Als Segler habe ich mir dieses Ziel gesetzt. Die Bücher von Moitessier und Erdmann haben in mir diese Sehnsucht geweckt, um die drei Kaps zu segeln. Ich bin viel alleine unterwegs gewesen, und das hier ist der ultimative Traum – vielleicht vergleichbar mit dem Mount Everest für Bergsteiger, wobei der mittlerweile viel zu populär geworden ist. Besonders reizt mich die Herausforderung im Southern Ocean. Ich habe mir dieses Ziel gesetzt und will es unbedingt schaffen.
Die Global Solo Challenge bietet die Möglichkeit, mit kleinerem Budget und verschiedenen Bootstypen zu starten – und trotzdem reelle Gewinnchancen zu haben. Besonders gut finde ich die Idee, dass fast alle technischen Hilfsmittel erlaubt sind. So wird Betrug vorgebeugt.
Es ist ein spannendes Format, das es ermöglicht, im semiprofessionellen Bereich nachhaltig mit einem alten Boot und wenigen Umbauten eine solche Strecke zu segeln.
Der Spruch, dass man nur aus Fehlern lernt, ist leider wahr. In meinem Fall war das sehr schmerzhaft und auch sehr teuer. Aber ich habe wirklich daraus gelernt. Der Hauptfehler beim letzten Mal war mangelnde Zeit. Ich wusste nicht, ob es eine zweite Austragung geben würde, und wollte unbedingt bei der ersten dabei sein. Das war rückblickend ein Fehler.
Dazu kam eine Verkettung unglücklicher Umstände. Der Bootsmarkt war schwierig. Trotz aller Vorkehrungen – Werftchef und Gutachter waren bei der Besichtigung dabei – gab es Schäden am Boot. Es folgte eine ärgerliche Verkettung, die ich nicht mehr ändern kann.
Ich bin danach lange durch ein Tal der Tränen gegangen. Aber ich habe diese Zeit auch genutzt, um seglerisch noch einmal richtig zu wachsen. Mit meinem 9-Meter-Boot bin ich die Atlantik-Runde und Rund-England gesegelt. Dabei habe ich enorm viel dazugelernt. Jetzt liegt die Kampagne vor mir. Wie in einem Schachspiel bin ich alle möglichen Züge durchgegangen.
Die wichtigste Säule ist sicherlich die eigene Motivation. Ohne sie geht gar nichts. Die zweite Säule ist, dass ich jetzt ein richtig gutes Boot habe. Das unterscheidet diese Kampagne wesentlich von der letzten. Es ist zwar alt, aber in hervorragendem Zustand! Diese Sigma 36 bringt für meine Segelweise unheimlich viele Vorteile mit.
Sie wird ähnlich segeln wie mein altes Boot, aber deutlich stabiler und schneller – ohne dass ich bei Null anfangen muss. Die Säulen sind also: das gesammelte Wissen, die vielen Partner, Firmen und Berater, das gute Boot und die Zeit, die mir zur Verfügung steht. Trotzdem ist die Zeit knapp, ich muss Gas geben.
Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Natürlich kommen die kritischen Stimmen nicht direkt auf mich zu, aber insgesamt überwiegt das Positive deutlich.
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Insgesamt fällt allerdings auf, dass das Interesse der Deutschen am Regattasegeln zurückhaltend ist. Wenn die Regatta läuft, und man mich auf dem Tracker verfolgen kann, wird das eine spannende Geschichte. Aber schon jetzt die Vorstellungskraft dafür zu haben - das fällt vielen schwer.
Das muss man differenziert betrachten. Segeln ist etwas grundlegend anderes als die Unterstützung einer Fußballmannschaft. Es birgt eine Reihe an Risiken. Beim Fußball sind Spieldaten, Mediadaten und Fernsehzeiten klar planbar – beim Segeln ist das anders. Zudem sind die Deutschen nicht besonders risikobereit. Sie zögern und warten ab, bis wirklich alles festgezurrt ist.
Ich habe gerade mein altes Schiff, die „African Queen", verkauft. Dadurch ist wieder etwas Budget verfügbar. Als nächstes stehen Umbaumaßnahmen am Boot an, bevor es ins Wasser kommt. Außerdem muss ich noch eine 2.000-Seemeilen-Qualifikation absolvieren und das Boot für die Global Solo Challenge vorbereiten.
Ein Großteil meiner Zeit geht leider nicht fürs eigentliche Segeln drauf, sondern für Kampagnenmanagement. Mit entsprechendem Budget oder einem Team wäre das deutlich einfacher. Ich mache das allerdings alles allein.