Buckelwal TimmiErst frei geschwommen - nun wieder regungslos

David Ingelfinger

 · 20.04.2026

Buckelwal Timmi: Erst frei geschwommen - nun wieder regungslosFoto: credit dpa/picture alliance
Buckelwal Timmi hat sich freigeschwommen. Helfer der DLRG versuchen den Wal in die richtige Richtung zu lenken.
Timmi hat sich freigeschwommen. Nachdem sich der Buckelwal am Montagmorgen selbstständig lösen konnte, liegt er nun wieder erschöpft und bewegungslos in der Wismarer Bucht. Derzeit versuchen die Helfer, das desorientierte Tier in Richtung offene See zu lenken. Doch die Zeit rennt, da der Wasserstand stetig sinkt.

Ein Pegelanstieg an der Ostsee sorgte am Montagmorgen für eine Wende im Rettungseinsatz vor Poel. Nachdem sich der Buckelwal selbstständig befreien konnte, schwamm er noch tiefer in die Wismarer Bucht und verfehlte nur knapp die Fahrrinne zur offenen See. Nun liegt er regungslos auf dem Wasser. Laut den Angaben von Umweltminister Till Backhaus ist der Wal jedoch nicht erneut aufgesessen. Dennoch drängt die Zeit wegen der inzwischen wieder fallenden Pegelstände.

Am vergangenen Wochenende sollte der Wal eigentlich dank einer technischen Lösung befreit werden. Die Aktion musste aber wegen der zu dieser Zeit steigender Wasserpegel aufgegeben werden:

Riskantes Ponton-Manöver

Ursprünglich war geplant, zunächst die Brustflossen des Buckelwals vom Schlick zu befreien. Anschließend sollten Hebekissen unter dem Rumpf des Wals platziert werden, um diesen anzuheben. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen zwei Pontons gesichert, war vorgesehen, den Wal dann aus der Bucht zu fahren. Fest steht: Die Lage bleibt kritisch, da Experten weiterhin vor den Belastungen für den Organismus warnen.

Aktuell versuchen Begleitboote den Buckelwal mit akustischen Signalen und Wellenbewegungen vorsichtig in die Fahrrinne zu geleiten. So soll das erschöpfte Tier ohne Fixierung aus dem seichten Wasser geführt werden.

Kursänderung im Ministerium

Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche, den Buckelwal durch Baggerarbeiten oder navigatorische Hilfe zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung zuletzt für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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