KlimawandelNesseltier auf Langfahrt - Segelqualle landet auf Sylt an

Christian Tiedt

 · 26.08.2026

Klimawandel: Nesseltier auf Langfahrt - Segelqualle landet auf Sylt anFoto: dpa/picture alliance
Angespülte Segelqualle am Strand: Auf den gehärteten Rumpf ist das Segel aufgesetzt.
Auf der Nordseeinsel Sylt wurden subtropische Segelquallen angetrieben. Der erste bekannte Besuch der Art, die den Wind zur Fortbewegung nutzt, könnte jedoch schwerwiegende Ursachen haben.

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Sie sind ein Boot im Kleinen: Gerade einmal vier Zentimeter lang, bestehen Segelquallen aus einem flachen ovalen “Rumpf”, auf dem ein annähernd dreieckiges, transparentes “Segel” aufgesetzt ist. Für die Fortbewegung an der Wasseroberfläche sorgt der Wind. Die Qualle kann sich dabei nur treiben lassen, die Segelstellung - von der es in jeder Population allerdings zwei gibt - ist nicht veränderbar.

Erstmals an der Nordseeküste

Jetzt wurden Exemplare der ungewöhnlichen Art erstmals an der deutschen Nordseeküste angespült - auf der Insel Sylt. Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer zeigte sich über das Auftauchen überrascht: Denn die Quallen bräuchten auch im Winter eine Wassertemperatur von mindestens 14 Grad Celsius, sagte der Experte dem Norddeutschen Rundfunk.

In den Subtropen zuhause

Eigentlich sind die exotischen Meeresbewohner nur auf subtropischen Gewässern unterwegs. In den Nordatlantik mit seinen Nebenmeeren verirren sie sich dagegen nur selten, bislang waren nördliche Sichtungen vor allem auf die westlichen Bereiche der Britischen Inseln beschränkt. Und die Nordsee hat noch einen weiteren Nachteil: Für die Fortpflanzung der Segelqualle ist sie zu flach. Dieser Vorgang spielt sich in Wassertiefen bis zu 1.000 Metern ab.

Zeichen für den Klimawandel

Dass die Art trotz dieser Einschränkungen bis in die Nordsee vorgedrungen sei, sieht der Experte als Zeichen für den Klimawandel: Der Besuch zeige, “wie warm der Nordatlantik geworden ist”, so Borcherding im NDR. Tatsächlich erreichten die Weltmeere mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 Grad Celsius erst am vergangenen Wochenende die höchsten jemals ermittelten Werte.

Die Segelqualle ist ungefährlich

Immerhin: Im Vergleich zu ähnlichen Lebewesen, wie der hochgiftigen Portugiesischen Galeere, die vor kurzem im Südwesten Frankreichs für gesperrte Strände sorgte, stellt die friedliche Segelqualle für Menschen und Meeresumwelt keine Gefahr da. Sie ist völlig ungiftig.


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Christian Tiedt

Christian Tiedt

Ressortleiter Reise

Christian Tiedt wurde in Hamburg geboren, blieb lange aber ohne direkten Zugang zum Wassersport. Nach der Berufsausbildung bot das Studium dann endlich die Gelegenheit, auf dem Wasser aktiv zu werden – und die entsprechenden Führerscheine zu machen. Zuerst beim Fahrtensegeln und dann, mit dem Einstieg bei BOOTE im Jahr 2004, auch mit Motorbooten aller Art. Christian konnte inzwischen fast ganz Europa (und einige weiter entfernte Destinationen) auf eigenem Kiel kennenlernen und teilt seine Erlebnisse und Erfahrungen für die YACHT und BOOTE am liebsten in Törnreportagen.

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