Heiße Nordsee, höhere PegelBSH meldet neue Rekordwerte

YACHT

 · 23.09.2026

Heiße Nordsee, höhere Pegel: BSH meldet neue RekordwerteFoto: YACHT-Archiv
Ostseewellen überfluteten die am Strand in Schilksee aufgestellten Strandkörbe.
Beim Extrem-Wetter-Kongress in Hamburg hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) neue Daten zur Erwärmung von Nord- und Ostsee vorgestellt. Die Nordsee erreichte 2025 einen Temperaturrekord. Gleichzeitig zeigen Klimasimulationen: Hohe Wasserstände, die heute als extrem gelten, könnten an der Deutschen Bucht künftig deutlich häufiger erreicht werden.

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Die mittlere Oberflächentemperatur der Nordsee lag 2025 bei 11,6 Grad Celsius – so hoch wie nie in der BSH-Messreihe. Auch die Ostsee zählte zu den wärmsten Jahren ihrer Reihe. Das geht aus Informationen hervor, die das BSH beim Extrem-Wetter-Kongress am 23. und 24. September in Hamburg vorstellt. Demnach beschränkte sich die Erwärmung nicht auf die Oberfläche: Der Wärmeinhalt der Nordsee erreichte ebenfalls einen Höchstwert. Er beschreibt, wie viel Wärme das Meer vom Oberflächenwasser bis zum Boden speichert.

Die monatlichen Temperaturreihen des BSH machen deutlich, dass es sich dabei nicht um eine kurzfristige Abweichung handelt. Nord- und Ostsee haben sich über lange Zeiträume erwärmt. Die Folgen reichen von veränderten Lebensräumen bis zur Belastung der Küsteninfrastruktur.

Sommer 2026: Viele Hitzewellentage vor Helgoland

Und nicht nur 2025 war besonders. Die hohen Werte setzten sich 2026 fort. Nach einem außergewöhnlich warmen Frühjahr lagen die Temperaturen in Nord- und Ostsee auch im Sommer deutlich über dem langjährigen Mittel. Besonders auffällig war die Station Helgoland-RM: Bis Anfang September registrierte das BSH dort 66 Tage mit marinen Hitzewellen.

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Als marine Hitzewelle gelten Phasen von mindestens fünf Tagen, in denen die Wassertemperatur an einem Ort für die jeweilige Jahreszeit ungewöhnlich hoch liegt. Solche Ereignisse zeigen, was Jahres- und Sommermittel allein nicht abbilden: Auch wenn ein Durchschnittswert nur begrenzt abweicht, können einzelne Seegebiete über längere Zeit stark belastet sein.

Die Sommerbilanz für Nord- und Ostsee zeigt diese regionalen Unterschiede. Für die Meeresumwelt kann die zusätzliche Wärme Folgen haben. Lebensräume und Nahrungsketten verändern sich, wärmeliebende Arten können sich ausbreiten. Zudem steigen die Risiken für Algenblüten und Sauerstoffmangel.

Der starke Eiswinter 2025/26 steht dazu nicht im Widerspruch. Eisbildung wird vor allem von der jeweiligen Wetterlage bestimmt, etwa von Frostphasen und östlichen Winden. Für die klimatische Einordnung sind langjährige Messreihen ausschlaggebend, nicht einzelne kalte Winter.

Meeresspiegelanstieg erhöht die Ausgangshöhe

Neben der Erwärmung ist der Meeresspiegelanstieg für die Küsten besonders relevant. An den Pegeln Cuxhaven und Warnemünde lässt er sich bereits messen. Sturmfluten bauen dadurch auf einem höheren mittleren Wasserstand auf. Bei vergleichbarer Wind- und Tidekonstellation können deshalb künftig höhere Pegel erreicht werden.

Wie stark der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts steigt, hängt von den Klimaszenarien ab. Für die Frage nach Extremwasserständen ist jedoch nicht nur der Mittelwert wichtig. Auch Windrichtung, Sturmstärke, Tide und regionale Besonderheiten bestimmen, wie kritisch eine Lage an der Küste oder in einem Hafen wird.

Extremwasserstände könnten häufiger werden

Klimasimulationen des BSH und der Universität Hamburg deuten darauf hin, dass heutige Extremwasserstände in der Deutschen Bucht bis zum Jahr 2100 drei- bis fünfmal häufiger auftreten könnten. Das heißt nicht, dass alle Sturmfluten pauschal fünfmal häufiger werden. Die Projektion beschreibt vielmehr, wie oft bestimmte hohe Wasserstände künftig erreicht werden könnten.

Für Segler und Hafenbetreiber ergibt sich daraus kein fester Wert für einen einzelnen Liegeplatz. Die Simulationen liefern keine konkrete Prognose für einzelne Marinas oder Sportboothäfen. Sie unterstreichen aber, dass Wetter- und Wasserstandsinformationen, die Einschätzung von Liegeplätzen sowie die Törnplanung bei auflandigem Wind weiter an Bedeutung gewinnen.

Mehr Infos zum Extrem-Wetter-Kongress finden Sie hier.


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