Das 14. The Ocean Race liegt gefühlt noch gar nicht lange zurück. 2023 waren zwei Flotten – Imocas und VOR65-Yachten – in die letzte Ausgabe gestartet. 11th Hour Racing mit Skipper Charlie Enright hatte das Imoca-Rennen gemacht, Boris Herrmanns Team Malizia war auf Platz drei gesegelt. Bei der kommenden Edition sind nur noch Imocas im Spiel. Ihre Route ist jetzt komplett.
Nach bereits fünf Ocean-Race-Stopps in Florida (3 in Fort Laudersale, 2 in Miami), wird im kommenden Jahr zum ersten Mal in der dann 54-jährigen Renngeschichte ein Hafen an Floridas Golfküste in den Kurs eingebunden: Die vierte von fünf langen und fordernden Etappen markiert das neue “Transat” im Ocean Race, führt von St. Pete-Clearwater über 4500 atlantische Seemeilen in Portugals Seglerstadt Cascais.
„Der Etappenstart an der Küste von St. Pete-Clearwater und die Ankunft in den historischen Segelgewässern von Cascais bieten die Möglichkeit, zwei Küstenstädte mit einer enormen Leidenschaft für den Ozean miteinander zu verbinden”, sagte Ocean-Race-Mitbesitzer Richard Brisius. Die Weltumsegler werden vom 4. bis 16. Mai 2027 im St. Petersburg Yacht Club direkt an der Uferpromenade der Innenstadt zu Gast sein.
Von der auf Long Island im Bundesstaat New York geborenen Malizia-Seglerin Cole Brauer gab es dafür Beifall. Auch Charlie Enright, Ocean-Race-Sieger 2023 und CEO von US Sailing, ist begeistert: ”Als amerikanischer Segler, der die Ehre hatte, dieses Rennen zu gewinnen, kann ich euch sagen, dass es eine fantastische Initiative ist, Grand-Prix-Rennen mit foilenden Imocas in die USA zu bringen“. Das ins Ocean Race eingebaute amerikanisch-portugiesische “Transat” fasziniert Enright.
Das ist eine Etappe, an der ich sofort teilnehmen würde. Ich muss vielleicht meine Seestiefel wieder ausgraben.” Charlie Enright
Der St. Petersburg Yacht Club in Florida wurde 1909 gegründet. Schon 1930 wurden hier Regatten wie das Petersburg-Habana Yacht Race nach Havanna ausgetragen. Für die Gastgeberrolle im The Ocean Race hat der Yacht-Club auch die Unterstützung der University of South Florida (USF), die eines der führenden Programme für Meereswissenschaften und Forschungsprojekte zur Gesundheit der Ozeane in den Vereinigten Staaten beherbergt.
Die Imoca-Flotte wird während des Zwischenstopps an der Uferpromenade der USF liegen. Bekannt ist St. Pete-Clearwater nicht nur für einige der schönsten Strände in den USA, sondern auch für eine höchst lebendige Kunstszene mit dem international renommierten Dalí-Museum als Magnet.
Ebenso intensiv wie in Florida schlägt auch das Herz von Portugals Segelszene für das Mannschaftsrennen entlang der drei großen Kaps. Lissabon war in drei aufeinanderfolgenden Ausgaben – 2011/2012, 2014/2015 und 2017/2018 als Hafen Teil der Regatta. Cascais war 2021 Gastgeberin im Ocean Race Europe.
Ebenfalls bekannt für ihre schönen Strände, liegt die Cascais mit seinen gut 210.000 Einwohnern in einer Sandbucht und kann in der Regel nicht über Windmangel klagen – ein Grund weshalb hier in der Vergangenheit schon große Events wie Weltmeisterschaften olympischer Disziplinen oder auch die TP 52 Weltmeisterschaft 2025 und regelmäßig Winterserien populärer Klassen stattfinden.
„Ich kann mir für einen portugiesischen Segler keinen emotionaleren Moment vorstellen, als am Ende einer Transatlantik-Etappe nach Cascais zu segeln“, sagt Mariana Lobato, die portugiesische Seglerin, die sowohl die Weltumseglung 2023 als auch The Ocean Race Europe schon bestritten hat. „Ich bin in diesem Revie aufgewachsen, und die Marina de Cascais ist ein Ort, an dem die Liebe zum Segeln tief verwurzelt ist.
The Ocean Race wird wird im späten Frühling 2027 in Cascais Station machen, wo die Teams voraussichtlich am 26. Mai eintreffen werden. Am 6. Juni dann geht es von Portugal auf die Schlussetappe ins saudi-arabische Resort Amaala am Roten Meer, für das im Ocean Race Europe 2025 schon Alan Roura und sein Team Amaala geworben hatten. Für dieses Finale wird es Frieden in der Region brauchen.
Mit dem Startschuss zum 15. The Ocean Race am 17. Januar 2027 werden die Teams von Alicante in Spanien auf die längste Eröffnungsetappe in der Geschichte des Rennens geschickt: 14.000 Seemeilen nach Auckland erwarten ihre Herausforderer. Von Neuseelands “City of Sails” führt die Route weiter nach Itajaí in Brasilien, bevor es nach Norden in die Vereinigten Staaten und mit der neuen Transatlantik-Etappe von St. Pete-Clearwater nach Cascais geht. Das Rennen endet mit einem Sprint im Roten Meer.

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