MallorcaAnkern vor Pollença soll reguliert werden

Jill Grigoleit

 · 15.09.2026

Mallorca: Ankern vor Pollença soll reguliert werdenFoto: iStock / M-Production
Die Bucht von Pollença im Nordosten Mallorcas ist in der Hochsaison stark frequentiert.

Die Bucht von Pollença auf Mallorca soll ein reguliertes Bojenfeld bekommen. Damit will die Balearen-Regierung das Ankern in dem stark frequentierten Revier ordnen und sensible Küstenbereiche besser schützen. Unterdessen werden auch auf den anderen Baleraren-Inseln weitere Bojenfelder vorbereitet.

​In der Bucht von Pollença auf Mallorca soll ein neues reguliertes Bojenfeld entstehen. Die zuständige Hafenbehörde PortsIB will dafür zunächst die technische Planung ausschreiben. Anschließend soll das Projekt dem spanischen Umweltministerium vorgelegt werden, um die erforderliche Übertragung der Wasserfläche zu beantragen. Einen konkreten Termin für die Inbetriebnahme gibt es noch nicht.

Vorgesehen ist der Bereich zwischen La Gola und dem Militärflugplatz. Dort soll das Bojenfeld künftig die derzeit ungeregelten Ankerplätze ordnen. Nach Angaben der Balearen-Regierung ist das Gebiet während der Sommermonate besonders stark durch die Freizeitschifffahrt belastet.

Ankerlieger dicht an dich zwischen La Gola und dem Militärflugplatz auf einem Satellitenbild von Google MapsFoto: 2026 Airbus, Maxar Technologies, Kartendaten; 2026 Inst. Geogr. Nacional, GoogleAnkerlieger dicht an dich zwischen La Gola und dem Militärflugplatz auf einem Satellitenbild von Google Maps

Drei neue Projekte auf Mallorca geplant

Pollença ist dabei nicht das einzige Revier, in dem PortsIB die Ankerplätze neu ordnen will. Die Behörde plant parallel Erweiterungen der Bojenfelder in Pollença, Sóller und Colònia de Sant Jordi. Die drei Projekte sollen gemeinsam weiterverfolgt und ausgeschrieben werden.

Der Handlungsdruck zeigte sich auch bei den Kontrollen in diesem Sommer. Im Küstenbereich von Pollença, Formentor und Es Barcarès wurden zwölf Kontrolltage mit insgesamt 230 Überprüfungen durchgeführt. Allein beim Thema Ankern gab es 154 Kontrollen. Bei fünf Einsätzen zum Schutz der Posidonia-Seegraswiesen wurden 79 weitere Überprüfungen vorgenommen; dabei wurden zwei Verstöße wegen Ankerns auf Posidonia festgestellt.

Weitere Bojenfelder auf den Balearen

Auch über Pollença hinaus wird das System ausgebaut. Nach aktuellem Stand sollen im kommenden Sommer vier weitere Bojenfelder mit besonders schonenden Verankerungssystemen in Betrieb gehen: eines auf Menorca bei der Illa de l’Aire sowie drei auf Ibiza bei Porroig, Cala d’Hort und Talamanca. Zusätzlich hat das spanische Umweltministerium die Umsetzung weiterer acht Projekte – zwei auf Mallorca und sechs auf Ibiza – übertragen. Diese sollen allerdings nicht mehr bis zum kommenden Sommer fertig werden.

Für die Planung solcher Anlagen gelten inzwischen auch strengere landesweite Vorgaben. Ein im März 2026 erlassenes spanisches Dekret verbietet grundsätzlich das Ankern auf Seegraswiesen von Posidonia oceanica und Cymodocea nodosa. Zulässig sind dort nur genehmigte, besonders schonende Ankersysteme wie Einzelbojen oder Bojenfelder. Bei neuen Anlagen müssen unter anderem Standort, Zahl und Verteilung der Bojen sowie die Belastungsgrenze des jeweiligen Gebiets untersucht werden.

Balearen planen weitergehende Regeln

Die Entwicklung in Pollença steht zudem im Zusammenhang mit einem größeren Vorhaben der Balearen-Regierung. Seit dem 10. September läuft die öffentliche Anhörung für einen Aktionsplan zum Schutz der flachen Meeresgebiete der Inseln. Darin geht es nicht nur um Posidonia, sondern auch um weitere empfindliche Lebensräume wie Cymodocea nodosa, Zostera noltii und bestimmte Algengemeinschaften.

Für die Sportschifffahrt besonders relevant sind die vorgesehenen Maßnahmen zur Steuerung der Belastung: Geplant sind unter anderem eine Überprüfung bestehender Ankerplätze, mögliche Geschwindigkeitsregelungen in flachen Gewässern sowie Untersuchungen zur Kapazitätsgrenze von Buchten. Nach Angaben der Regierung sollen daraus allerdings nicht automatisch flächendeckende neue Verbote entstehen; die Maßnahmen sollen jeweils an die Bedingungen des einzelnen Gebiets angepasst werden.

Damit dürfte auch die Bucht von Pollença künftig stärker reguliert werden. Wann dort tatsächlich die ersten Bojen gesetzt werden und wie viele Liegeplätze entstehen, ist derzeit allerdings noch offen.


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Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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