Sie waren als Favoriten in Klaipėda angetreten, um den Titel zu gewinnen. Und das ist Erik Stannows Mannschaft auf der XR 41 “Dixi 5” vom Helsingør Sejlklub auch soverän gelungen. “Das fühlt sich großartig an! Wir hatten mit sechs ersten Rängen, einem zweiten und einem dritten einfach eine herausragende Serie. Wir sind echt stolz, wie weit wir in relativ kurzer Zeit zusammen gekommen sind. Wir haben ein superschnelles Boot, einen Weltklassetaktiker, die richtigen Leute in der Crew”, sagte Erik Stannow in Klaipėda.
Es gibt keine magische Quelle für diesen Erfolg. Es sind harte Arbeit und Übung, Investition und die richtigen Leute.” Erik Stannow
Mit dem Auftaktsieg auf der sehr ruppigen und fordernden Langstrecke und fünf weiteren Rennsiegen ließ die Crew keinen Zweifel an ihren Ambitionen. Mit nur neun Zählern auf dem ORC-EM-Konto bildete das Team um Eigner Erik Stannow mit Taktiker Jesper Radich, Navigator Robin Zinkmann, Gordon Nickel, RVS-Boss Bertil Balser, Carl Rupp, Lennard Peilcke, Charlotte Graffunder, Florian Heinze und Nicolaus Schmidt im litauischen Revier in Klasse ORC AB eine Klasse für sich.
Die Sieger der Internationalen Deutschen Inshore Meisterschaft der Seesegler verwiesen die modifizierte X-41 “Keturi Vėjai” (26 Punkte) von Karolis Janulionis und die Italia 11.98 “Rhino” (28 Punkte) von Saulius Pajarskas auf die Podiumsplätze. In dieser Reihenfolge belegten die beiden litauischen Teams in der Corinthean-Wertung in ORC AB mit 17 und 20 Zählern die Plätze eins und zwei. Dritte wurde hier die Sinergia 40 “Sons of Hurricanes” (28 Punkte) von Jon Sverre Høiden aus Norwegen.
Lars Hiddes deutsche Offshore-Meisterin “Pure” verpasste das Podium in der ORC-AB-Gesamtwertung als Vierte mit 39 Punkten. Es waren vielleicht nicht ganz die Bedingungen für die neuen Bootsdesigns, die mit ihren breiten Hecks oftmals offshore bei “Glitschbedingungen” sehr erfolgreich sind. Die X-41 “Aja” (47 Punkte) vom ASVW wurde mit der Crew um Skipper John Victorin Siebte.
Für die “Dixi 5”-Crew war die Woche der ORC-EM aber nicht der Spaziergang, nach dem die Ergebnisserie 1-1-1-1-(2)-1-3-1 aussieht. Die Serie begann mit der starkwindigen und kreuzlastigen Langstrecke mehr als fordernd. Es folgte Tag zwei mit Vor- und Nachsitzen für die “Dixis”. Gordon Nickel war schon um 5 Uhr morgens im Hafen, um sich um ein Problem mit dem neuen Ruder zu kümmern. Dafür wurde das Boot aus dem Wasser gekrant. Drei knackig-lange Wettfahrten später folgten am selben Tag für die “Dixi 5”-Crew dann noch eine Wasservermessung und ein Krängungstest, der eine Handvoll Crew-Mitglieder weiter im Einsatz forderte.
Die Intensivprüfung der Vermesser hatte sich die “Dixi 5”-Crew bei der ORC-EM mit ihrer Top-Leistung “verdient”. Gordon Nickel hat den Hafen an diesem Tag nach der schon kräftezehrenden Langstrecke am Vortag erst gegen Mitternacht verlassen. Das EM-Fazit fiel nach vier weiteren Wettfahrten am Finalabend trotzdem positiv aus. “Unter dem Strich sind wir natürlich zufrieden, dass wir die Leistung gebracht haben.” Die Schlüssel dazu? Gordon Nickel sagte: “Wir sind gut gestartet, haben stark gepusht und wenig Manöverfehler gemacht.”
Wir haben uns konstant aus Trouble rausgehalten und unser Ding gemacht. Und wir wissen ja auch, dass wir guten Bootsspeed haben.” Gordon Nickel
Auch die anspruchsvollen Bedingungen waren im Hafen der ORC-EM in Klaipėda Thema. Gordon Nickel gab zu bedenken: “Eine ORC-Flotte besteht auch aus Schiffen, die nicht immer Racer sind und für ein Event umgebaut werden. Wenn die dann beim Offshore in 24 Knoten Wind zehn Stunden Upwind und zweieinhalb Meter Welle gegenan haben, fragen die sich vielleicht auch, warum sie sich das antun.”ernative, wie der Spanien-Klassiker Copa del Rey Mapfre kurz zuvor mit 99 ORC-Booten gezeigt hatte.
Auch die anspruchsvollen Bedingungen waren im Hafen der ORC-EM in Klaipėda Thema. Gordon Nickel gab zu bedenken: “Eine ORC-Flotte besteht auch aus Schiffen, die nicht immer Racer sind und für ein Event umgebaut werden. Wenn die dann beim Offshore in 24 Knoten Wind zehn Stunden Upwind segeln und zweieinhalb Meter Welle gegenan haben, fragen die sich vielleicht auch, warum sie sich das antun.”
Für die “Dixi 5”-Crew und viele weitere markierte diese ORC-EM schon einen Teil ihrer Vorbereitung auf die ORC-WM in Kopenhagen im kommenden Jahr. “Nächstes Jahr finden die Worlds in Kopenhagen statt. Wir haben ein dänisches Boot und wollen in Kopenhagen so gut abschneiden wie möglich. Wir waren Zweite bei der WM im letzten Jahr. Genau wie wir Zweite bei der letzten EM waren. Da kann man sich ausrechnen, was wir anstreben…”
Wir würden gerne die WM in Kopenhagen gewinnen. Aber ich glaube nicht, dass der Weg dahin leicht sein wird.” Erik Stannow
Auch viele ORC-C-Teams haben die Kopenhagen-WM schon in Visier. Hier ging es bei der am 15. August in Kleipėda zu Ende gegangenen ORC-EM enger zu als in Klasse AB. Im Kampf um den Titel setzte sich das schwedische Garmin Team Pro4U (12 Punkte) um Skipper Patrik Forsgren auf seiner modifizierten First 36.7 gegen die estnische Italia 9.98 “Sugar” (18 Punkte) durch, die gleichzeitig die Corinthean Wertung gewann.
Die dänische Mat 11 “Stony X” segelte in ORC C auf Platz drei. Eike Claas Carminckes Mat 1010 “Matchbox” erreichte nach dem auffallend starken dritten Platz in der ruppigen Auftaktlangstrecke bei insgesamt 71 Punkten EM-Platz 13.

Freie Reporterin Sport
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