DGzRSSo wird man Seenotretter: die Fakten zur Ausbildung

Ursula Meer

 · 31.07.2022

DGzRS: So wird man Seenotretter: die Fakten zur AusbildungFoto: Die Seenotretter/DGzRS

Sie müssen verdammt viel können und manchmal auch viel riskieren: Seenotretter. Bevor sie in ihren ersten Einsatz geschickt werden, durchlaufen sie eine Ausbildung, die es in sich hat

Mit Korkwesten ins Ruderboot und an die Riemen: Das waren die Anfänge der Seenotrettung an den deutschen Küsten vor 160 Jahren. Bäcker konnten sie sein oder Schmiede, vielleicht auch mal ein Fischer auf Freiwache, die dort gegen das tosende Meer anruderten, um ihren in Not geratenen seefahrenden Nachbarn zu helfen. Ausgestattet mit nicht viel mehr als einer gehörigen Portion Mut und Entschlossenheit und einer gewissen Revierkenntnis.

Wenn heute in der Seenotleitung Bremen ein Notruf eingeht, beginnt eine koordinierte Such- und Rettungskette. „Es kann geradezu lebenswichtig werden, diese Kette früh genug in Gang zu bringen. Im Zweifel sogar lieber zu früh als zu spät; dafür sind wir da“, stellt Maximilian Ohme klar. Der 20-Jährige ist einer von rund 1.000 Seenotrettern – unter ihnen 70 Frauen –, die rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft der DGzRS sichern.

In 55 Häfen zwischen Borkum, Helgoland und Ueckermünde sind Seenotrettungskreuzer mit fest angestellter Besatzung sowie kleinere Seenotrettungsboote mit Freiwilligen stationiert. Welche Crew auch immer gerufen wird, sie muss sich mit komplexen Manövern, Navigationselektronik, Motoren, Rettungsmitteln, Erster Hilfe und unbedingt mit den Revierbesonderheiten vor Ort auskennen.

  Vereinte Kräfte: Wenn es drauf ankommt, arbeiten mehrere Einheiten Hand in HandFoto: Die Seenotretter/DGzRS
Vereinte Kräfte: Wenn es drauf ankommt, arbeiten mehrere Einheiten Hand in Hand

Die Werdegänge der Rettungsleute können auch heute noch sehr unterschiedlich sein. Manche haben viele Jahre als Seeleute hinter sich, auf den Weltmeeren im Frachtverkehr oder als Fischer an der Küste. Andere sind Freizeitskipper oder gänzlich unerfahren in der Seefahrt. Alle aber wollen gemeinsam Menschen aus Seenot retten, und alle haben sich als teamfähig und zuverlässig erwiesen – das sind mit die wichtigsten persönlichen Voraussetzungen für diesen Job.

Auf allen Freiwilligenstationen ist die DGzRS immer auf der Suche nach neuen freiwilligen Seenotrettern. „Um unsere Einsatzbereitschaft rund um die Uhr und bei jedem Wetter zu gewährleisten, brauchen wir eine große Mannschaft“, erläutert Ralf Baur, Sprecher der Seenotretter, und ergänzt: „Wenn wir hingegen Jobs für Festangestellte ausschreiben, bewerben sich immer sehr viele qualifizierte Seeleute.“

Wie man Seenotretter wird

Voraussetzungen für Freiwillige

  • Wohnort in der Nähe der Station
  • Mindestalter 16 Jahre
  • gültige Gesundheitskarte (Seediensttauglichkeit)
  • Teamfähigkeit

Festangestellte: Voraussetzungen Rettungsmann

  • seemännische Kenntnisse wie ein Matrosen-/Schiffsmechanikerbrief, Fahrzeiten in der Fischerei o. Ä.
  • 16-stündiger Grundlehrgang in Erster Hilfe
  • gültige Gesundheitskarte (Seediensttauglichkeit)
  • Teamfähigkeit

Voraussetzungen Vormann oder Maschinist

  • nautisches und/oder technisches Patent der Handelsschifffahrt oder Fischerei
  • allgemeines Betriebszeugnis (GMDSS-Funk) für Nautiker
  • 16-stündiger Grundlehrgang in Erster Hilfe
  • gültige Gesundheitskarte (Seediensttauglichkeit)
  • Teamfähigkeit

Festangestellte wie Freiwillige wurden jahrzehntelang vor allem im laufenden Betrieb ausgebildet. Sie fuhren je nach beruf­lichem Hintergrund als Rettungsleute, Maschinisten oder Nautiker mit. Das Rettungsgeschäft selbst wurde ihnen nach und nach an Bord und in Lehrgängen beigebracht.

