Der Segler wollte nach Angaben des Veranstalters nach der ersten Wettfahrt zum Liegeplatz der Klasse am Mövenstein zurückkehren. Offenbar orientierte er sich jedoch an den falschen markanten Gebäuden entlang der Küste und hielt statt auf Travemünde auf Neustadt zu.
Weil er weder beim nächsten Start noch an Land auftauchte, leitete die Regattaorganisation eine Suche ein. Daran beteiligten sich laut Veranstalter Boote der Wettfahrtleitung, die DRK-Wasserwacht und die DLRG. Zunächst blieb die Suche erfolglos, weil der Berliner das Gebiet der Regattabahnen bereits verlassen hatte.
Offenbar kenterte der Segler dann und ruhte sich für kurze Zeit auf dem gekenterten Boot aus. Danach richtete er seine Jolle selbst wieder auf und segelte selbstständig zum Möwenstein am Strand von Travemünde zurück.
Nach Veranstalterangaben habe man kurz davor gestanden, einen Seenotfall auszulösen, was dann aber nicht mehr nötig gewesen sei.
Die Bedingungen auf der Lübecker Bucht verlangten den Seglern viel ab. Der Wind erreichte in Böen bis zu 25 Knoten. Ein fast die Hälfte der rund 40 Finn-Segler blieb deshalb gleich an Land oder kehrte frühzeitig zurück.
Sportlich entwickelte sich bei den Finns ein enges Duell an der Spitze. André Budzien aus Schwerin, der gerade sowohl im Finn-Dinghy als auch in der OK-Jolle die Warnemünder Woche gewonnen hatte, setzte sich mit Fabian Lemmel aus Berlin vom restlichen Feld ab.
Nach insgesamt vier Rennen kamen beide auf je zwei Siege. Den Ausschlag gaben die weiteren Platzierungen: Budzien brachte zusätzlich zwei zweite Plätze in die Wertung ein und lag damit mit einem Punkt vor Lemmel. Die Entscheidung in der Klasse war damit nach dem Wochenende noch offen.
Auch in anderen Klassen wirkte sich das Wetter deutlich aus. Die RS 700 und RS 800 kamen zunächst nur auf jeweils ein Rennen, die inklusive Klasse RS Venture Connect blieb anfangs ganz im Hafen. In der RS-Tera-Weltmeisterschaft kämpften viele Kinder und Jugendliche mit Wind, Welle und Kenterungen.
Am Wochenende fielen bereits erste Entscheidungen. Bei den Hobie 16 segelten Ulf Hahn und Katrin Wiese-Dohse vom SC Kellenhusen mit den Platzierungen drei, zwei und eins an die Spitze der Gesamtwertung. Maurice Schwarz und Roman Kühler aus Bocholt belegten Rang zwei vor Lukas Riepe und Wiebke Finkemeyer aus Surendorf.
Auch die Seesegler schlossen ihre Wettbewerbe ab. In der ORC-Wertung setzte sich die „Patent 4“ von Jürgen Klinghardt gegen die „Exciter“ von Jens Kuphal durch. Beide Crews erreichten jeweils einen ersten und einen zweiten Platz, das bessere Ergebnis aus der ersten Wettfahrt gab den Ausschlag. Auf Rang drei folgte die „Matchbox“ von Torsten Habicht.
In der Yardstick-Wertung gewann die „Pepper and Salt“ von Björn Carstensen knapp vor der „Venskab“ von Florian Walden und der „Na und“ von Stefan Meining. Die Abstände blieben eng, die drei Mannschaften trennten nur wenige Punkte.
Wie anspruchsvoll das Wochenende insgesamt war, zeigte auch die Langstreckenregatta rund Fehmarn. Von 22 gemeldeten Yachten gingen 17 an den Start, nur elf beendeten die volle Strecke.
Nach berechneter Zeit gewann die „Cedo Nulli“ von Hendrik Decker. Die schnellste Yacht auf dem offiziellen Kurs war die „Jinx“ von Johannes Berg. Die „Resolute“ von Andi Lochbrunner erreichte das Ziel zwar noch früher, wurde aber außerhalb der Wertung geführt, weil die Crew wegen der Masthöhe und der Bauarbeiten an der Fehmarnsundbrücke einen anderen, wenn auch gleich langen Kurs wählte.
Mehrere Teams brachen die Regatta vorzeitig ab. Als Gründe wurden unter anderem Wind, Wellen und Seekrankheit genannt.
Bei den RS Games prägten internationale Crews das Bild. In der Sport-Kategorie der RS-Tera-Weltmeisterschaft führten Bora Carrington, Freddie Harrison und Louis Rumboll aus Großbritannien. In der Pro-Kategorie lag mit Charlie Hunt ebenfalls ein Brite vorn, gefolgt von Hari Clark; Oleksandr Chykalov aus der Ukraine belegte Rang drei.
Bei der Europameisterschaft der RS 500 führten nach fünf Wettfahrten Paul Cullen und Fresh Abendstern vor Peter und James Curtis. Das tschechische Team Lucie Kosatova und Lukas Kosata lag auf Platz drei.
In der RS 700 bestimmte Rob Higgins die Wertung mit drei Siegen aus vier Wettfahrten. Bei den RS 800 übernahmen Louis Johnson und Lucy Hewitson die Spitze. Die RS Venture Connect starteten nach ihrer wetterbedingten Pause ebenfalls in die Europameisterschaft. Adam und Shaun Billany aus Großbritannien sowie Pedro Câncio Reis und Teodoro Cândido aus Portugal teilten sich dort Rang eins.

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