AbenteuerIm Banana-Boot die finnische Küste entlang

Morten Strauch

 · 05.08.2022

Abenteuer: Im Banana-Boot die finnische Küste entlangFoto: privat

Rentner Paul Lenz hat sich in den Kopf gesetzt, die gesamte finnische Ostseeküste abzusegeln – mit einem Falt-Dingi! Porträt eines Mannes, für den Aufgeben keine Option ist

Auf einmal befand ich mich in einem Minenfeld sich brechender Wellen. Um mich herum wurden jede Menge Untiefen sichtbar. Zum Umdrehen war es zu spät, also sagte ich mir: ‚Augen zu und durch!‘ Doch schon im nächsten Augenblick fand ich mich im gurgelnden Nass wieder, das Boot kieloben über mir treibend. Von einer Leine, die sich bei der Kenterung um meinen Hals gewickelt hatte, konnte ich mich unter Wasser zum Glück befreien. Ich bin dann auf­getaucht und habe mich auf den flachen Rumpf gezogen.

Es sind dramatische Sekunden, von denen Paul Lenz da berichtet. Was er nicht für möglich gehalten hatte, war eingetroffen: Sein Banana-Boot hatte der Wucht des Wassers nicht standgehalten.

  Rentner Paul LenzFoto: P. Lenz
Rentner Paul Lenz
Das Boot trieb dann mit mir auf die offene See zu. Und die Dämmerung setzte ein. Mir blieb keine Wahl. Ich ließ mich ins Wasser gleiten und schwamm in voller Montur Richtung Land. Mit letzter Kraft zog ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit auf das rettende Ufer einer Insel. Mein Boot war weg, alles war verloren. Ich fühlte mich wie ein geprügelter Hund.

Das Unglück, von dem Paul Lenz da berichtet, ereignete sich im Sommer 2019. Da ist er auf einer höchst ungewöhnlichen Reise entlang der finnischen Küste. Um zu verstehen, was ihn zu diesem Vorhaben antrieb, muss man weit zurückschauen.

  Das ungewöhnliche Langfahrt-Bötchen irgendwo in der Wildnis an der finnischen WestküsteFoto: Paul Lenz
Das ungewöhnliche Langfahrt-Bötchen irgendwo in der Wildnis an der finnischen Westküste

Diese Geschichte beginnt 1969, im Jahr der ersten Mondladung. Lenz ist gerade 16 Jahre alt geworden und bekommt von seinem Vater einen Segelkurs auf dem Steinhuder Meer geschenkt. In den folgenden Jahren sammelt er Erfahrung in kleinen Booten wie Pirat, VB-Jolle und Neptun 17. Der Wunsch nach einem eigenen Boot wächst, aber in Hannover gibt es kaum Stellflächen. Trailern findet er auch „irgend­wie doof“, und am Steinhuder Meer ein Boot zu lagern ist ihm „viel zu unflexibel“, wie er sagt. So geht die Zeit ins Land, Lenz ist mittlerweile als Bauingenieur bei einer Brückenbaufirma in Hannover beschäftigt, als er 1990 auf ein Foto von einem Banana-Boot stößt.

Ich wusste sofort: Das ist es! Zusammenfaltbar auf die Größe eines Surfboards, brauchte es weder Trailer noch einen Sommer- oder Winterliegeplatz. Und nervige wie kostspielige Instandhaltungsarbeiten sparte ich mir auch – das Boot kam einfach in den Keller. Das Beste war jedoch, dass es ins Auto passte und ich überall damit hinfahren konnte.

Während Deutschland sich im kollektiven Rausch von Fußballweltmeisterschaft und der sich anbahnenden Wiedervereinigung befindet, absolviert Lenz seine ersten Testschläge mit seinem neuen Kleinstboot auf dem Hannoveraner Maschsee und diversen Kiesgruben. In den nächsten Jahren stellt er sich immer größeren Herausforderungen. Mit dem Banana-Boot besegelt er den Limfjord, quert den Øresund und erobert die großen Seen in Schweden und Finnland. Sogar die kroatische Küste nimmt er in Angriff, wo er zeitweise mit knapp sieben Knoten über die Adria jagt. Beachtlich für ein Boot, das sich konstruktionsbedingt schon bei mäßigen Böen dermaßen verbiegt, dass es den Winddruck kaum mehr in Geschwindigkeit umsetzen kann.

