ins Leben gerufen. Anders als der Name vermuten lässt, ist das ein Rennen für bestehende Paare. Man soll die Person mit aufs Boot nehmen, neben der man morgens aufwacht. Zum einen sollen so mehr Frauen auf die Regattabahn gebracht werden, aber ich glaube auch, dass die Männer im Rennmodus neue Seiten an ihren Frauen entdecken. Torben sagt immer, dass da auf einmal eine ganz andere Person an Bord ist, wenn ich zu brüllen anfange.
Torben: Ja klar! Nachts vor unserer Abfahrt haben unsere Freunde Dosen hinten ans Schiff gebunden und im Schiff Herzraketen abgefeuert, sodass wir immer noch vereinzelte Herzen finden. Wir sind gleich am nächsten Tag nach Endelave gesegelt. Eigentlich wollten wir weiter nach Samsø, aber wir sind dann ganz romantisch eingeweht. Die Insel ist sehr klein und idyllisch, und man kann sie gut mit dem Fahrrad erkunden. Perfekt nach dem ganzen Hochzeitsstress!

Redakteur News & Panorama