Die Journalistin Pip Hare begann relativ spät mit dem Hochseeregattasegeln. Erst 2011 nahm sie an der Mini-Transat teil. Danach folgten das Fastnet Race und die Transat Jacques Vabre. Mit 46 Jahren feierte sie schließlich ihre Premiere bei der Vendée Globe 2020/21. Diese beendete sie auf Platz 19 mit einem 22 Jahre alten Boot, auf dem sie im tosenden Südpolarmeer ein gebrochenes Ruder auswechseln musste.
Danach kaufte sie den 2015 von Louis Burton gebauten VPLP-Verdier-Foiler “Bureau Vallee 2” (ehemals “Banque Populaire VIII”). In Zusammenarbeit mit dem technischen Direktor Joff Brown wurde das Boot einem umfassenden Refit unterzogen und mit neuen, sehr viel größeren Foils ausgestattet. Bei der aktuellen Vendée Globe war sie als zweite Britin neben Sam Davies im Rennen und lag auf einem guten 15. Platz, als es am 15. Dezember etwa 800 Meilen südlich von Australien zum Mastbruch kam.
Bereits nach drei Stunden gelang es Hare ein Notrigg zu stellen und mit vier Knoten Speed Kurs auf Südaustralien zu nehmen. In ihrem ersten Statement blickte die toughe Frau bereits wieder nach vorne, macht sich und ihren Anhängern Hoffnung: „Es ist nicht das Ende, es ist niemals das Ende. Ich hoffe, dass wir, wenn ich an der Küste bin, einen wirklich guten Plan haben, wie wir ‘Medallia’ wieder zum Segeln bringen und nach Europa zurückkehren.”
Zwei Wochen später erreichte sie den Hafen von Melbourne und äußerte ihre Dankbarkeit darüber, dass sie „in einem Stück“ geblieben sei und sich in Sicherheit bringen konnte. „Ich bin zwar aus dem Rennen, aber der Mut und die Entschlossenheit, die ich brauche, um im Wettbewerb zu bestehen, haben mir auch geholfen, mit einer Situation fertig zu werden, die katastrophal hätte enden können“, sagte sie. „Und auf eine seltsame Art und Weise habe ich das langsamere Tempo der Reise nach Australien genossen. Letztendlich bin ich Profiseglerin, weil ich es liebe, auf dem Meer zu sein, und dort war ich auch, nur nicht so, wie ich es erwartet hatte.“
Die Vendée-Globe-Seglerin hat auch ein lesenswertes Buch geschrieben. Ihrer Biografie „In meinem Element“ bringt neben Rennerlebnissen authentische Lektionen fürs Leben zu Themen wie Erfolg, Stärke und Herausforderungen. Eine Leseprobe gibt es hier. Das Buch ist während der Messe auch am Stand des Delius-Klasing Verlags zu haben - vielleicht sogar mit einer Signatur beim meet and greet am Samstag um 13:00 Uhr?
Auch im YACHT-Podcast beschreibt Pip Hare den fatalen Mastbruch und wie sie damit umgegangen ist. Außerdem spricht die Britin über die Bedeutung des Respekts und der Unterstützung, die sie in Melbourne erfuhr, als sie dort ankam.
Die “Medallia”-Skipperin ist nicht nur eine großartige Protagonistin für Solo-Rennen um die Welt, sie erzählt auch gerne und mitreißend von ihren Abenteuern auf See. Ab 12:00 Uhr können sich Fans und Zuhörer am Samstag und Sonntag auf kurzweilige Vorträge der Britin freuen. Am Samstag ab 13:00 Uhr besteht beim meet and greet außerdem Gelegenheit, Pip Hare persönlich zu treffen.