NavigationNavigations-App Aqua Map integriert Nachrichten für Seefahrer – Deutschland fehlt

Hauke Schmidt

 · 10.06.2026

Der gesperrte Bereich rund um die Mole in Söby erscheint direkt in der Seekarte.
Foto: Screenshot Aqua map
​Die Navigations-App Aqua Map integriert ab sofort offizielle Nachrichten für Seefahrer direkt in die Kartenanzeige. Das neue Feature "Navigational Information" zeigt vertriebene Tonnen, temporären Sperrgebieten und neu entdeckten Gefahren. Verfügbar ist die Funktion bislang für Dänemark, Frankreich, die USA und Kanada. Für deutsche Gewässer gibt es noch keine Datenintegration.

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Die Herausforderung für Segler: Seekarten zeigen den Zustand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Tonnen können vertreiben, Leuchtfeuer fallen aus, Baustellen entstehen, Sperrgebiete werden eingerichtet – all das erfasst die Karte nicht. Bislang mussten Skipper diese Informationen mühsam aus verschiedenen Quellen zusammensuchen: als Nachrichten für Seefahrer auf Behörden-Websites, PDF-Bulletins, oder über separate Apps. Die Navigationsapp Aqua Map integriert diese kritischen Sicherheitsinformationen nun direkt in die Navigation. Änderungen an Seezeichen, neu entdeckte Gefahren, temporäre Hindernisse, Sperrgebiete und aktive maritime Operationen werden als standardisierte Symbole auf der Karte markiert.

Dänemark und Frankreich im Fokus – Deutschland fehlt

Die App bezieht die Daten von den zuständigen Seefahrtsbehörden. In Dänemark beispielsweise dem Søfartsstyrelsen. Frankreich wird über PING (Plateforme d'Information Nautique Géographique) abgedeckt, dem offiziellen französischen Dienst für nautische Informationen. Die Abdeckung umfasst das französische Festland, die Antillen, Französisch-Guayana und den Nordostatlantik (NAVAREA II).

Für deutsche Gewässer – Nord- und Ostsee sowie Binnenreviere – gibt es hingegen noch keine Integration der Nachrichten für Seefahrer des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Deutsche Segler müssen diese Informationen weiterhin separat auf der BSH-Website abrufen. Zusätzlich zur nordeuropäischen Abdeckung werden auch die USA (Local Notices to Mariners der Coast Guard) und Kanada (NAVWARNs der Canadian Coast Guard) unterstützt.

Bedienung und Updates

Nach Aktivierung in den Einstellungen der Navigationsapp erscheinen relevante Warnungen und Hinweise als Overlays auf der Karte, markiert mit standardisierten Symbolen und Farbcodierungen. Ein Antippen zeigt den vollständigen Text der Warnung inklusive ausstellender Behörde, Gültigkeitsdaten, geografische Koordinaten und empfohlene Maßnahmen. Das System aktualisiert automatisch bei Internetverbindung, lädt neue Meldungen herunter und entfernt abgelaufene. Für Offshore-Passagen oder Gebiete mit eingeschränkter Konnektivität werden Meldungen lokal zwischengespeichert.

Die Funktion ist Teil der Advanced Tools-Subscription von Aqua Map. Nutzer können zwischen zwei Tarifen wählen: Expert (enthält nur Pro-Features ohne lokale Daten) und Master (enthält Pro-Features plus lokale Daten inklusive Navigational Information). Die Preise liegen bei 14,99 Euro pro Jahr für Expert und 24,99 Euro pro Jahr für Master, können aber je nach Währung und Region leicht variieren. Ein 14-tägiger kostenloser Testzeitraum steht zur Verfügung. Wichtig: Die Advanced Tools-Subscription setzt eine aktive Seekarten-Subscription für die entsprechende Region voraus.

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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