Maxi Yacht Rolex CupDie Zukunft des Regattasegelns?

Lars Bolle

 · 09.09.2022

Maxi Yacht Rolex Cup: die Zukunft des Regattasegelns?Foto: Rolex/Carlo Borlenghi

Der 32. Maxi Yacht Rolex Cup könnte ein Vorgeschmack auf die Entwicklung im Regattasport sein. Der 60-Fuß-Foiler „Flying Nikka“ stiehlt den Maxis die Show

Beim Maxi Yacht Rolex Cup, der derzeit vor Porto Cervo/Sardinien ausgesegelt wird und am Wochenende zu Ende geht, ist ein Treffen der großen und größten Regattayachten der Welt, zusammengefasst unter dem Begriff Maxis, aufgeteilt in Supermaxis, Maxis und Minimaxis. Diese Yachten begeistern schlicht wegen ihrer Größe und Eleganz und liefern immer wieder spektakuläre Bilder.

Claus Peter Offens Wally 100 „Y3K“
Foto: IMA/Studio Borlenghi

Doch diesmal stahl ein Boot allen anderen die Show. Der 60 Fuß lange Foiler „Flying Nikka“ rauscht in diesem Video durch das Feld, als würden die anderen Boote stehen.

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Konzipiert wurde das Boot nach dem Vorbild der 75 Fuß langen America’s-Cup-Boliden mit zwei Schwenkarmen, an denen sich Foils befinden. Mit dem Boot, entworfen von Mark Mill im Auftrag des Italieners Roberto Lacorte, sollen Hochseeregatten bestritten werden. Es muss also deutlich robuster gebaut sein als die Vorbilder.

Im Frühjahr wurde „Flying Nikka“ fertiggestellt, der Maxi Yacht Rolex Cup war der erste Regattatest. Bis es aber so weit ist, dass solche Foiler gleichwertig gegen herkömmliche Verdränger antreten können, wird wohl noch einige Zeit vergehen. So segelte der Foiler in einer eigenen Wertung konkurrenzlos. Vergleicht man die gesegelten und berechneten Zeiten mit anderen Booten, wird schnell klar, vor welchen Problemen die Wettfahrtleitungen stehen.

„Flying Nikka“ wurde mit einem Zeitverrechnungsfaktor (TCC) von 3.8660 eingestuft. Je höher dieser Wert, desto schneller die Yacht. Zum Vergleich: Die Wally 100 „Y3K“ von Claus Peter Offen hat einen TCC von 1.5870. Bei einer gesegelten Zeit von 3 Stunden, 16 Minuten im zweiten Rennen ergaben das bei ihr 5 Stunden, 11 Minuten berechnete Zeit. „Flying Nikka“ dagegen kommt bei 2 Stunden, 20 Minuten gesegelter Zeit im zweiten Rennen berechnet auf 9 Stunden, 4 Minuten. So schnell, wie es ihr der Verrechnungsfaktor vorgibt, ist sie dann wohl doch nicht.

„Flying Nikka“ entstand in nur acht Monaten bei King Marine in Valencia. Das Boot ist 18,70 Meter lang, der Rumpf 5,17 Meter breit, der Kiel geht 4,30 Meter tief, wenn das Boot nicht fliegt. Die Sandwich-Konstruktion aus Carbon-Prepreg, Nomex und Schaum wiegt insgesamt nur 7,225 Tonnen. Mit 220 Quadratmeter Segelfläche bedeutet dies eine Segeltragezahl von 7,7! Üblicherweise spricht man bereits ab einem Wert von 5 von einem Verhältnis zwischen Segelfläche und Gewicht, das für einen Racer steht.


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