Tropensturm “Gonzalo”Erste Bewährungsprobe beim Golden Globe Race

Fabian Boerger

 · 30.09.2026

Tropensturm “Gonzalo”: Erste Bewährungsprobe beim Golden Globe RaceFoto: Don McIntyre / GGR2026
Ihn hat der Sturm “Gonzalo” besonders getroffen, den Amerikaner Gunnar Christensen. Hier beim Fotostopp vor Lanzarote auf seiner Hans Christian 34 “Pompoen”.
Beim Golden Globe Race 2026 hat Tropensturm „Gonzalo“ mehrere Teilnehmende vor Kap Verde getroffen. Einer berichtet von fünf Meter hohen Wellen und beschädigter Ausrüstung. Während die Spitzengruppe weiter südlich segelt, stehen die ersten vor dem Ende ihres Abenteuers.

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Die erste große Probe beim Golden Globe Race 2026 liegt hinter Teilen der Flotte. Tropensturm „Gonzalo“ zog am Wochenende über das Gebiet bei den Kapverdischen Inseln. Das National Hurricane Center dokumentierte den Sturm mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von zeitweise 45 Knoten und Böen bis 55 Knoten.

Fünf Meter See und Schäden auf „Pompoen“

Besonders exponiert waren nach Einschätzung der Regattaleitung Louis Kerdelhué auf der Biscay 36 „IE Charge“, Gunnar Christensen auf der Hans Christian 34 „Pompoen“ und Matt Woodside auf der Cape George 36 „Tipi Haere“. Rasch drehender Wind und See aus verschiedenen Richtungen machten das Segeln anspruchsvoll. Die weiter westlich positionierten Henry Wootton und Mara Løvenskiold Kveseth kamen nach Angaben der Rennleitung glimpflicher davon.

Christensen schilderte, er habe Wind von 50 Knoten und Wellen von fünf Metern erlebt. Er verlor Ausrüstung am Heck, meldete beschädigte Solarpaneele und Probleme mit der Windfahnensteuerung. Zwei Tage lang musste er zeitweise in eine Richtung segeln, die nicht seinem geplanten Kurs entsprach. Woodside drehte nach Angaben der Rennleitung bei etwa 30 Knoten Wind bei, um sich auszuruhen. Bei Kerdelhué waren zunächst keine Schäden gemeldet worden.

ach dem Passieren des Lanzarote-Gates liegen die Führenden Damien Guillou und Pat Lawless bereits weiter südlich. Laut Rennleitung erreichten beide am 28. September den Südostpassat und hatten zu diesem Zeitpunkt rund 550 Seemeilen Vorsprung auf das Hauptfeld.

Hier geht’s zum Tracker.

Yalçın ausgeschieden, deBoer wartet auf Freigabe

Für einen ist das Abenteuer derweil gelaufen: Selim Yalçın wartet nicht mehr auf eine mögliche Rückkehr ins Rennen. Nach dem Ausfall seines Kurzwellenfunks lief der türkische Skipper Cádiz an. Am 26. September bestätigte die Rennleitung seinen Ausstieg.

Guy deBoer liegt dem Veranstalter zufolge mit seiner Tashiba 36 „Spirit“ in der Marina Rubicón auf Lanzarote. An seiner Yacht waren strukturelle Probleme im Bereich von Rumpf und Wantenbeschlag festgestellt worden. Für eine Weiterfahrt verlangt die Rennleitung nach der Reparatur ein positives Gutachten und eine Probefahrt über 100 Seemeilen. Ob er diese bereits erhalten hat, ist noch nicht bekannt.

Livebilder und Renndaten für Zuschauer

Gute Nachrichten kommen vonseiten der technischen Weiterentwicklung des Rennens: Mit dem GGR Window Live lassen sich Aufnahmen von Bord ausgewählter Yachten zu festgelegten Zeiten verfolgen. Die Übertragung funktioniert nur in eine Richtung: Die Skipper erhalten darüber keine Informationen von außen. Die Veranstalter schätzen, dass so die Reichweite des Rennens in sozialen Medien gegenüber 2022 um 400 bis 500 Prozent gestiegen ist.

Und es soll eine weitere Neuheit hinzukommen: Die angekündigte Plattform GGR Stats vergleicht Renndaten der Ausgaben 2018, 2022 und 2026. Dazu gehören Etmale, Durchschnittsgeschwindigkeiten und gesegelte Distanzen. Wer die Auswirkungen von „Gonzalo“ auf die einzelnen Boote einordnen will, kann dort die Fahrten nach dem Sturm mit den Werten davor vergleichen.


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Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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