Die Polen organisieren einfach ansprechende Regatten. Sie haben vor allem ein großes Organisationstalent – auf den hiesigen Breitensport-Regatten sucht das seinesgleichen. Ob es die Akquise von Sponsoren oder das Planen des Landprogramms ist, die polnischen Veranstalter sind immer engagiert dabei. Das möchte ich den Ausrichtern der deutschen Regatten auch nicht absprechen. Allerdings gelingt es den Polen beispielsweise durch die umfassenderen Sponsorings ein super Catering und Tombolas zu veranstalten, als das bei den deutschen Wettfahrten der Fall ist.
Der Pokal um den Pommerschen Greif. Da ist es mir gleich bei meiner ersten Teilnahme im vergangenen Jahr gelungen zu gewinnen (lacht).
Überhaupt nicht! Nach dem Start in Swinemünde sind wir bei wirklich viel Wind und kabbeliger See am Kap Arkona vorbeigesegelt. Als ich danach mitten in der Nacht gerade schlafen wollte, sagte mir mein Mitsegler, dass etwas nicht stimmte. Und er hatte recht: Das Terminal des Backbord-Backstags war gerade auf dem Deck gelandet. Also musste ich in tiefster Nacht den Mast hoch. Der hatte da von der Restsee aber immer noch eine Amplitude von ein paar Metern. Als ich nach circa einer Dreiviertelstunde wieder unten war, hatte ich die Nase gestrichen voll. In der nächsten Nacht war richtig dicker Nebel, die Sichtweite war auf unter 50 Meter beschränkt. Da steigt der Pulsschlag schon deutlich, insbesondere wenn man dann auch den Ausgang des Verkehrstrennungsgebiets kreuzt.
Na ja, immerhin sind wir dennoch nach berechneter Zeit Erste geworden! Insgesamt waren wir rund 70 Stunden nonstop unterwegs. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir hatten von Flaute bis Starkwind alles dabei. Ich finde, dass das eine schöne Strecke ist, die Teilnehmer erleben einiges, sehen viel und machen unglaubliche Erfahrungen mit den Elementen. Gleichzeitig sind fast drei Tage eine gut absolvierbare Zeit, nicht zu anstrengend und nicht zu langweilig – mir gefallen sowohl die Strecke als auch die Zeit, die wir Segler unterwegs sind, wirklich gut.
Es geht von Swinemünde nach Swinemünde. Das macht die Logistik schon mal leicht. Unterwegs passieren die Teilnehmer des Pommerschen Greif das Kap Arkona an der Nordspitze der Insel Rügen, dann geht es nordwärts zur Halbinsel Falsterbo, die an der südwestlichen Spitze von Schweden liegt. Danach weiter zur Erbseninsel Christiansø nordöstlich von Bornholm und schließlich östlich an Bornholm vorbei wieder zurück nach Swinemünde.
Ich segel im Jahr ungefähr zehn bis zwölf Offshore-Regatten. Am liebsten einhand oder zu zweit. Und meistens auf meiner Avance 36 von 1979, die in Ueckermünde liegt. Mir gefallen die klassischen Linien der Peter-Norlin-Konstruktion sehr. Außerdem segel ich noch ungefähr zehn bis zwölf kleinere Donnerstagsregatten in Berlin.