Zadar liegt auf einer schmalen Halbinsel, vor der sich die Inselwelt Norddalmatiens ausbreitet. An den Kais herrscht heute Verkehr mit Fähren und Ausflugsbooten. In venezianischer Zeit war die Stadt dagegen Verwaltungszentrum und militärischer Stützpunkt an der östlichen Adria. Unser Artikel zu den Spuren Venedigs im Mittelmeerraum zeigt, welche Rolle solche Häfen im weit verzweigten Stato da Mar spielten.
Zadar war Sitz des venezianischen Generalstatthalters für Dalmatien und spielte eine zentrale Rolle in der Verwaltung der venezianischen Besitzungen an der östlichen Adria. Von hier aus ließen sich die Küstenstädte und Inseln verwalten, Truppen versorgen und Seewege sichern. Die Lage zwischen Festland und vorgelagerten Inseln war dafür günstig. Zugleich rückte mit der osmanischen Expansion die Verteidigung der Stadt in den Vordergrund. Im 16. und 17. Jahrhundert ließ Venedig die Befestigungen erheblich ausbauen.
Der Unterschied zu Kotor, Venedigs Bollwerk am Berg, fällt schon bei der Ankunft auf: Dort prägen Berge und Mauern die Bucht. In Zadar erschließt sich die venezianische Macht eher im Zusammenspiel von Hafen, Festung und Verwaltung.
Die Anfahrt lohnt schon wegen des Blicks auf die Halbinsel. Besonders eindrucksvoll liegt Foša am südöstlichen Rand der Altstadt: Der kleine kommunale Hafen schmiegt sich an die venezianischen Festungsmauern, unmittelbar neben dem Landtor. Er ist eines der Wahrzeichen Zadars und bildet den passenden Ausgangspunkt für einen Rundgang auf den Spuren der venezianischen Vergangenheit. Foša ist allerdings vor allem ein Hafen für einheimische Boote und sollte nicht ohne vorherige Klärung als Gastliegeplatz eingeplant werden.
Für einen längeren Aufenthalt mit dem eigenen Boot kommen die beiden Marinas im Stadtgebiet infrage. Die Marina Zadar liegt im zentralen Hafenbereich und bietet 300 Wasserliegeplätze. Weiter westlich befindet sich D-Marin Borik, von der aus der Weg zur Altstadt länger ist.
Auch im Passagierhafen auf der Altstadtseite sind einzelne Kaiplätze für Yachten ausgewiesen. Da dort zugleich Linien-, Ausflugs- und Passagierschiffe verkehren, sollten Crews die Nutzungsmöglichkeiten und die Verfügbarkeit vorab mit der Hafenbehörde klären. Die interaktive Hafenübersicht zeigt die ausgewiesenen Liegeplätze.
Zadar lässt sich gut mit einem Törn zwischen den Inseln Norddalmatiens verbinden. Die Revierinformationen für die Strecke von Zadar bis Split geben einen Überblick über Charterbasen, Häfen und Ankerplätze. Wer für den Stadtbesuch eine Nacht einplant, kann die Halbinsel vom Wasser aus betrachten und anschließend an Land den Spuren der venezianischen Seemacht folgen.
Ein guter Ausgangspunkt ist das Landtor, die Porta Terraferma, am südöstlichen Zugang zur Altstadt. Der venezianische Baumeister Michele Sanmicheli entwarf das 1543 errichtete Tor. Über dem Durchgang ist der Markuslöwe zu sehen. Wer davor stehen bleibt, blickt auf einen Zugang, der einst Teil einer weit größeren Verteidigungsanlage war. Die Festung gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe der venezianischen Verteidigungsanlagen.
Hinter den Mauern erinnert der Providurpalast an die Verwaltung Dalmatiens. Weiter nördlich steht das Arsenal aus dem 16. Jahrhundert, ein früheres Hafenlager, in dem unter anderem Schiffe und Schiffsausrüstung für Krieg und Handel gebaut beziehungsweise hergestellt wurden. Es wurde 1752 erweitert und ist heute ein Veranstaltungsort. Das Arsenal macht deutlich, welche logistischen Aufgaben mit dem venezianischen Flottenstützpunkt verbunden waren.
Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien von Bodo Müller und Jürgen Straßburger behandelt die Küste von Koper bis Split und damit auch das Revier rund um Zadar. Hafen-, Marina- und Ankerplatzpläne sowie Hinweise zur Ansteuerung helfen bei der Vorbereitung eines Landgangs.
Welche Spur der venezianischen Zeit ist Ihnen bei einem Landgang in Zadar besonders aufgefallen? Schreiben Sie es in die Kommentare.

Redakteurin Reise
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