Ein wenig erinnert das Round Britain & Ireland Race auch an das Pataenius rund Skagen Rennen. Im deutschen Klassiker ist der Einrumpfrekord sogar noch einmal 14 Jahre älter, stammt aus dem Jahr 2000 und hält und hält und hält. Auch an den Bestmarken für den Briten-Klassiker beißen sich die Rekordjäger schon länger die Zähne aus. Sie halten für Einrumpf- und Mehrrumpfboote inzwischen seit zwölf Jahren, wurden 2014 aufgestellt.
Damals hatten Skipper Ian Walker und seine Crew Großbritannien und Irland auf der VO65 “Azzam” in 4 Tagen, 13 Stunden, 10 Minuten und 28 Sekunden umrundet. Danach gewann das Team das Volvo Ocean Race 2014/2015. Sidney Gavignet und seine Mannschaft auf dem Trimaran “Oman Sail – Musandam” waren 2014 auf drei Rümpfen mit 3 Tagen, 3 Stunden, 32 Minuten und 36 Sekunden noch schneller. Die beiden Bestmarken sind inzwischen ein Dutzend Jahre alt – und immer noch aktuell.
“Das Round Britain & Ireland Race ist einzigartig. Es ist ein echt harter Kurs. Und selbst ohne starke Winde steckt es voller taktischer Herausforderungen”, weiß die siebenmalige Weltumseglerin Dee Caffari, die das “Rennen um die Rocks” oft bestritten hat. Vendée-Globe-Weltumseglerin Pip Hare stimmt zu und sagt: “Es ist großartig, Teil dieses Rennens zu sein.”
Dieses Rennen könnte und sollte auf der Liste eines jeden Hochseeseglers stehen.” Pip Hare
“Abgesehen von Rennen wie der Vendée Globe, ist es vielleicht das anspruchsvollste Hochseerennen der Welt. Es ist dreimal so lang wie das Fastnet Race oder das Sdyney Hobart. Und es geht hoch bis auf fast 61 Grad Nord. Das ist ein paar Hunderte Seemeilen dichter am Pol als es Kap Hoorn auf der anderen Seite ist”, sagt der in vielen Klassen erfahrene Skipper Rubert Holmes, der zuletzt mit Richard Palmer auf der Class40 “Jangada” im Globe40 um die Welt segelte. 2022 hatte das Duo die IRC-Gesamtwertung des Rennens um Großbritannien und Irland auf der JPK 10.10 “Jangada” gewonnen.
Rupert Holmes sagt: “Rennen ist eine Riesenherausforderung und gleichzeitig ein Rennen voller Möglichkeiten. Und es ist eines, das man auch auf normalen Boote in rund zwei Wochen Ferien bestreiten kann.” 1976 vom Royal Ocean Racing Club erstmals ausgetragen, blickt der Briten-Klassiker in diesem Jahr auf 50 Jahre bewegte Geschichte zurück.
Sein Kurs ist legendär, führt an markanten und bekannten Felsen und ihren Leuchttürmen vorbei. Dazu zählt der legendäre Fastnet Rock in der südirischen See ebenso wie Tearaght Rock westlich der Dingle-Halbinsel auf Tearaght Island und der Blackrock-Leuchtturm auf der gleichnamigen Insel. Rund 1800 sehr abwechslungsreiche Seemeilen haben die Teilnehmer insgesamt zu meistern.
Auf dem Kurs von und nach Cowes werden rund Großbritannien und Irland alle Inseln und Felsen inklusive Muckle Flugga an der Nordspitze der Shetlandinseln an Steuerbord gelassen. Berüchtigte Landzungen wie Land’s End, St. Kilda und Fair Isle sind zu umfahren. Gezeitenströme, wechselnde Winde und alle Wetter bringen die Segler und Seglerinnen an ihre Grenzen.
Ihre Grenzen wollen in diesem Jahr auch vier Crews auf Booten unter deutscher Flagge ausloten. Tim Behrendt und Andreas Buchheim bringen ihre JPK 11.80 “Frida” mit der Segelnummer 8282 an den Start. Für die Segelkameradschaft das Wappen von Bremen gehen als Co-Skipper Frederick Nabor und Carolin Bosselmann mit ihrer Crew auf der Sun Fast 3600 “Löwe von Bremen” (GER 7265) ins Rennen.
Dirk Lahmann führt die Peterson 43 C/B “Snifix Dry” (GER 655) ins Rennen. Das 1978 als IOR-Zweitonner vom legendären Doug Peterson entworfene und bei Abeking und Rasmussen in Lemwerder für Fredi Heins entstandene 13-Meter-Boot mit spannender Entstehungsgeschichte haben Dirk Lahmann und Susanne Schade 2011 vom ersten Eigner übernommen.
Das in Bremen lebende Duo genießt mit “Snifix Dry” sowohl das Cruising als auch Regattaherausforderungen. Sie haben bereits Klassiker wie 2021 und 2023 das Rolex Fastnet Race und 2022 auch schon einmal das Round Britain & Ireland Race erfolgreich bestritten. An der Nordseewoche und dem Pantaenius Rund Skagen nahmen sie 2024 teil.
Bekanntester deutscher Herausforderer ist in diesem Jahr der Hamburger Jens Kellinghusen, der mit seiner Crew auf der Ker 56 “Varuna VI” (GER 7111, Norddeutscher Regatta Verein) an der Startlinie aufkreuzen wird. Gerade erst haben der Skipper und seine Crew mit ihrer historischen Sparkman-&-Stephens-Yawl “Varuna VII” im ersten Anlauf ihre Klasse Época Bermudian 1 bei der Puig Vela Clàssica in Barcelona gewonnen.
Bald steigen sie wieder auf ihren modernen Ker-56-Racer “Varuna VI” um und greifen im Round Britain & Ireland Race an. Sie kommen mit guten Erfahrungen im Gepäck: 2014 hatten sie das Rennen, in dem die bis heute ungeschlagenen Streckenrekorde aufgestellt wurden, mit ihrer Ker 51 “Varuna” in der IRC-Gesamtwertung gewonnen. Das war vor zwölf Jahren mit einer gesegelten Zeit von 6 Tagen, 3 Stunden, 10 Minuten und 32 Sekunden gelungen.
Größtes Boot der Flotte wird im Jubiläumsjahr die Volvo 70 “Pace” von 2011 aus der Feder von Juan K sein. Insgesamt sind 30 Yachten aus elf Ländern gemeldet. Gesegelt wird der Marathon auch weiter nach IRC. Der Startschuss fällt am 9. August.

Freie Reporterin Sport
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