Seit 2019 hat die DGzRS ihre gesamten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unter dem Dach der Seenotretter-Akademie gebündelt. Sie fußt auf vier Säulen, und sie ist an verschiedenen Standorten beheimatet: auf den Stationen der Seenotretter entlang der Nord- und Ostseeküste, im Simulatorzentrum in Bremen sowie im Trainingszentrum der Seenotretter in Neustadt samt einer dort angegliederten Trainingsflotte. Zu dieser Flotte gehört auch eine kleine Segelyacht und seit Neuestem ein Trainingsschiff, die „Carlo Schneider“, die als eine Art „schwimmendes Klassenzimmer“ zu den Stationen der Freiwilligen fährt.

  Die Crew der DGzRSFoto: YACHT
Die Crew der DGzRS

Die Stationen der freiwilligen Retter sind nicht dauerhaft besetzt. Wenn in der Seenotleitung Bremen ein Notruf eingeht, werden alle infrage kommenden Kollegen aus der Umgebung alarmiert – aber nicht jeder kann jederzeit zum Boot eilen. So sind mitunter nur drei Personen an Bord, das Minimum für einen Einsatz. Sie müssen sich aufeinander verlassen können und menschlich zueinander passen.

Daher starten neue Mitglieder zunächst als Kandidaten. Sie nehmen an den wöchentlichen Stationsabenden teil und fahren zu Übungen mit hinaus. Wenn die Chemie stimmt und ein Arzt die Seediensttauglichkeit bestätigt – eine weitere Voraussetzung –, kann die Ausbildung zum Rettungsmann beginnen. Eine Grundausbildung in Erster Hilfe und Reanimation ist verpflichtend, desgleichen ein Schiffssicherheitslehrgang. Den verlangt auch die Seeberufsgenossenschaft, bei der angestellte wie freiwillige Seenotretter im Einsatz versichert sind.

So ein Schiffssicherheitslehrgang bringt jede Menge Aktion im Trainingszentrum in Neustadt mit sich: Die Freiwilligen müssen in Rettungsinseln steigen, sie üben Leckabwehr, sie lernen Brandbekämpfung oder schweben an einer Winde von einem Hubschrauber hinab an Deck eines Bootes. Die Kurse müssen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. „Sie sind unsere Lebensversicherung da draußen. Wenn wir uns in Grenzlagen befinden, müssen wir wissen, wie wir uns daraus befreien können“, sagt Timo Jordt. Der ehemalige Rettungsassistent ist seit 1998 Seenotretter, stellvertretender Leiter der Seenotretter-Akademie und Leiter der Trainingsflotte.

  Schwimmende Schulbank: Terrestrische Navigation wird praxisnah geübtFoto: Die Seenotretter/DGzRS
Schwimmende Schulbank: Terrestrische Navigation wird praxisnah geübt

Wer anschließend Bootsführer werden möchte, taucht tiefer in die Materie ein. Zum Führen der Rettungsboote auf den Freiwilligenstationen wird zwar kein Patent, wohl aber der Sportbootführerschein See und das SRC-Funkzeugnis benötigt, die bei Bedarf über die DGzRS erworben werden können.

In weiteren Kursen werden das Einmaleins der Such- und Rettungsverfahren und das sogenannte Crew Ressource Management gelehrt, damit immer die passende Mannschaft in einen Einsatz fährt. Denn wenn nachts auf See nach einer vermissten Person gesucht werden muss, kann es schon mal sinnvoll sein, mit einer etwas größeren Mannschaft, mit mehr suchenden Augen auszurücken, als wenn ein Sportboot mit Motorschaden eingeschleppt werden muss.

