Die Hadelner Kanalschleuse in Otterndorf wird trocken gelegt. Die 2022 eingeweihte Anlage wird für zehn Tage vollständig aus dem Betrieb genommen. Grund sind turnusmäßige Wartungsarbeiten und eine umfassende Bauwerkshauptprüfung. Die Maßnahme ist notwendig, da in diesem Jahr die Gewährleistungsfrist für den zwischen 2019 und 2022 realisierten Schleusenneubau endet. Für die Trockenlegung werden zunächst Dammbalken mit einem Mobilkran eingebaut und anschließend wird die Schleusenkammer gelenzt. Die Schleuse kann Schiffe bis zu einer Länge von 33,5 Metern schleusen. Während der Arbeiten bleibt die Schleuse für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt, was vor allem Sportbootfahrer betrifft.
Die Schleusenkammer wird im Zuge der Trockenlegung gründlich gereinigt und auf eventuelle Schäden kontrolliert, erklärt Jan Mühlen von der NLWKN-Betriebsstelle Stade. Die Prüfung konzentriert sich besonders auf die sonst unter Wasser liegenden Bauteile. Teilweise muss im Rahmen der Arbeiten aus Sicherheitsgründen mit einer Sperrung der Straße „Am Kanal" im Bereich des unmittelbaren Schleusengeländes gerechnet werden. Die Entwässerung des Hadelner Kanals wird in der Zeit der Trockenlegung durch den Hadelner Deich- und Gewässerverband sichergestellt.
Die Hadelner Kanalschleuse erfüllt als Multifunktionsbauwerk drei Hauptfunktionen: Sie sichert den Küstenschutz durch zwei große Hubtore am Außen- und Mittelhaupt, die im Sturmflutfall geschlossen werden. Zudem ermöglicht sie die Schleusenfunktion für den Hadelner Kanal und dient als Entwässerungsbauwerk für das tiefliegende Binnenland. Das Bauwerk am Eingang zum Schifffahrtsweg Elbe-Weser zählt zu den modernsten wasserwirtschaftlichen Anlagen des Landes. Der NLWKN legt Schleusen und Sperrwerke an der niedersächsischen Küste regelmäßig teilweise trocken, um ein hohes Schutzniveau und den zuverlässigen Betrieb seiner Anlagen sicherzustellen.

Redakteurin Reise