Zwischen den Weiten des Indischen und Pazifischen Ozeans liegt die Inselwelt Südostasiens. Wie ein Riegel ziehen sie sich nahe des Äquators von Malaysia im Westen bis nach Papua-Neuguinea im Osten. Wer auf eigenem Kiel unterwegs ist, wird in den meisten Fällen einen Weg durch die Region wählen. Über Nebenmeere wir die Arafurasee, die Javasee, die Celebessee, die Andamanensee oder das Südchinesische Meer.
Alle Routen haben eines gemein: Sie treffen in einem Nadelöhr zusammen - der Straße von Malakka. So heißt der knapp 1.000 Kilometer (oder rund 500 Seemeilen) lange Sund, der die zu Indonesien gehörende Insel Sumatra von der Malaiischen Halbinsel trennt. Das bedeutet, dass auch ein Großteil des weltweiten Seehandels diese Engstelle passieren muss. Und dann ist da noch der übrige Verkehr, besonders bei Nacht. Wie viel Platz bleibt das für eine Segelyacht?
Der schmalste Teil der Strecke wird von den beiden Millionenmetropolen Kuala Lumpur und Singapur begrenzt. Auf den rund 180 Seemeilen zwischen den beiden Hafenstädten ist die Straße von Malakka durchschnittlich nicht breiter als 30 bis 40 Seemeilen. Dieser Abschnitt ist es auch, in dem sich der Schiffsverkehr auf der Route zwischen Ostasien, Indien und Europa bündelt. Ein wahrhaft spannendes Revier für eine Segelyacht!
Von November bis März herrscht der Nordost-Monsun mit Regen, Gewittern und häufig schlechter Sicht, von Mai bis September Südwest-Monsun mit besseren Bedingungen. Heftige regionale Gewitterstürme, die häufig über Sumatra entstehen, sind immer möglich.
Sehr viel Großschifffahrt ist unterwegs. Für sie sind zwischen Kuala Lumpur und Singapur mehrere aufeinander folgende Verkehrstrennungsgebiete ausgewiesen. Die Navigation ist daher anspruchsvoll, die erhältlichen amtlichen Seekarten sind jedoch recht genau.
Nachts ist die Fahrt aufgrund der zahlreichen, weitgehend ungewöhnlich oder sogar unbeleuchteten Fischereifahrzeuge teilweise extrem herausfordernd. Auch über AIS verfügen diese Fahrzeuge nur selten. Sehr küstennah zu navigieren ist aufgrund der Stellnetze nicht zu empfehlen.
Piraterie ist hingegen kein Thema mehr im Revier. Stellnetze, großes Treibgut und unbeleuchtete Fischer sind Hauptgefahren.

Ressortleiter Reise
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