Eine weitere Komponente ist die Kommunikation an Bord: Auch in Stresslagen müssen alle die gleiche Sprache sprechen.

Den Abschluss der Bootsführerausbildung stellt ein Lehrgang in technischer Navigation dar. In der Praxis fährt dazu das Trainingsboot „Mervi“ am helllichten Tag mit heruntergelassenen Jalousien über die Neustädter Bucht. Die Crew im abgedunkelten Inneren kommt manchmal nur mit navigatorischem Basiswissen an Bord. Eine Woche später beherrscht sie Radarverfahren und die Anwendung von AIS, GPS-Plotter und Funk so gut, dass sie auch im dichtesten Nebel ihren Weg findet.

Ob jemand nach dieser intensiven Ausbildung Bootsführer wird, bestimmen die Crew und der Vormann der Station. Sie kennen jeden der Anwärter und wissen, wer einer Stresssituation in einem Einsatz gewachsen ist, wem sie unbedingt vertrauen können, auch und erst recht, wenn die Lage gefährlich wird.

  Nah an der Realität: Kommunikationstraining für den Ernstfall im Bremer SimulatorzentrumFoto: DGzRS - Die Seenotretter / Steven Keller
Nah an der Realität: Kommunikationstraining für den Ernstfall im Bremer Simulatorzentrum

Die Maschinisten auf den Rettungsbooten brauchen hingegen nicht Bootsführer zu werden, wohl aber Rettungsleute. Sie fahren bei Einsätzen nicht einmal zwingend mit hinaus. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, die Boote permanent einsatzbereit zu halten. Deshalb absolvieren sie einen Bootstechnik-Lehrgang.

Auch an den Stationen selbst wird regelmäßig trainiert. Zum Beispiel mit einem vergleichsweise kleinen Rettungsboot, das einen 22-Meter-Dampfer mit 100 Tonnen Verdrängung in Schlepp nehmen soll. Das ist ein alles andere als einfaches Unterfangen. Und ungefährlich ist es auch nicht. Einmal falsch manövriert oder zu viel Gas gegeben, schon kann das geschleppte Fahrzeug das kleinere Rettungsboot in starke Krängung versetzen. Nicht minder gefährlich wird es, wenn die Leinen der enormen Belastung nicht standhalten und brechen.

Solche und andere Übungen, die mit der mobilen Trainingseinheit an den Freiwilligenstationen durchgeführt werden, kommen dem, was auf die Frauen und Männer im Seenotfall warten kann, sehr nahe. „Einmal real zu erleben, wie sich das eigene Rettungsboot unter der Last neigt und die Leinen ächzen, ist für viele ein echter Aha-Moment“, berichtet Thomas Baumgärtel.

Er ist einer von fünf Ausbildern auf dem Trainingsschiff „Carlo Schneider“, das seit Sommer 2021 von Station zu Station pendelt, um die freiwilligen Seenotretter weiterzubilden. Der Sohn eines Seemanns segelt seit seiner Kindheit und kam 2003 zu den Seenotrettern. Zunächst als Freiwilliger, ist er seit 2006 fest angestellt. Das eigens zu Ausbildungszwecken konstruierte Schiff, mit dem er seit Neuestem die deutsche Küste abfährt, verfügt unter anderem über zwei Trainingskonsolen für die Navigation, die denen in den Rettungsbooten gleichen.

  Thomas Baumgärtel, 55, fährt mit dem Trainingsschiff zu den FreiwilligenstationenFoto: DGzRS - Die Seenotretter / Steven Keller
Thomas Baumgärtel, 55, fährt mit dem Trainingsschiff zu den Freiwilligenstationen

Um die 20 Freiwillige können an einem verlängerten Wochenende an Bord geschult werden. Sie, die regelmäßig in ihrer Freizeit zu Einsätzen bereitstehen, mussten früher immer wieder einige Tage im Jahr zu Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen reisen. Jetzt können sie vieles am eigenen Wohnort lernen und üben, und das mit ihrer Stammcrew auf dem eigenen Boot im Hausrevier.

