33. Mare NostrumMelwin Finks Neubau besteht ersten Test mit Bravour

Tatjana Pokorny

 · 02.09.2022

33. Mare Nostrum: Melwin Finks Neubau besteht ersten Test mit Bravour
Melwin Fink und Hendrik Lenz im 33. Mare Nostrum

Die Neubau-Odyssee von Melwin Fink scheint beendet: Nach Havarie, dramatischer Helikopterbergung und Totalverlust seines ersten neuen Vector-Minis im April hatte der 20-jährige Soloskipper einen weiteren Neubau geordert. Der Blitzbestellung und dem schnellem Ausbau im Sommer folgte jetzt die erste Regattateilnahme. Mit Platz fünf im 33. Mare Nostrum hat das Boot seinen ersten Regattatest mit Bravour bestanden

Er ist wieder da: Melwin Fink hat die erste Regatta mit seinem neuen Vector-Mini erfolgreich absolviert. Nach der Havarie mit dem vorherigen Vector-Neubau im April dieses Jahres, der dramatischen Helikopterbergung der Crew vor Mallorca und der Feststellung des Totalschadens hatte der erst 20-jährige Mini-Transat-Dritte von 2021 einen weiteren Neubau in Auftrag gegeben. Nach Blitzlieferung, schnellem Ausbau in der heimischen Halle in Bad Salzuflen und dem eiligen Transport nach Spanien hat Fink jetzt an der Seite von Segelfreund Hendrik Lenz aus Bremen das 33. Mare Nostrum ohne technische Probleme erfolgreich absolviert.

Verlagssonderveröffentlichung
Die „Mare Nostrum“-Crew mit Skipper Melwin Fink und Hendrik Lorenz (r.)Foto: Melwin Fink Racing
Die „Mare Nostrum“-Crew mit Skipper Melwin Fink und Hendrik Lorenz (r.)

Melwin Fink: „Das neue Boot ist schnell!“

Der Jurastudent aus Bad Salzuflen sagte: „Es war ein sehr hartes Rennen mit jeder Menge Neustarts. Deshalb sind wir superglücklich, die Leichtwindschlacht noch so erfolgreich abgeschlossen zu haben. Mein neues Boot hat den Härtetest mit Bravour bestanden.“ Die Balearen-Rallye hat traditionell der im Start- und Zielhafen bei Barcelona ansässige katalanische Club Nàutic Garraf ausgerichtet. Sie führte 33 Protos und Serienboote über 500 Seemeilen durch die Inselwelt der Balearen. Wie sich die immer wiederkehrende Flautentortur zwischendurch anfühlte, erzählt Melwin Fink in diesem Clip während des Rennens zum Mitleiden. Sein Hinweis dazu: „Die Nerven lagen blank. Bitte mit Humor nehmen!“

Das Podium hat die Zweihandcrew Fink/Lenz auf dem nach Melwin Finks Großmüttern benannten Mini „Karin Monika“ knapp verpasst. Melwin Fink zog mit einem weinenden und einem lachenden Auge Bilanz: „Vor uns sind Boote ins Ziel gekommen, die 60 Seemeilen hinter uns waren, als wir schon bei Ibiza segelten und sie Cabrera passierten. Dazu haben die Neustarts im Rennen bei teilweise sehr leichten Winden geführt. Am Ende sind wir doch sehr glücklich über das gute Ergebnis.“ Noch glücklicher ist Fink darüber, dass sein Boot nach nur 50 Testmeilen vor dem ersten Regattastart im Rennen einen starken Eindruck gemacht hat. „Es ging beim Start gleich in 20 Knoten Wind zur Sache. Alle sind weggeprescht. Und wir dann natürlich auch. Es ist ein gutes Gefühl, das neue Boot schon so treten zu können. Es ist schnell, das konnten wir in den Bedingungen schon sehen.“ Hier geht’s zum Abschlussvideo vom Rennen aus Sicht von Melwin Fink.

Mit diesem neuen Mini wollte Melwin Fink ursprünglich am Mini-Transat 2023 teilnehmen. Mit dem Totalverlust verlor der junge Skipper nach der Havarie im April vor Mallorca auch den Startplatz, der in der Mini-Klasse stets mit dem Boot und nicht mit dem Skipper verbunden istFoto: Melwin Fink Racing
Mit diesem neuen Mini wollte Melwin Fink ursprünglich am Mini-Transat 2023 teilnehmen. Mit dem Totalverlust verlor der junge Skipper nach der Havarie im April vor Mallorca auch den Startplatz, der in der Mini-Klasse stets mit dem Boot und nicht mit dem Skipper verbunden ist

Der Kampf um die Mini-Trans-Teilnahme dauert an

Mit dem absolvierten Mare Nostrum hat sich Fink die ersten 500 Seemeilen für sein Mini-Transat-Qualifikationskonto verdient. Ab 16. September steht das nächste 300-Seemeilen-Rennen von Barcelona aus an. Im März 2023 sollen die erforderlichen Seemeilen nach zwei weiteren Regatten beisammen sein. Dann könnte Fink von der Warteliste, auf der er sich nach dem Verlust seines ersten Bootes wieder einreihen muss, ins Hauptfeld der Anwärter rücken. Sodann kann er melden und hoffen, einen der Startplätze zu bekommen. „Das Bangen hält an, es bleibt schwierig. Aber ich will das unbedingt schaffen“, sagt der junge Solist vom Schaumburg Lippischen Seglerverein kämpferisch, „das gelungene Mare Nostrum hat mich jetzt noch einmal richtig angetickt. Ich weiß jetzt, dass wir ein gutes Boot gebaut haben. Auch die neuen North-Segel passen. Alles funktioniert, was ich im zweiten Durchgang noch einmal optimiert gebastelt habe. Es kann also weitergehen!“ Hier geht es zu Melwin Finks Homepage.

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