Typisch Paul Lenz ist auch seine gewisse Ignoranz gegenüber allem Tradierten.

Nautisches Vokabular tangiert mich bis heute nur peripher. Ich denke und rechne in Kilometern und km/h und bevorzuge links und rechts statt backbord und steuerbord“, gibt er unumwunden zu. „In dieser Beziehung werde ich auf ewig eine Landratte bleiben.

Um sein Boot für die großen Fahrten tauglicher zu machen, rüstet er es um. Dabei kommt ihm seine große Leidenschaft für das Erfinden von Techniken und Maschinen aller Art zugute. Unterschiedlichste zumeist kuriose Apparaturen hat er bereits entwickelt, wie zum Beispiel das Synthomelodicon, ein Gerät, das auf synthetische Weise Melodien komponieren kann. Oder eine Reisschleuder für Frischvermählte im Stil einer römischen Steinschleuder. 1982 tritt Lenz gar im Fernsehen auf, um seine computergesteuerte Eierköpfmaschine vorzuführen.

Zusammengeklappt ist der Rumpf nicht größer als ein Surfboard
Foto: Paul Lenz

Seinem Traumboot, dem er im Übrigen nie einen Namen gegeben hat, verpasst er als Erstes ein Steuerrad. „Um es bequemer segeln zu können“, erzählt er. Das Material dafür findet er auf dem Sperrmüll oder im nächsten Baumarkt. Im Fall des Steuerrades besteht es aus einem alten Kinderwagenrad, Abwasserrohrdeckeln, Aluminiumprofilen, Umlenkrollen und einem Seil.

Über dem Steuerrad befindet sich ein Kasten mit drehbarer Sonnenblende, in dem ein Tablet zur Navigation steckt. Außerdem die selbst zusammengebastelte Elektronik, die die zwölf Volt aus einer Autobatterie in fünf Volt fürs Tablet umwandelt.

In die Mastspitze integriert er einen mobilen W-Lan-Hotspot. Des Weiteren optimiert Lenz sein Boot mit einem eigens konstruierten Baumniederholer, einem verbesserten Schwerthalter und einem rustikalen Backstagensystem zur Stabilisierung des Mastes. Auf Ästhetik kommt es ihm dabei nie an. Funktional und kostengünstig muss es sein – und somit auch überall mit einfachsten Mitteln reparierbar.

  Grandiose Naturkulisse für das kleine Segel-Dingi auf großer Fahrt: die Felsküste nordwestlich von TurkuFoto: Paul Lenz
Grandiose Naturkulisse für das kleine Segel-Dingi auf großer Fahrt: die Felsküste nordwestlich von Turku

Es ist das Jahr 1972, kurz vor Beginn seines Studiums, als Paul Lenz das erste Mal nach Finnland reist. Das skandinavische Land begeistert ihn auf Anhieb. Er bringt sich sogar selbst Finnisch bei. Die Sprache, die den meisten Nicht­finnen ein Rätsel ist, liegt dem angehenden Bauingenieur. Regelmäßige Wanderurlaube führen ihn in die weite Natur des Landes, daheim in Hannover begleitet er eine finnische Volkstanzgruppe mit dem Akkordeon.

  Dankesbrief auf Finnisch an die Besitzer einer Fischerhütte: „Ich musste früh aufbrechen und den guten Wind ausnutzen. Vielen Dank für alles!“Foto: Paul Lenz
Dankesbrief auf Finnisch an die Besitzer einer Fischerhütte: „Ich musste früh aufbrechen und den guten Wind ausnutzen. Vielen Dank für alles!“

Jahre später, 2004, wird die Brückenbaufirma geschlossen, Lenz muss sich nach einem neuen Job umschauen. Den findet er an der finnischen Westküste, wo er vier Jahre beim Bau eines Atomkraftwerkes mitwirkt. Sein Boot nimmt er mit und wagt sich damit auf immer längere Törns entlang der Küste.

