Einhand um die WeltNonstop-Weltumsegelung auf 22 Fuß – Endspurt für Kuczynski

Kristina Müller

 · 05.04.2018

Einhand um die Welt: Nonstop-Weltumsegelung auf 22 Fuß – Endspurt für KuczynskiFoto: Zew Oceanu/Call of the Ocean

Extremsegler Szymon Kuczynski hat nach 230 Tagen auf See den Äquator wieder überquert und ist zurück in der nördlichen Hemisphäre. Noch 4000 Meilen bis zum Ziel

Der polnische Einhandsegler Szymon Kuczynski hat auf seiner Einhand-nonstop-Weltumsegelung zum zweiten Mal den Äquator überquert. Der 37-Jährige segelt nun wieder auf dem Nordatlantik und hat noch etwa 4000 Seemeilen bis zu seinem Ausgangshafen Plymouth vor dem Bug.

  Die Maxus 22 "Atlantic Puffin" vor dem Start in PlymouthFoto: Zew Oceanu/Call of the Ocean
Die Maxus 22 "Atlantic Puffin" vor dem Start in Plymouth

Dort ist er am 19. August 2017 aufgebrochen, um in seiner gut 6,30 Meter langen Maxus allein und ohne Stopp um die drei großen Kaps von Südafrika, Australien und Südamerika zu segeln. Er ist seit mittlerweile über 230 Tagen auf See. Den Großteil seiner rund 28.000 Seemeilen langen Reise hat er damit bereits hinter sich, vor ihm liegt aber noch der Nordatlantik und der Ärmelkanal.

Nach der Passage von Kap Hoorn war der modifizierte 22-Fußer auf dem Südatlantik zunächst nur sehr langsam vorangekommen, mit Geschwindigkeiten von eineinhalb bis drei Knoten und entsprechend geringen Etmalen. Kuczynski war seit Kap Hoorn mit reduzierter Segelfläche gefahren, da im Sturm sein Mast beschädigt worden war.

Mit Erreichen des Südatlantiks Ende Februar startete der Skipper Reparaturen an Schiff und Rigg, unter anderem reparierte er Salinge, Positionslichter und die AIS-Antenne am Masttopp. Außerdem fixierte er die beschädigte Stelle des Mastes mit einer selbstlaminierten Schiene.

Sachen trocknen im Cockpit
Foto: Zew Oceanu/Call of the Ocean

Für Kuczynski ist es der erste Versuch, einhand und nonstop um die Welt zu segeln. Er hat auf seiner Maxus 22 "Atlantic Puffin" allerdings bereits eine Weltumrundung absolviert: Von 2014 bis 2016 segelte er mit ihr auf der Barfußroute rundum. Einen offiziellen Rekordversuch für die Solo-nonstop-Weltumsegelung im bisher kleinsten Boot hat der Pole nicht angemeldet ("Dafür reichte das Budget nicht mehr"). Sein selbsterklärtes Ziel ist dennoch, die Leistung des Italieners Alessandro di Benedetto zu toppen. Dieser umsegelte die Welt 2010 nonstop in einem modifizierten Mini 6.50 – in 268 Tagen.

  Szymon KuczynskiFoto: Zew Oceanu/Call of the Ocean
Szymon Kuczynski

In einer Zusammenfassung von Bord schreibt Kuczynski: "Ich will am 14. Mai um 20 Uhr UTC meine eigene Ziellinie an der Hafeneinfahrt von Plymouth queren. Dann werde ich auch genau 268 Tage unterwegs sein. Bis dahin geht das Rennen weiter!"

Die "Atlantic Puffin" fährt derzeit etwa parallel zu ihrer alten Kurslinie, als Kuczynski auf dem Atlantik nach Süden in Richtung des Kaps der Guten Hoffnung segelte. Folgen kann man Segler und Boot im Online-Tracker und auf seiner Facebook-Seite "Zew Oceanu" (polnisch).

In den sozialen Netzwerk hat der Extremsegler mittlerweile eine eigene Fangemeinde – unter dem Hashtag #GoSzymon signalisieren Segler und Follower ihm virtuell ihre Unterstützung.

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