Ein Pegelanstieg an der Ostsee sorgte am Montagmorgen für eine Wende im Rettungseinsatz vor Poel. Nachdem sich der Buckelwal selbstständig befreien konnte, schwamm er noch tiefer in die Wismarer Bucht und verfehlte nur knapp die Fahrrinne zur offenen See. Nun liegt er regungslos auf dem Wasser. Laut den Angaben von Umweltminister Till Backhaus ist der Wal jedoch nicht erneut aufgesessen. Dennoch drängt die Zeit wegen der inzwischen wieder fallenden Pegelstände.
Am vergangenen Wochenende sollte der Wal eigentlich dank einer technischen Lösung befreit werden. Die Aktion musste aber wegen der zu dieser Zeit steigender Wasserpegel aufgegeben werden:
Ursprünglich war geplant, zunächst die Brustflossen des Buckelwals vom Schlick zu befreien. Anschließend sollten Hebekissen unter dem Rumpf des Wals platziert werden, um diesen anzuheben. Auf einer speziellen Plane gebettet und zwischen zwei Pontons gesichert, war vorgesehen, den Wal dann aus der Bucht zu fahren. Fest steht: Die Lage bleibt kritisch, da Experten weiterhin vor den Belastungen für den Organismus warnen.
Aktuell versuchen Begleitboote den Buckelwal mit akustischen Signalen und Wellenbewegungen vorsichtig in die Fahrrinne zu geleiten. So soll das erschöpfte Tier ohne Fixierung aus dem seichten Wasser geführt werden.
Seit Anfang März gab es zahlreiche Versuche, den Buckelwal durch Baggerarbeiten oder navigatorische Hilfe zu befreien. Da das Umweltministerium eine erfolgreiche Rettung zuletzt für aussichtslos hielt, hatten die Behörden ihre Bemühungen jedoch eingestellt. Das vorliegende Konzept für die Walrettung ermögliche nun eine „verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten“, so in der Mitteilung des Umweltministeriums. Die Kosten und das Risiko muss die private Initiative vollständig selbst tragen. Veterinäre überwachen den Einsatz vor Ort.

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