Dabei entstand die Idee für mein großes Abenteuer: die gesamte Strecke von der schwedischen Grenze im Norden bis zur russischen Grenze im Südosten zu segeln“, berichtet Lenz. „Ich fing sofort an zu planen. Das Ergebnis war allerdings niederschmetternd: Für die 1.500 Kilometer lange Distanz musste ich mindestens 60 Tage einplanen. So viel Zeit hatte ich damals nicht. Also musste mein Traumtörn neun Jahre warten, bis ich in Rente ging.
  Selfie-Manöver vor der Skyline der finnischen Hauptstadt Helsinki am 68. Tag des Törns. Für Lenz der „emotionale Höhepunkt der Reise“Foto: Paul Lenz
Selfie-Manöver vor der Skyline der finnischen Hauptstadt Helsinki am 68. Tag des Törns. Für Lenz der „emotionale Höhepunkt der Reise“

Zwei Wochen nach seinem letzten Arbeitstag geht es tatsächlich los. In Tornio, einer Stadt in Lappland direkt an der Grenze zu Schweden, baut der Neurentner am 8. Juni 2019 sein Faltboot auf und lässt es zu Wasser. Das Abenteuer beginnt mit drei Stunden Rudern gegen den Wind und anschließender Kreuz entlang der innerskandinavischen Seegrenze. Erschöpft, aber glücklich schlägt Lenz auf der Insel Kuusiluoto zum ersten Mal sein Nachtlager auf.

Das Igluzelt steht nur wenige Meter entfernt vom Strand, und da die Nächte im Juni taghell sind, kann er jederzeit auf sein Boot schauen.

Dieses Gefühl von Aufbruchstimmung und einer gewissen Unplanbarkeit war überwältigend. Dazu kam die Gewissheit, dass mir jetzt alle Zeit der Welt für mein Vorhaben zur Verfügung stand.

Tags darauf wird ihm von Fischern eine Hütte zum Übernachten angeboten. Früh am nächsten Morgen steht der Wind günstig, also schreibt er einen Dankesgruß auf ein Stück Pappe und segelt weiter. Infolge des Frühstarts schafft er an diesem Tag die längste Etappe seiner Reise: stolze 25 Seemeilen. Südlich der Insel Hailuoto gerät Lenz immer wieder auf Sandbänke. Für die Schwerter ist das Wasser zu flach, ohne sie treibt er hoffnungslos ab. Also steigt er aus und zieht sein Boot hinter sich her.

In einem kleinen Fischereihafen bei Siikajoki wird Lenz ein paar Tage lang eingeweht.

Zwei Versuche, aus dem schmalen Fahrwasser herauszusegeln, musste ich abbrechen. Die Kombination aus starkem Gegenwind und den Sandbänken machte es mir unmöglich, aus der Bucht zu gelangen. Nach vier Tagen drehte der Wind endlich, und ich konnte wieder Segel setzen.

Bei seinen Landgängen verhält sich Lenz äußerst vorbildlich. Müll wird selbstverständlich mitgenommen, und dort, wo er in Schutzhütten Feuerholz verbraucht hat, hackt und sägt er genau die Menge wieder zurecht, die er sich genommen hat.

  Das voll beladene Boot am Ufer einer kleinen Insel. Lenz übernachtet zwischen Büschen im BiwakzeltFoto: Paul Lenz
Das voll beladene Boot am Ufer einer kleinen Insel. Lenz übernachtet zwischen Büschen im Biwakzelt

Am 22. Juni ist Mittsommer, und gleichzeitig feiert Lenz seinen 66. Geburtstag. Sparfuchs, der er ist, gönnt er sich Karjalanpiirakka, eine karelische Reispastete, und einen Tetra-Pak Saft aus dem Supermarkt. Bei Kalajoki wartet dann die erste ernsthafte Bewährungsprobe auf Skipper und Boot: Ausgedehnte Untiefen liegen voraus, an denen sich hohe Wellen brechen. Mehrmals fegt viel Wasser übers Vorschiff, und Lenz befürchtet schon das Ende seiner Reise. Doch die festgezurrte Spritzdecke verhindert das Schlimmste. Lenz lenzt schneller, als das Boot volllaufen kann. Mit Willenskraft, etwas Glück und ordentlich Adrenalin im Blut erreicht er sein Tagesziel.

