Jill Grigoleit
· 08.10.2026
Der Aktionsplan für flache Meeresgebiete der Balearen befindet sich noch im Verfahren. Die öffentliche Beteiligung lief vom 10. bis 30. September 2026. Am 5. Oktober veröffentlichten zwölf Umweltverbände ihre gemeinsamen Einwände gegen den Entwurf. Sie begrüßen den grundsätzlichen Ansatz, halten die vorgesehenen Schritte aber ohne verbindliche Umsetzungsvorgaben für unzureichend.
Die Organisationen fordern einen konkreten Maßnahmenkatalog, einen Zeitplan und eine finanzielle Zusage. Zunächst soll eine Bestandsaufnahme zeigen, in welchem ökologischen Zustand die flachen Küstengewässer sind und welchen Belastungen sie ausgesetzt sind. Auch die Kriterien für ihre Erfassung sollen festgelegt werden.
Beim Monitoring wollen die Verbände über die bisher genannten Lebensräume hinausgehen. Untersucht werden sollen unter anderem Seegrasbestände, Algengemeinschaften, die Mittelmeer-Koralle Cladocora caespitosa, Seeigel, Steckmuscheln sowie Seepferdchen und Seenadeln. Auch die Wasserqualität soll regelmäßig geprüft werden. Die Stellungnahme der beteiligten Naturschutzorganisationen verlangt zudem mehr Beteiligung der Verbände in der geplanten Beratungskommission.
Für Segler ist vor allem die künftige Regelung von Ankerplätzen relevant. Der Entwurf sieht bereits vor, Ankerplätze und Fahrtgeschwindigkeiten in sensiblen Gebieten zu überprüfen. Die Verbände verlangen nun vor allem, festzulegen, wann und wie daraus Maßnahmen werden. Es geht also um die Umsetzung vorhandener Planungsansätze, nicht um ein mit den Einwänden unmittelbar wirksam gewordenes Anker- oder Fahrverbot.
Wie unterschiedlich die Lage vor Ort sein kann, zeigt die geplante Regulierung des Ankerns vor Pollença. Dort wird ein Bojenfeld vorbereitet; ein Termin für die Inbetriebnahme stand bei der bisherigen Planung noch nicht fest. Für den inselweiten Aktionsplan betonte die Balearen-Regierung bei dessen Vorstellung, dass Maßnahmen an das jeweilige Gebiet angepasst werden sollen. Daraus sollen nicht automatisch flächendeckende neue Verbote entstehen.
Die Verbände sehen außerdem Handlungsbedarf bei belasteten Einleitungen aus Werft- und Aufslippbereichen sowie bei der Abwasserentsorgung. Geschädigte Lebensräume sollen gezielt wiederhergestellt werden. Ob und in welcher Form die Regierung diese Vorschläge übernimmt, ist noch offen.
Welche Regeln zum Ankern in empfindlichen Balearen-Buchten wären aus Ihrer Sicht wirksam und zugleich in der Praxis gut umsetzbar?

Redakteurin Reise
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