Buckelwal TimmyTragischer Tod im Kattegat

David Ingelfinger

 · 18.05.2026

Tierärztin Anne Herrschaft nimmt am Strand vor Anholt Abschied vom toten Buckelwal Timmy.
Foto: dpa/picture alliance
Der nach seiner Strandung vor Poel ins Skagerrak evakuierte Buckelwal konnte durch die umstrittene Aktion schließlich nicht gerettet werden. Dänische Taucher identifizierten den Kadaver des Tieres am Samstag vor der Insel Anholt im Kattegat. Nun wird über den Sinn der Rettungsaktion erneut diskutiert.

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Die Freude war groß als das geschwächte Tier Ende April erfolgreich auf einen Spezialponton verladen und in Richtung Nordsee transportiert werden konnte. Doch am Abend des 14. Mai entdeckten Helfer einen leblosen Wal-Körper im Kattegat. Eine deutsche Tierärztin bestätigte nun die Identität des Buckelwals über die Seriennummer des GPS-Trackers an der Rückenflosse.

Warnung vor Explosionsgefahr

Der Kadaver treibt mittlerweile rund 75 Meter vor der Küste der dänischen Insel Anholt im hüfttiefen Wasser. Das Tier liegt auf dem Rücken. Die dänische Naturschutzbehörde belässt den Wal vor Ort. Laut ihrem Leitfaden sind Walstrandungen ein natürlicher Teil der Natur. Das Schweriner Umweltministerium warnt vor einer akuten Explosionsgefahr durch die Verwesungsgase. Experten vermuten, dass der Wal den stressigen Transport per Lastkahn nicht verkraftet hat.

Backhaus verteidigt Bergungsversuch

Der Tod des Wals entfacht in Mecklenburg-Vorpommern einen Streit darüber, ob die Rettungsaktion sinnvoll war. Umweltminister Till Backhaus verteidigte seine Erlaubnis für die private Initiative. In einer offiziellen Pressemitteilung äußert sich der Minister folgendermaßen: „Viele Menschen haben großen Anteil an dem Schicksal des Tieres genommen und gehofft, dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen [...] Wissenschaftler konnten nicht ausschließen, dass der Wal trotz seines sicher schlechten Gesundheitszustandes überleben könnte. Deswegen hat mein Haus entschieden, den Bergungsversuch zu dulden. Leider hat das Tier seine Chance nicht nutzen können. [...] Wer das kritisieren will, möge das tun.“

Kritik von den Grünen

Die Grünen im Landtag üben scharfe Kritik. Der umweltpolitische Sprecher Dr. Harald Terpe wirft Backhaus vor, wissenschaftliche Warnungen für eine PR-Aktion ignoriert zu haben. Die Bilder aus Dänemark gleichen für Terpe einer „missglückten Seebestattung“. Er kritisiert scharf, dass der Minister die Verantwortung auf seine Mitarbeiter abschiebt.

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„Doch statt innezuhalten und das eigene Handeln mit der gebotenen Zurückhaltung zu bewerten, versucht Umweltminister Till Backhaus im Nachhinein, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen auf sein ‚Haus‘, also seine Mitarbeitenden, abzuschieben. [...] Schneid sieht anders aus.“

Von einem Minister verlangt Terpe verantwortungsvolle Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Backhaus handele stattdessen aus medienwirksamer Geltungssucht und persönlicher Inszenierung. Am Ende bedient der Minister für ihn nur ein altes Muster. Terpe kritisiert „große Worte beim Artenschutz, aber Widerstand gegen wirksame Maßnahmen“

​Kursänderung im Ministerium

Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche den Buckelwal zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch nach einigen Wochen eingestellt. Die Kosten und das Risiko der Rettungsaktion trug vollständig eine private Initiative.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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