Vielleicht war es der glückliche Ausgang dieser Situation, die ihn Wochen später zu mutig werden lässt. Dabei hätte er gewarnt sein können. Denn schon vorher schleichen sich hie und da Nachlässigkeiten ein. Als er etwa eines Morgens aufwacht, ist sein Boot fort. „Etwas Tidenhub und eine Windbö hatten gereicht, um es loszureißen. Glück­licherweise fand ich es nur wenig entfernt wieder, verkeilt zwischen ein paar größeren Steinen.“

Immer weiter bahnt sich Lenz seinen Kurs durch die Insel- und Küstenlandschaft Westfinnlands. Im Hafen von Kokkola bemerkt er, dass sich seine Deutschlandfahne verabschiedet hat. Also bastelt er sich aus einer bunten Plastiktüte einen neuen Adenauer. „So viel Seefahrertradition muss dann doch sein!“, sagt er.

Am 44. Tag seiner Reise kreuzt Lenz das Kühlwasser des Atomkraftwerks in Olkiluoto, seinem alten Arbeitsplatz. Über die Hälfte seiner Reise ist da geschafft. Tage später, nach zwei Dritteln der Strecke, landet Lenz auf der kleinen Insel Kimonkari an. Er umrundet sie zu Fuß, um einen geeigneten Zeltplatz zu suchen. Als er wieder am Ausgangspunkt ankommt, ist sein Boot abermals davongetrieben.

Ich sprang hinterher, konnte es aber schwimmend nicht erreichen. Wind und Strömung waren zu stark.

Zurück auf der Insel, bestimmt er die GPS-Position und kontaktiert die Küstenwache, die sein Banana-Boot tatsächlich wieder einfängt und dem dankbaren Eigentümer zurückbringt.

Da hatte ich Riesenglück und hätte im Grunde ein paar Strafrunden drehen müssen.

Mittlerweile ist Lenz 55 Tage unterwegs, und seine Risikobereitschaft wächst. Er überquert jetzt größere Wasserflächen fernab vom Land auf dem kürzesten Weg. Nach der Rundung der Halbinsel Tulliniemi, dem südlichsten Punkt des finnischen Festlands, geht es ostwärts. Die Tage werden bereits merklich kürzer. Vor Helsinki übersteht das Boot eine weitere, nervenaufreibende Etappe mit hohen Wellen. Wieder geht es gut, und zur Belohnung gibt es ein Selfie vor der Stadt­silhouette der finnischen Hauptstadt. Für Paul Lenz „der emotionale Höhepunkt der gesamten Reise“.

  Das winzige Boot in den Schären. Lenz nutzt unterwegs auch eine Drohne, um sich einen Überblick zu verschaffenFoto: Paul Lenz
Das winzige Boot in den Schären. Lenz nutzt unterwegs auch eine Drohne, um sich einen Überblick zu verschaffen

Am nächsten Tag segelt er seiner Havarie entgegen. Wind und Wellen fordern seine gesamte Konzentration, sodass er nicht dazu kommt, die Seekarte ordentlich zu studieren. So fährt er blindlings in das Untiefengebiet und sieht sich unversehens von „Brechern umzingelt“. Es kommt zur folgenschweren Kenterung.

Als ich mich an Land gerettet hatte, war ich völlig niedergeschlagen. Auf Socken machte ich mich auf die Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Mit etwas Glück fand ich ein unverschlossenes Sommerhaus, in dem es Heizung, ein gemachtes Bett und Zutaten für eine heiße Suppe gab. Fast zu schön, um wahr zu sein!

Am nächsten Tag schreibt er einen Brief mit seinen Kontaktdaten und dem Versprechen, für alles aufzukommen. Dann leiht er sich noch ein Paar Stiefel aus und begibt sich auf die Suche nach Einheimischen.

