Sardinia CupFavoriten zum Auftakt vorne, Starkwind-Langstrecke voraus

Tatjana Pokorny

 · 03.06.2026

Carl-Peter Forsters TP52 "Red Bandit" in ihrem stets weithin gut erkennbaren rot-weißen "Banditen-Look".
Foto: YCCS/Studio Borlenghi
Zehn Teams mit 20 Booten sind am 2. Juni in den wiederaufgelegten Sardinia Cup gestartet. Nach der Mittelstrecke liegt das deutsche Team vom Bayerischen Yacht-Club auf Platz sechs. Das Team vom Royal Ocean Racing Club hat die Führung vor den punktgleichen Gastgebern vom Yacht Club Costa Smeralda übernommen. Am Nachmittag geht es auf die Langstrecke. Die Prognosen? Wild!

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Nach 14 Jahren Pause feiert der Range Rover Sardinia Cup sein Comeback. Das weckt auch in Segeldeutschland viele Erinnerungen an goldene Glanzzeiten. GER-Teams spielten bei der italienischen Variante des britischen Admiral’s Cup oft eine starke Rolle. Dreimal siegten sie. Zum ersten Mal gelang das ein Jahr nach dem zweiten deutschen Admiral’s-Cup-Sieg im Jahr 1984 mit Willy Illbrucks “Pinta”, Hans-Otto Schümanns “Rubin” und der “Container” von Udo Schütz.

Sardinia Cup: deutsche Teams siegten dreimal

Vier Jahre später waren “Rubin”, “Container 88” und Albert Bülls “Saudade” 1988 gemeinsam erfolgreich für Schwarz-Rot-Gold. Zuletzt gewannen im damals schon aktiven Zwei-Boote-Format Wolfgang Schäfers “Struntje Light” und “Teasing Machine” unter deutscher Flagge. Rekordsieger sind die Italiener selbst mit sieben Siegen zwischen der Sardinia-Cup-Premiere 1978 und der letzten Auflage 2012, die Team USA mit “Quantum Racing” und dem Iberdrola Team gewonnen hatte.

Wie im vergangenen Jahr der Admiral’s Cup, so hat in diesem Sommer auch der italienische Team-Gipfel mit seiner schillernden Geschichte zur Wiedergeburt ein starkes internationales Teilnehmerfeld motiviert. 20 Boote in zehn Teams waren am Dienstag zur ersten Mittelstrecke aufgekreuzt. Die Ergebnislisten zeigten danach zwei Co-Favoriten vorne.

Die Teams vom Royal Ocean Racing Club (RORC) und vom gastgebenden Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) führen das Klassement nach dem ersten Kräftemessen punktgleich an. Wie im Admiral’s Cup, so wählten auch die Italiener für die Wiederbelebung ihres früheren Regattajuwels erneut ein Format mit Zwei-Boot-Teams. Die Duos treten mit jeweils einem Boot in der Sardinia Cup Class 1 (SC1) und einem in der Sardinia Cup Class 2 (SC2) an.

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Zwei Flotten, 20 Boote, 10 Teams im neu aufgelegten Sardinia Cup

Die Eröffnungsregatta vor der Küste hat die Flotte am Dienstag über eine Strecke von rund 30 Seemeilen für die SC1-Boote und 22,5 Seemeilen für die SC2-Herausforderer geführt. Die von der Wettfahrtleitung gewählte Strecke führte die Yachten im Maddalena-Archipel durch den Passo delle Bisce zur Insel Spargi. Dort umrundeten die größeren Boote die Insel in der Straße von Bonifacio im Uhrzeigersinn, bevor es auf einer Halbwindstrecke zurück nach Porto Cervo ging. Dieses Mal war die Tre-Monti-Untiefe an Backbord zu lassen, bevor es erneut durch den Passo delle Bisce ging.

Die SC2-Flotte rundete unterdessen eine Markierung vor Spargi, bevor sie auf derselben Route ins Ziel vor Porto Cervo zurückkehrte. Bei leichtem Mistral von etwa 10 bis 12 Knoten segelte die Flotte gegen den Wind in Richtung Passo delle Bisce, wobei die meisten SC1-Teilnehmer die bevorzugte linke Kursseite wählten. Gleichzeitig lösten sich viele der SC2-Boote schnell vom Feld, um in der Kursmitte freien Wind zu finden.

Während der gesamten Kreuz nach Spargi waren vor allem die Taktiker damit beschäftigt, den besten Winddruck wie Gold im Maddalena-Archipel zu suchen, während die Navigatoren die Aufgabe hatten, die Felsen und Untiefen nahe der Küste sauber zu umschiffen, denen insbesondere die SC2-Boote recht nahe kamen. Der Mistral frischte im nördlichen Teil der Regattastrecke auf rund 14 Knoten auf. Die SC1-Boote vermeldeten bei Spargi auch Böen von bis zu 16 Knoten.

Bayern-Team zum Auftakt auf Platz sechs

Das deutsche Duo liegt mit Carl-Peter Forsters TP 52 “Red Bandit” (6. in SC1) und Sascha Schröders Neo Roma 430 “Neomind” (9. in SC2) nach der Mittelstrecke auf Platz sechs. Das Team startet beim Sardinia Cup unter dem Dach des Bayerischen Yacht-Clubs. Die ersten Lorbeeren aber heimsten im italienischen Traumrevier andere ein. James Nevilles TP 52 “Ino Veritas” siegte in SC1 vor der aus dem Admiral’s Cup schon bekannten Wallyrocket 51 “Django WR” von Giovanni Lombardi Stronati.

Einen schönen Kampf mit der Rennsiegerin “Ino Veritas” hatte sich auf der Mittelstrecke die Crew auf der IRC 52 “Jolt 3” geliefert. Das hätte “Jolt 3” den zweiten Platz bringen können, wäre da nicht ein ärgerlicher Penalty gewesen. Platz drei holte zum Auftakt im Sardinia Cup Roberto Lacortes Wallyrocket 51 “RocketNikka”. Hier geht es zu den Einzelergebnissen für die Klasse SC1.

In SC2 machte Niklas Zennströms IRC 41 “Ran” das Rennen für ihr Team vom Royal Ocean Racing Club. Im Ziel reichten 51 Sekunden Vorsprung vor Lombardo Stronatis Botin Fast+ “Django JP” vom Team des Yacht Club Costa Smeralda. Die estnische Carkeek 40 MK2 GP “Nola” holte für den Yacht Club Repubblica Marinara di Pisa Platz drei. Hier geht es zu den Einzelergebnissen für die Klasse SC2.

Nach dem ersten Renntag teilen sich der Royal Ocean Racing Club und der Yacht Club Costa Smeralda die Fürhung im Range Rover Sardinia Cup mit jeweils fünf Punkten. Das Schwesterteam Royal Ocean Racing Club Gold lag mit 6,3 Punkten zunächst auf dem Bronzerang. 15 Zähler haben die beiden deutschen Boote “Red Bandit” und “Neomind” gesammelt. Bis zum 7. Juni bleibt Zeit, weiter vorzurücken. Zu den Zwischenständen bei der Teamwertung geht es hier.

Sardinia Cup: Power-Langstrecke voraus

Nach der Langstrecke über 130 Seemeilen, die am Mittwochnachmittag um 15 Uhr gestartet werden soll, folgen über drei Tage weitere Kurzrennen und Coastals. Zum anstehenden Über-Nacht-Rennen sagte “Red Bandit” Moriz Forster, dessen Team am Mittwochvormittag noch Tests durchführte: “Wir erwarten 35 Knoten Wind. Es wird eine schnelle Langstrecke.”

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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