BootsbauAmerica's-Cup-Technologie für Seeregatten

Fridtjof Gunkel

 · 25.06.2022

Bootsbau: America's-Cup-Technologie für SeeregattenFoto: FlyingNikka

Mit der "Flying Nikka" überträgt und variiert Konstrukteur Mark Mills Foiler-Technik auf ein Boot für konventionelle Regatten

Wie ein America's-Cupper ist das rund 20 Meter lange Boot mit zwei schwenkbaren geschwungenen T-Foils ausgestattet, die Ballast tragen und die ab einer gewissen Geschwindigkeit durch die profilierte Formgebung der quer angebrachten Flossen das Boot aus dem Wasser heben. Dabei wird der luvseitige Arm aus dem Wasser gehoben, um den Widerstand zu verringern und gleichzeitig mehr aufrichtendes Moment zu erzeugen. Neu an "Flying Nikka": Zusätzlich gibt es einen starren Flossenkiel mit Bombe für noch mehr Stabilität. Das Ruder wiederum ist mit einer Querflosse, einem sogenannten Elevator, ausgestattet, der zur Kontrolle der Flughöhe dient.

  Volle Flughöhe: "Flying Nikka" auf ersten TestsFoto: FlyingNikka
Volle Flughöhe: "Flying Nikka" auf ersten Tests

Das Boot entstand in nur acht Monaten bei King Marine in Valencia. Hinter dem Projekt steht der italienische Geschäftsmann Alberto Lacorte, der es selbst steuern wird. "Flying Nikka" ist, anders als ein America's-Cupper, nicht nur für die kurze Bahn gedacht. Sie soll auch auf Langstrecken brillieren und internationale Rekorde brechen. Das Team spricht von Geschwindigkeiten von über 40 Knoten, die möglich sein sollen.

"Flying Nikka" ist 18,70 Meter lang, der Rumpf 5,17 Meter breit, der Kiel geht 4,30 Meter tief, wenn das Boot nicht fliegt. Die Sandwich-Konstruktion aus Carbon-Prepreg, Nomex und Schaum wiegt insgesamt nur 7,225 Tonnen. Mit 220 Quadratmeter Segelfläche bedeutet dies eine Segeltragezahl von 7,7! Üblicherweise spricht man bereits ab einem Wert von 5 von einem Verhältnis zwischen Segelfläche und Gewicht, das für einen Racer steht.

  Das Offshore-Boot von morgen? Wo geht's denn hier in den Salon?Foto: FlyingNikka
Das Offshore-Boot von morgen? Wo geht's denn hier in den Salon?

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