Endlich freiBuckelwal Timmi ist auf dem Weg in die Nordsee

David Ingelfinger

 · 28.04.2026

Helfer führen den gestrandeten Buckelwal mittels Gurten zum Transportschiff. Da das Tier seit über drei Wochen im Flachwasser vor Wismar festliegt, unternimmt eine private Initiative nun den entscheidenden Rettungsversuch. | Jens Büttner
Foto: picture alliance/dpa

Der in Poel gestrandete Buckelwal wurde unter dem Jubel der Helfer erfolgreich auf die Transport-Barge verladen. Nachdem ein Expertenteam das Tier heute Vormittag im seichten Wasser für die Bergung vorbereitet hatte, konnte die Sicherung auf dem Spezialponton ohne Zwischenfälle abgeschlossen werden. Mit der Barge soll nun ein kontrollierter Transport in Richtung Nordsee gelingen.

Nachdem die Rettungsaktion vor zwei Wochen aufgrund zu hoher Pegelstände abgesagt werden musste, scheint das heikle Manöver nun gelungen zu sein. In den frühen Morgenstunden wurde der Wal von Spezialisten medizinisch stabilisiert, kontinuierlich feucht gehalten und mit weichen Hebegurten gesichert, um in abschließend in die aktuelle Position zwischen den Pontons zu bringen.

Riskantes Poton Manöver

Wie geplant wurden zunächst die Brustflossen des Tieres behutsam vom Schlick befreit, um anschließend Hebekissen unter dem Rumpf zu platzieren. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen den Pontons gesichert, soll der Wal nun im Schlepp aus der flachen Bucht manövriert werden. Auch wenn der Buckelwal jetzt sicher verladen wurde, bleibt die Lage kritisch: Experten warnen weiterhin vor den erheblichen Belastungen für den Organismus durch den Transport. Zudem gibt es seit Tagen widersprüchliche Meldungen zum tatsächlichen Zustand des Tieres.

Kursänderung im Ministerium

Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche den Buckelwal zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch nach einigen Wochen eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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