NiederlandeVon Zeeland zur Waddenzee – über IJmuiden nach Amsterdam

Jörg Müller-Dünow

 · 12.05.2026

Niederlande: Von Zeeland zur Waddenzee – über IJmuiden nach AmsterdamFoto: Jörg Müller-Dünow
Zwei der modernen Landmarken Amsterdam auf dem Nordufer des IJ: Das Eye Filmmuseum und der A’DAM-Turm mit Aussichsebene.
Auf einem Törn vom Süden in den Norden der Niederlande bekommen man viel Abwechslung geboten. Teil 1/5: Von Bruinisse über IJmuiden und den Nordzeekanaal nach Amsterdam.

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​Na, geht’s wieder nach Vlieland?“ Für die Stegnachbarn im Heimathafen Bruinisse ist unser Sommerritual ein Running Gag, der oft mit Kopfschütteln quittiert wird. Tatsächlich wirken die 125 Meilen von der Oosterschelde bis zur Watteninsel erst mal ganz schön lang.

In den letzten sieben Sommern haben wir die An- und Abreise auf jede denkbare Art gestaltet: in 22 Stunden nonstop. Durch die Staande Mastroute. Mal mit Pausen in Scheveningen oder IJmuiden und noch öfter durch Nordzeekanaal und IJsselmeer.

Viele Routen führen in den Norden

Die Auswahl an Routen ist so groß, dass der Törn bei den meisten Sommerwetterlagen keine besondere Herausforderung darstellt. Diesmal haben wir die Runde um Noord-Holland geplant: Die Nordsee rauf, durch den Nordzeekanaal ins Markermeer, via Kornwerderzand zu den Inseln. Dann über die Nordsee zurück – außenrum.

Wir starten Donnerstagabend in Bruinisse. Mit dem letzten Licht und der Hilfe der Ebbe sind wir drei Stunden später in der Roompot Marina gegen über der Seeschleuse. Im Supermarkt des Ferienparks versorgen wir uns am Morgen noch mit frischem Obst und sind kurz später auf See. Den verlockenden Tag am Oosterschelde-Strand opfern wir zugunsten der Aussicht auf „echten“ Nordseesand.

IJmuiden: etwas in die Jahre gekommen

Wir planen die Route nordwärts so, dass während der 45 Meilen möglichst lange der Strom mitläuft, vor allem vor der Maasmündung, die nach rund 33 Seemeilen gekreuzt wird. Doch angesichts der Wetterprognose entscheiden wir schon auf dem ersten Schlag, Scheveningen rechts liegen zu lassen bis zur Rückreise. Stattdessen direkt 68 Meilen bis zur Seaport Marina IJmuiden.

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Die ist etwas in die Jahre gekommen, aber im letzten Seehafen vor Den Helder liegt man geschützt. Der Strand ist schön, weitläufig und dank zahlreicher Bars und Restaurants auch gesellig. Der Blick nach Nordosten wird aber von der Industriekulisse des großen Stahlwerks geprägt. Südlich der weltgrößten Seeschleuse wechseln wir vom Salz- ins Brackwasser. Im Nordzeekanaal, der durch Amsterdam führt, darf gesegelt werden, sofern der Motor startklar ist.

Endlose Möglichkeiten in Amsterdam

Zwölf Seemeilen später erreichen wir die Amsterdam Marina. Rundherum ist in den letzten Jahren auf dem Gebiet der ehemaligen NDSM-Werft ein neues Viertel entstanden. Wohnhäuser, Büros, postindustrielle Kreativ-Flächen sowie Strandbars wechseln sich ab. Allein auf dieser IJ-Seite, in Noord, lohnt sich eine ausgedehnte Entdeckungstour.

Zehn Fußminuten von der Marina fährt die kostenlose Fähre zum Hauptbahnhof – und zu den Shopping- und Tourismus-Highlights. Ob Stadtbummel, Grachtentour oder Cheesecake im Café des Filmmuseums mit Blick auf das IJ: Die Crew findet viele Argumente, die Pause in Amsterdam auszudehnen.


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Jörg Müller-Dünow fand mit 13 auf Spiekeroog durch Zufall zum Segelsport und lernte das Wattensegeln von der Pike auf. Der Düsseldorfer hat ein RIB auf dem Rhein verchartert, mit Yachten zwischen 6 und 22 Metern an den Regatta-Klassikern in den Niederlanden und im westlichen Mittelmeer teilgenommen und ist heute mit eigenem Boot und der Familie in Zeeland unterwegs. Neben beruflichen Stationen in Agenturen und Unternehmen als PR-Berater und Pressesprecher war er praktisch immer auch als freier Journalist tätig. Seit 2025 berichtet er aus den Niederlanden für BOOTE und YACHT, testet Boote, teilt Reiseerlebnisse und Reviertipps und portraitiert spannende Werften oder Wassersportler.

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