Dass die Katamarane nun ihren Kurs beibehalten können, mache für es alle Beteiligten berechenbarer und vermeide „unklare Fahrsituationen“, erklärt Katamaran-Geschäftsführer Christoph Witte, der aber gleichzeitig zusichert: „Unsere Kapitäne werden selbstverständlich weiterhin umsichtig und rücksichtsvoll fahren.“
Künftig dürfen die Katamarane auf der gesamten Strecke den „grünen Ball“, das Vorfahrtzeichen auf dem See, setzen. Bisher war die Vorfahrt nur bei der Anfahrt und innerhalb der Häfen Konstanz und Friedrichshafen gegeben. „Es ist für alle Wassersporttreibenden jetzt klar erkennbar, dass der Katamaran nun auf der gesamten Strecke Vorrang hat“, schreibt die Untere Wasserbehörde in ihrer Begründung. Dies trage zur Klarheit bei und erhöhe die Sicherheit und die Leichtigkeit des Schiffsverkehrs.
„Es ist uns wichtig zu betonen, dass das schon bisher gute und partnerschaftliche Miteinander auf dem See von Katamaran-Schifffahrt, Fischerei und Freizeitnutzern durch die neue Erlaubnis nicht beeinträchtigt wird“, erklärt Katamaran-Geschäftsführer Christoph Witte weiter. Die Sicherheit und die Rücksichtnahme hätten für die Betreiber der Katamaran-Fähren stets den Vorrang, das werde auch mit dem “Grünen Ball” nicht anders sein. Die Entscheidung der Wasserbehörde ermögliche jedoch einen eindeutig definierten und verlässlichen Fahrkorridor und damit auch eine größere Berechenbarkeit des Kurses. Die neue Vorfahrt-Regelung gilt zunächst für zehn Jahre, und sie enthält eine Testphase von drei Jahren. Für Berufsfischer ist eine Ausnahme vorgesehen. Hier müssen die Katamarane unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin weiträumig ausweichen.
Die Neuregelung der Sicherheitsauflagen für den Betrieb der Fährverbindung zwischen Konstanz und Friedrichshafen ist im Nachgang eines folgenschweren Unglücks auf dem Bodensee lange erwartet worden. Im August 2016 kam es zu einem verheerenden Unfall zwischen der Katamaranfähre “Constanze” und der Segelyacht eines Konstanzer Segler-Ehepaars. Bei der heftigen Kollision wurde der Rumpf der Zehn-Meter-Yacht vom Typ Faurby 330 förmlich aufgeschlitzt. Das Schiff ist in nur wenigen Minuten gesunken. Nur mit viel Glück haben die Eigner das Unglück unbeschadet überstanden. YACHT online hatte damals über das Unglück berichtet.

Redakteur Test & Technik