HinguckerSelbstgebauter Katamaran aus zwei SUPs

Nils Theurer

 · 11.06.2026

Selbst gebauter SUP-Katamaran: Das System aus zwei Beams und einem Längsträger, der zugleich das Schwert bildet, ist modular und auch an Bord leicht auf- und abzubauen.
Foto: Robert Gonschorovski
​Weil Roberto Gonschorovski die Optis der Kinder zu klein waren zum Segeln und zu groß, um an Deck verstaut werden zu können, baute er einen modularen Kat – aus zwei SUPs.

Warum segeln Sie zwei SUPs?

​Wir halten auf unseren jeweils langen Motorboot-Sommertörns vor vielen Inseln und Buchten. Die beiden Söhne segeln Optimist, doch die Rümpfe passen nicht an Deck. Wir haben aber immer zwei SUP-Boards dabei. Irgendwann dachte ich: Warum nehmen wir nicht wenigstens das Segel mit?

Hat Ihre Konstruktion sofort funktioniert?

Ganz und gar nicht. Es war ein Prozess des Experimentierens. Wir wollten entsprechend der nur 10 bis 20 Kilogramm je SUP eine nicht nur solide, sondern auch leichte Lösung. Wir haben daher verschiedene Mastfüße und Verbindungen zu den Beams getestet. Die Idee dabei war immer, alles einfach, leicht und sicher zu halten – auch für Kinder.

Welche Variante führte zum Erfolg?

Ich betreibe eine kleine Firma für Schiffsausrüstung namens Separ Náutica, daher sind wir es gewohnt, experimentell Teile zu bauen. Die Mastbasis ist nun mit Edelstahl verstärkt und verteilt die Lasten über die Struktur. Zwei Querträger verbinden die SUPs und bilden dabei ­eine stabile Katamaranplattform.

Sie haben das Opti-Ruder verwendet. Aber wa­rum nicht auch das Schwert?

Mit unserem von vorne bis hinten reichenden Schwert, das kaum Tiefgang hat, können wir und vor allem auch die Kinder mit dem SUP-Katamaran am Strand beachen.

Funktioniert das mit SUPs aller Größen?

Im Prinzip schon. Es sollten aber zwei gleiche Boards sein.

Muss man bei der Montage experimentieren?

Ja, denn die Positionierung ist sehr wichtig.

Auf Fotos ist noch ein größeres Segel zu sehen.

Nach einer Sommersegelsaison hatten wir festgestellt, wie stabil die Plattform ist und wie gut sie sich segeln lässt. Also haben wir wieder experimentiert. Das neue Rigg vergrößert die 3,5 Quadratmeter vom Optimist um 1,2 Qua­dratmeter, was dem Boot einen etwas sportlicheren Charakter verleiht.

Und wie segelt der SUP-Katamaran nun im Vergleich zum herkömmlichen Opti?

Bei mäßigem Wind waren wir überrascht, wie schnell es beschleunigt. Die Segeleigenschaften unterscheiden sich zwar von denen eines Optimisten, doch die Katamaranplattform bietet ­gute Stabilität und eine angenehme Leistung für das Freizeitsegeln. Letztendlich ist der wichtigste Teil des Projekts ohnehin der Spaß am gemeinsamen Segeln als Familie.

Wird es den Katamaran-Kit in Serie geben?

Wir legen gerade die endgültige Konfiguration fest. Aber ja, der Bausatz soll international versendet werden. Andere Familien sollen das ja ebenso genießen können.

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Nils Theurer

Nils Theurer

Freier Mitarbeiter, Südkorrespondent

Der freie Reporter und Fotograf segelte jahrelang Dreiecksregatten mit Laser, Vaurien, Starboot und 470er, hauptsächlich auf Binnengewässern und dem Bodensee. Später befuhr er diese Reviere mit seiner Familie auf einem 15er-Jollenkreuzer. Als Süd-Korrespondent berichtet Theurer vor allem über kleine Boote und entdeckt dabei immer wieder außergewöhnliche Fahrzeuge genialer oder schrulliger Eigner und Erfinder. Seine Artikel speisen sich aus jahrzehntelanger praktischer Segelerfahrung auf süddeutschen Revieren.

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