Fridtjof Gunkel
· 02.06.2026
Der Yacht Club Costa Smeralda bringt die Range Rover Sardinia Cup zurück ins Mittelmeer. Zehn Teams aus acht Nationen stellen insgesamt 20 Boote für das neue Club-Team-Format. Jedes Team segelt mit zwei Yachten unterschiedlicher Größe – analog zur Admiral's Cup. Die Regatta findet unter IRC-Handicap statt, die Flotte teilt sich in Sardinia Cup Class 1 und Class 2 auf. Neben der Bootsgröße bestimmt die Nationalität des Yacht Clubs die Teamzugehörigkeit. Jede Crew muss eine Seglerin und einen Athleten unter 25 Jahren an Bord haben. Große Namen wie Dean Barker, Vasco Vascotto, Guillermo Parada und Michele Ivaldi prägen die Starterliste. Der Royal Ocean Racing Club schickt gleich zwei Teams ins Rennen, während Deutschland mit dem Bayerischen Yacht Club vertreten ist.
Der Bayerische Yacht Club geht mit Carl-Peter Forsters TP52 “Red Bandit” und Sascha Schröders Neo 430 “Neomind” an den Start. Red Bandit gewann die Rolex Middle Sea Race 2024 und die Rolex Giraglia 2023 und musste nach starkem Auftakt im Admiral’s Cup 2025 nach Mastbruch die Serie beenden. Die Crew zeichnet sich durch einen hohen Anteil junger Segler aus. “Neomind” segelt mit dem italienischen Taktiker Stefano Cherin. Beide Boote bilden das deutsche Team in der internationalen Konkurrenz. Die Aufstellung zeigt die Stärke des bayerischen Segelsports auf internationalem Niveau.
Der Royal Ocean Racing Club stellt zwei Teams. Das erste besteht aus James Nevilles TP52 “Ino Veritas” mit Amereica’s-Cup-Sieger Dean Barker als Taktiker und Per Romans GP42 “Garm”. Team zwei kombiniert Peter Harrisons IRC 52 “Jolt 3” – Gewinner der Admiral's Cup für den Yacht Club de Monaco – mit Niklas Zennströms Carkeek 41 “RAN”, dem amtierenden IRC-Europameister. Adrian Stead übernimmt die Taktik auf “RAN”. Frankreich schickt den Yacht Club de France mit Jean Pierre Barjons Botin 52 “Spirit of Lorina 2” und Jérôme Stublers ClubSwan 42 “Raving Swan”. Die Türkei ist durch den Turkish Offshore Racing Sports Club mit Philippe Frantz' Botin 44 “Albator 3” und Vedat Tezmans HH42 “Chacal” vertreten.
Fünf italienische Yacht Clubs komplettieren das Feld. Der Circolo del Remo e della Vela Italia war das erste Team mit Meldung. Giovanni di Vincenzos Ker 46 “Lisa R” und Franco Niggelers Mat 12.20 “Kuka”. Der Yacht Club Repubblica Marinara di Pisa setzt auf Roberto Lacortes Wallyrocket 51 “Rocket Nikka” mit Taktiker Lorenzo Bressani und die Fast40+ “Nola” der estnischen Eigner Taavet Hinrikus und Margus Uudam. Der Yacht Club Rimini startet mit der TP52 “Blue” unter portugiesischem Taktiker Afonso Domingos und Gianclaudio Bassettis neuer XR 41 “WB IX” mit Lorenzo Bodini. Der Vela Club Portocivitanova kombiniert Marco Serafinis TP52 “Xio” mit Renzo Grottesis ClubSwan 42 “BeWild” und Taktiker Michele Regolo.
Der ausrichtende Yacht Club Costa Smeralda geht mit Mitglied Giovanni Lombardi Stronati an Bord. Die Wallyrocket 51 “Django WR” wird vom Eigner selbst gesteuert, unterstützt von Guillermo Parada und Vasco Vascotto. “Django JP”, eine Fast40+, steht unter dem Kommando von Alberto Bolzan mit Michele Ivaldi als Taktiker. Das Team belegte bei der Admiral's Cup den dritten Platz. „Unter den Farben des Yacht Club Costa Smeralda beim Sardinia Cup zu segeln ist eine große Ehre und große Verantwortung", erklärt Lombardi Stronati.
Nach dem offiziellen Trainingsrennen am 1. Juni startet am 2. Juni eine Küstenregatta um 11 Uhr MESZ. Für den 3. und 4. Juni ist ein Langstreckenrennen über etwa 150 Seemeilen geplant, die genaue Strecke wird wetterabhängig festgelegt. Bis Sonntag, 7. Juni, folgen weitere Wettfahrten als Windward-Leeward-Kurse oder Küstenrennen in den Gewässern von Porto Cervo und dem La-Maddalena-Archipel. Am 5. Juni findet ein Galadinner für Eigner und Gäste im YCCS-Restaurant statt. YCCS-Commodore Andrea Recordati kommentiert: „Die Rückkehr der Sardinia Cup verkörpert die Geschichte unseres Clubs. Wir blicken in die Zukunft mit dem Bewusstsein unserer Vergangenheit, dessen, was wir in fast 60 Jahren internationalen Segelsports aufgebaut haben."
Für die erste Wochenhälfte sind frische, aber nicht übermäßig starke Mistral-Winde vorhergesagt. In der zweiten Hälfte des Range Rover Sardinia Cup soll der Wind nachlassen und auf Nordost drehen. Die Bedingungen bieten ideale Voraussetzungen für anspruchsvolle Wettfahrten. Das Revier um Porto Cervo und die La-Maddalena-Inseln gilt als eines der besten Segelreviere im Mittelmeer. Die Kombination aus technisch anspruchsvollen Küstenkursen und der Langstreckenprüfung testet alle Facetten moderner Offshore-Regattasegelei.
GER-Crews konnten den Cup 1984, 1988 und 2010 gewinnen. 84 und 88 waren noch drei Boote nötig, um ein Team zu bilden. Das war noch die Ära der International Offshore Rule (IOR) mit symmetrischen Spinnakern und Spibäumen und Booten mit schmalen Hecks und viel Blei. Heute sind leichte, gleitfähige IRC-Racer mit Gennakern an langen Bugspriets die Waffen der Wahl.

Stellvertretender Chefredakteur YACHT