FamilientörnSie trauen sich: Lehmann und Heyer wieder auf Familientörn

Tatjana Pokorny

 · 11.05.2020

Familientörn: Sie trauen sich: Lehmann und Heyer wieder auf FamilientörnFoto: privat/Hera

Vor zweieinhalb Jahren haben sie mit Baby Daphne die halbe Welt umsegelt. Jetzt sind Claas Lehmann und Sophie Heyer wieder aufgebrochen – mit zwei Kindern

Ihren aktuellen Törn haben Claas Lehmann und Sophie Heyer schon vor einem Jahr geplant. Dann kam Corona und mit der Pandemie die unsichere Lage. Trotzdem haben der Herzchirurg und die Lehrerin an ihrem Plan festgehalten. Dem 14-monatigen Sabbatical auf See, bei dem sie in den Jahren 2016/2017 auf ihrem Klassiker „Hera“ rund 10.000 Seemeilen mit der anfangs erst wenige Wochen alten Tochter Daphne in europäischen, atlantischen und karibischen Gewässern gesegelt sind, lassen sie nun einen dreimonatigen Familientörn mit zwei Töchtern folgen. Die Ziele des 505er-Weltmeisters und der ebenfalls sehr segelerfahrenen Lebensgefährtin: Wohin das Herz sie trägt. Heute Abend ging es durch den Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Ostfriesische Inseln, für Ende Mai ist Helgoland angepeilt. Anschließend könnte es nach Skandinavien in Richtung Åland-Inseln gehen.

  Wir sind dann mal weg: Claas Lehmann und Sophie Heyer legen mit "Hera" abFoto: privat/Hera
Wir sind dann mal weg: Claas Lehmann und Sophie Heyer legen mit "Hera" ab
  Lehmanns "Windsbräute": Lebensgefährtin Sophie Heyer und die Töchter Daphne (r.) und AdeleFoto: privat/Hera
Lehmanns "Windsbräute": Lebensgefährtin Sophie Heyer und die Töchter Daphne (r.) und Adele

Abgelegt hat das Familienquartett am vergangenen Freitag. Daphne (4) und Adele, ein halbes Jahr alt, sind mit von der Partie. Auf der 69 Jahre alten A&R-Yawl „Hera“ fühlen sie sich zusammen wohl, auch wenn die aktuellen Temperaturen nach Ansicht der Eltern deutlich ausbaufähig sind. Ihre Elternzeit können sich Claas Lehmann und Sophie Heyer dennoch kaum schöner vorstellen. Angst vor Corona haben sie nicht, Respekt aber sehr wohl. „Wir sind schon vorsichtig“, sagt Claas Lehmann, der sein Glück kaum fassen konnte, als das Segeln in der Familienversion pünktlich zum langfristig geplanten Abreisetermin wieder erlaubt wurde. „Wir werden kaum mehr machen, als vielleicht hin und wieder mal draußen in einem Restaurant zu sitzen.“

  "Hera" frisch aus dem Winterlager und vor ihrer Ausrüstung für den dreimonatigen SommertörnFoto: privat/Hera
"Hera" frisch aus dem Winterlager und vor ihrer Ausrüstung für den dreimonatigen Sommertörn
  So jubelte Claas Lehmann, als er 2013 die 505er-Weltmeisterschaft mit Leon Oehme gewannFoto: Christophe Favreau/SAP
So jubelte Claas Lehmann, als er 2013 die 505er-Weltmeisterschaft mit Leon Oehme gewann

Seiner älteren Tochter hat Lehmann vor der Reise erklärt, was ein Moses an Bord so zu tun hat. Die Vierjährige hat mehr als ein Drittel ihres Lebens auf dem Wasser verbracht und dürfte schon wissen, wovon Papa und Mama sprechen. Auf die Corona-Entwicklung an Land und in den verschiedenen Ländern wird die Familie achten und die Reiseroute entsprechend flexibel halten. Aktuell ist die Stimmung an Bord bestens. Alle sind dankbar, dass sie überhaupt lossegeln konnten. Dass sie es nach den Corona-Beschränkungen geschafft haben, ihr Schiff rechtzeitig auszurüsten, und wieder zusammen auf dem Wasser sind. Viel mehr brauchen sie gerade nicht für ihr Glück.

Obwohl: Der Abstecher nach Helgoland hat auch einen ganz privaten Grund. Claas Lehmann und Sophie Heyer werden dort in der legendären Hummerbude heiraten. Die Trauringe kommen von einem segelnden Goldschmied in Hamburg-Altona und tragen nicht etwa die Namen der künftigen Eheleute oder das Hochzeitsdatum, sondern die Koordinaten des Helgoländer Osthafens. „Wir wollten etwas festhalten, wohin man segeln kann“, erklärt Lehmann. Als Trauzeugen werden die Freunde Vicky Jurczok und Ulrich Steenken dabei sein. Und natürlich die Töchter. Sollten die aktuellen behördlichen Bestimmungen den Plan allerdings vereiteln, wird die Hochzeit ans Ende der Reise verlegt. Die Hochzeitsfeier mit Familie und Freunden muss aber in jedem Fall warten, bis nach Corona und vor allem: nach dem Törn.

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