Die sind schnell gefunden und verständigen auch gleich die Küstenwache, die Lenz mit einem Patrouillenboot abholt. Nach einer ergebnislosen Suche nach seinem Boot wird Lenz auf dem Festland abgesetzt, wo ihn ein Taxi direkt zum Flughafen Helsinki bringt. Personalausweis und Kreditkarte hatte er immer am Mann getragen, sodass er einen Flug nach Deutschland buchen kann. Am selben Nachmittag ist er wieder in der Heimat.

Ich war zutiefst betrübt über das abrupte Ende meiner Reise so kurz vor dem Ziel!

Doch dann, zwei Tage später, die große Überraschung: Post von der finnischen Küstenwache. Sein Boot ist gefunden und liegt zur Abholung bereit.

  Lenz mit seinem Boot in Tornio vor dem Start seiner Reise. Da ahnte er noch nicht, was alles auf ihn zukommen würdeFoto: Paul Lenz
Lenz mit seinem Boot in Tornio vor dem Start seiner Reise. Da ahnte er noch nicht, was alles auf ihn zukommen würde

Lenz fackelt nicht lange, leiht sich Mast und Segel von einem befreundeten Banana-Boot-Besitzer – diese Teile waren verloren gegangen – und fährt zurück nach Finnland. Dort repariert er es notdürftig, um seinen Höhepunkt der Reise vor der Kulisse Helsinkis nachzustellen. Von dem wasserdichten Sack mit Notebook, Drohne und Speicherkarten fehlt jedoch jede Spur. Ein Großteil seiner Reisedokumentation scheint somit für immer verloren.

Mit dem ramponierten Faltboot geht es schließlich wieder nach Deutschland, wo Lenz es im Laufe des Winters vollends repariert. Mehr noch: Er will zurück, sein Vorhaben zu einem guten Ende bringen. Also macht er im Sommer 2020 da weiter, wo er im Jahr zuvor hatte aufgeben müssen.

Vorher jedoch will er die abhanden­gekommene Ausrüstung ausfindig machen. Zu diesem Zweck konstruiert er einen mit einer wasserdichten Videokamera ausgestatteten Katamaran. Den lässt er an dem vermuteten Ort der Kenterung zu Wasser und sucht akribisch den Grund ab. Doch das Unterfangen bleibt ohne Erfolg. Die Algenblüte hat eingesetzt, das Wasser ist zu stark eingetrübt. Auch mehrfache Schnorchelgänge bleiben ergebnislos.

  Von Tornio an der schwedisch-finnischen Grenze im hohen Norden bis nach Hella an der Grenze zu Russland im Südosten segelt Lenz mit seinem Banana-Boot. In 80 Tagen lässt er dabei 829 Seemeilen im KielwasserFoto: YACHT
Von Tornio an der schwedisch-finnischen Grenze im hohen Norden bis nach Hella an der Grenze zu Russland im Südosten segelt Lenz mit seinem Banana-Boot. In 80 Tagen lässt er dabei 829 Seemeilen im Kielwasser

„Ich gab schließlich die Hoffnung auf, meine Sachen noch zu finden, und richtete den Blick stattdessen nach vorn auf das letzte Teilstück bis zur Grenze“, erzählt Lenz. Entlang der Grenzzone zu Russland geht es die letzten Kilometer durch ein unübersichtliches Revier. Nur mit Hilfe einer neuen Drohne, die er angeschafft hat und die ihm einen Überblick aus der Luft verschafft, findet er schließlich sein Ziel.

Nach nochmals aufregenden elf Tagen, am 3. August 2020, ist die Grenze bei Hella erreicht. 829 Seemeilen hat Paul Lenz in 80 Segeltagen mit seinem Banana-Boot absolviert – eine starke Leistung eines Mannes, der sich selbst als Landratte beschreibt.

Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende: 20 Monate nach der Kenterung wird tatsächlich in Finnland ein Sack mit seiner verloren gegangenen Ausrüstung gefunden. Drohne und Festplatte sind zerstört, doch die Speicherkarten mit all seinen Fotos und Videos haben zwei finnische Winter überlebt – einfach unglaublich!

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