Baumgärtel hat sichtlich Freude daran, die Crews auszubilden und seine langjährige Erfahrung mit ihnen zu teilen. Das sei etwas anderes als theoretisches Wissen zu vermitteln, sagt er und ergänzt: „Man hört Leuten, die das können und die auch mal ein Döneken erzählen, besser zu als denen, die sich alles angelesen haben. Das war schon in der Schule so.“

In der ersten Saison stehen Leinenarbeit, Seemannschaft und Manövrieren auf dem Trainingsplan. Die Intensität der einzelnen Module kann sich nach dem Bedarf der jeweiligen Crews richten. Mit Hilfe von Modellschiffen werden Hafen- oder Schleppmanöver simuliert und die Kräfte, die auf ein Boot wirken, demonstriert. Draußen dann wird das Erlernte gleich in die Praxis umgesetzt: Festmacher werfen, in die Spring eindampfen, ablegen, anlegen.

Ein weiterer Vorteil: Die Maschine des Trainingsbootes ist baugleich mit der auf den Rettungsbooten. So kann die Crew auch gleich noch alles Wichtige über den potenziell überlebenswichtigen Antrieb lernen.

  Im Trainingszentrum in Neustadt wird nicht nur an Land, sondern auch in der Ostsee geübtFoto: DGzRS - Die Seenotretter / Steven Keller
Im Trainingszentrum in Neustadt wird nicht nur an Land, sondern auch in der Ostsee geübt

Einige der Rettungsleute sind seit Jahrzehnten im Dienst. Ihnen noch etwas beibringen zu wollen scheint müßig. Aber lernen ist keine Einbahnstraße, stellen Baumgärtel und seine Kollegen immer wieder fest: „Wir befinden uns in einem echten Generationenwechsel. Die gestandenen Rettungsleute kennen ihr Revier, ihr Boot und haben schon viele kritische Situationen gemeistert. Sie verfügen über einen enorm großen Schatz an Wissen, der weitergegeben werden muss, wenn er erhalten bleiben soll. Wenn wir ihnen das sagen, sind sie gern bei den Ausbildungen dabei.“

Wenn jetzt die Reise der „Carlo Schneider“ weitergeht, stehen weitere Punkte wie SAR-Grundlagen, Medizin und Rettungsszenarien auf dem Programm. Ein Ersatz für andere Komponenten der Ausbildung kann und soll das Trainingsschiff jedoch nicht sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung für die Freiwilligen.

Wer festangestellter Seenotretter werden möchte, muss über seemännische Erfahrung und für höhere Aufgaben über ein nautisches oder technisches Patent verfügen. Die Seenotretter bilden keine eigenen Seeleute aus, sondern sie bringen ihnen in einer zweijährigen Laufbahnausbildung das Seenotretter-Handwerk bei. Die Anwärter sind teils Externe, teils langjährige Freiwillige.

Die einen sind seit Jahrzehnten auf großer Fahrt oder revierkundige Fischer, die anderen haben schon jede Menge Erfahrung im Suchen und Bergen von Menschen auf See und kennen sich vor der heimischen Küste bestens aus. Um diese unterschiedlichen Ausgangslagen auf eine gemeinsame Ebene zu bringen, durchlaufen seit zwei Jahren alle eine Festangestellten-Laufbahnausbildung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass aus bis zu zwölf Anwärtern eines Jahrgangs für die Dauer der Ausbildung eine Crew wird. „Sie sprechen über alles, auch über Fehler – damit andere sie nicht machen“, erzählt Timo Jordt. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er die Laufbahnausbildung entwickelt, die wie bei den Freiwilligen mit Aspekten der Schiffssicherheit und SAR-Grundlagen beginnt.

