2023 war das windreichste Jahr seit 2007. Das geht aus einer Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor. Wollten Segler davon profitieren, mussten sie ihre Yachten allerdings vor allem in der kalten Jahreszeit bewegen. Denn insbesondere in den Monaten Januar, November und Dezember lagen die Windgeschwindigkeiten im vergangenen Jahr deutlich über dem vieljährigen Durchschnitt.
2021 hatte die deutschlandweit gemittelte Windgeschwindigkeit in 100 m Höhe einen Tiefpunkt erreicht und war seitdem wieder kontinuierlich angestiegen. 2023 lag sie dann bei 6 m/s also bei knapp 12 Knoten. Die Statistik des DWD beginnt im Jahr 1950, ein Trend deutlich hin zu mehr oder weniger Wind in Deutschland ist darin aber nicht erkennbar.
Bei den Temperaturen sieht das anders aus. 2023 war weltweit und in Deutschland das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Jahresmitteltemperatur lag bei 10,6 Grad Celsius und stellte damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018 (10,5 °C) ein. “Das ist bemerkenswert, weil der Sommer 2023 nicht durch besonders viele Hitzewellen auffiel”, kommentiert Dr. Andreas Becker, Leiter Klimaüberwachung des DWD. Der Rekord sei vor allem durch einen extrem milden Winter und einen überdurchschnittlich warmen Herbst mit einem Rekord-September zu erklären. Der lineare Anstieg der Jahresmitteltemperatur seit 1881 hat sich dadurch um 0,1 Grad auf nun 1,8 Grad erhöht.
Die steigenden Emissionen von Treibhausgasen sind nach wie vor die Hauptursache für den Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung der Atmosphäre und Ozeane. Die Konzentration dieser Gase erreichte 2023 neue Rekordwerte. “Der Klimawandel geht immer noch ungebremst weiter”, so Becker. Das dekadische Klimavorhersagesystem des DWD prognostiziert für das Jahr 2024 und die kommenden Jahre weltweit weiter steigende Temperaturen über vielen Ozean- und Landflächen. In den meisten Regionen Deutschlands besteht eine moderate Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen im Jahr 2024 im Vergleich zum Referenz-Zeitraum von 1991 bis 2020 wärmer sein werden.
Bis zum Ende des Jahrhunderts wird sich laut DWD nicht nur das Jahresmittel der Temperatur deutschlandweit voraussichtlich um etwa 2 °C bis 4 °C erhöhen, sondern es müsse gleichzeitig auch mit länger andauernden Hitzewellen oder einer steigenden Anzahl sogenannter Tropennächte, also von Nächten mit einer Tiefsttemperatur von mindestens 20 °C gerechnet werden. Eine noch stärker spürbare Folge des Klimawandels dürfte langfristig allerdings die erwartete Zunahme von Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder der verheerenden Ostsee-Sturmflut im Herbst 2023 sein.

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