  Timo Jordt, 42, ist seit 1998 Seenotretter und seit 2005 Ausbilder. Er leitet die TrainingsflotteFoto: Die Seenotretter - DGzRS/Joerg Sarbach
Timo Jordt, 42, ist seit 1998 Seenotretter und seit 2005 Ausbilder. Er leitet die Trainingsflotte

Die festangestellten Kräfte erhalten zudem eine vollwertige Ausbildung zum Leiten von Brandbekämpfungsmaßnahmen oder als Rettungssanitäter. Am Ende der Ausbildung kann der Dienst als Rettungsmann, Maschinist oder schließlich als Vormann auf einem Seenotrettungskreuzer stehen. Entsprechend anspruchsvoll ist der Werdegang auf der Führungsebene sowohl im maschinentechnischen als auch im nautischen Bereich. Das umfasst unter anderem Lehrgänge in Arbeitssicherheit, in der Einsatz- und Mitarbeiterführung sowie in Kommunikation.

Letztere wird im Simulatorzentrum in Bremen trainiert, und zwar unter allen anderen als normalen Bedingungen. Wenn sich dort die Tür einer der fünf Kammern schließt, beginnt vielmehr eine sehr realistisch anmutende Notfallkommunikationsübung: Bei Volllast auf allen Funkkanälen, Störungen durch eine Kakophonie fremder Sprachen und drohender Gefahr für den eigenen Seenotrettungskreuzer ist höchste Konzentration bei der verbalen Einsatzkoordination gefragt. Es braucht weder Wind noch Welle, um die Probanden vergessen zu lassen, dass sie sich in einer Übung befinden.

So strukturiert die Ausbildung ist, so dynamisch muss sie bleiben. Auch die Trainer fahren daher regelmäßig ein Einsatzpraktikum, um stets auf der Höhe der Zeit zu sein. Denn, so Jordt: „Bei der Rettung auf See lernt man täglich hinzu. Unser Rettungsfahrzeug bewegt sich auf einem Element, das nie stillsteht und das sich immer anders verhalten kann. Da ist von allen Beteiligten jede Menge Flexibilität gefordert.“

Jeweils einmal jährlich auf Nord- und Ostsee wird sämtliches Erlernte in groß angelegten Übungen auf die Probe gestellt. Seenotretter, Marine und Bundespolizei zur See und auch in der Luft simulieren den Ernstfall. Laienschauspieler geben sich als Schwerverletzte aus, Schiffe als havariert. Im Einsatz: Freiwillige und Festangestellte, die zuvor nicht oder selten miteinander gearbeitet haben. Und doch, dank der einheitlichen Ausbildung sprechen sie die gleiche Sprache, beherrschen sie dieselben Handgriffe.

Der Idealfall für alle Beteiligten ist letztlich, wenn es bei solchen Übungen bleibt. Doch allein im Jahr 2021 rückten die Seenotretter zu mehr als 1.800 Einsätzen aus und retteten dabei mehr als 300 Menschen, die sich in akuter Seenot oder Gefahr befanden.

Was sie Seglern mitgeben möchten, verwundert denn auch nicht. Timo Jordt blickt auf 23 Jahre Erfahrung als Seenotretter zurück. Er sagt: „Tragt Rettungswesten und habt Rettungsmittel an Bord.“ Viele tragische Unglücke seien vermeidbar, wenn sich Segler besser vorbereiten würden, betont auch sein Kollege Maximilian Ohme. „Wer rausfährt, sollte den Kopf einschalten, sich vorher über die Lage Gedanken machen, über Wind und Wellen und das Revier.“

Ausbilder Baumgärtel warnt zudem davor, sich blind auf die Technik zu verlassen. „Die ist gut“, sagt er, aber vermehrt komme es heute zu Havarien, die vielleicht nicht passiert wären, hätte der Skipper sich besser mit allen Gegebenheiten auseinandergesetzt.

Die Ausbildungs-Laufbahn

  1. Stufe: Kandidat
  2. Stufe: Trainee zum freiwilligen Rettungsmann
  3. Stufe: Zertifizierung zum Rettungsmann
  4. Stufe: Trainee zum verantwortlichen Bootsführer
  5. Stufe: Zertifizierung zum verantwortlichen Bootsführer
  6. Stufe: Qualifikation zum Stationsleiter, optional: Zertifizierung zum Maschinisten nach der Zertifizierung zum Rettungsmann

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