“Was du träumen kannst, kannst du auch tun.” Dieses Motto hat Lisa Berger und Jede Adwards-Leaney bei ihrem Gipfelsturm stets begleitet. Sie haben es vorgelebt. Jetzt ist ihr Traum von der Weltumseglung vollendet. “Nach acht Monaten sind wir zurück in Lorient. Es ist eisig kalt, kälter als bei Kap Hoorn. Aber auch wunderschön. Es ist ein emotionaler Moment”, hatte Lisa Berger am frühen Sonntagmorgen schon kurz vor dem letzten Zieldurchgang im Globe40 gesagt. Dann kam “Wilson” ins Ziel.
Im Start- und Zielhafen Lorient verneigten sich auch die Veranstalter, die der “Wilson”-Crew diese Zeilen widmeten: “Über Lorient geht die Sonne auf und bringt Wellen intensiver Emotionen mit sich. Nach Tausenden von Meilen, überquerten Ozeanen und gemeisterten Herausforderungen hat die Class40 ‘Wilson’ endlich die Ziellinie passiert. Sie haben es geschafft. Die erste Weltumseglung ist vollendet. Ein Abenteuer, das für immer in die Geschichte eingehen wird.”
Im goldenen Morgenlicht ist dies mehr als nur ein Zieleinlauf. Es ist die Krönung eines Traums, von Opfern und unerschütterlicher Entschlossenheit.” Globe40
Die Skipperin lobte zuerst ihr ältestes Boot der Flotte von 2010, sagte “’Wilson’ hat es so gut gemacht! Wir können kaum glauben, dass uns dieser kleine Spaziergang um den Planeten Erde gelungen ist.” 227 Tage währte das Abenteuer für die frühere Mini-Seglerin Lisa Berger und ihren Partner Jade Edwards-Leaney. Tatsächlich aber hat das kleine Selfmade-Team Wilson Around the World fast zweieinhalb Jahre für die Realisierung des großen Traums von der Weltumseglung geackert.
Alles begann mit Lisa Bergers erster Idee beim Zieldurchgang im Mini-Transat Ende 2023, der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und dem Kauf der betagten Lombard-Akilaria RC2. Es folgten der aufwenige Refit in Eigenregie: “mega viel Arbeit mit wenig Budget”. Alle Härten, alle Qualen, alle Prüfungen haben sich gelohnt: Jetzt haben Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney ihre erste Weltumseglung gemeistert.
Die Schlussetappe von Racife ind den Start- und Zielhafen Lorient meisterten sie in 20 Tagen, 13 Stunden, 56 Minuten und 19 Sekunden. Dann war die größte Runde des Segelrennsports über theoretische gut 30.000 und reale fast 40.000 Seemeilen geschafft. Für die letzten beiden Boote hält das Globe40 indessen noch an: Melodie Schaffers “Whiskey Jack” hatte am Sonntagmorgen noch rund 150 Seemeilen vor sich, das Team Jangada Racing lag 65 Meilen dahinter. Hier geht es zum Tracker und den Etappenergebnissen aller Teams.
Die Offshore-Doublehand-Europameisterin Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney aber sind glücklich im Ziel. Sie haben ihre während der Zweihand-Weltumseglung stark vergrößerte Fangemeinde bis zuletzt mitgerissen, begeistert, die fernsten Reviere der Welt durch ihre Augen beleuchtet und ihre Eindrücke an Land gesendet. Alleine via Facebook durchlebten mehr als 42.000 Follower die Höhenflüge und auch die schweren Globe40-Momente mit diesem Duo.
Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney haben ihre Fans in Atem gehalten und auch zum Lachen gebracht wie keine andere Crew in diesem Rennen. Gäbe es einen Fan-Preis, gehörte er dieser unerschrockenen Meeresstürmerin und dem Co-Skipper, der stets wie ein sympathischer Fels in der Brandung an Lisa Bergers Seite agierte. Jade Edwards-Leaney trug als Segler und technisch versierter MacGyver intensiv zur Teamleistung bei. Die Skipperin und ihr Co-Pilot haben mit großer Passion demonstriert, wie man aus Träumen auch mit kleinem Budget Realität machen kann.
Die Fan-Kommentare ließen nach dem Zieldurchgang nicht lange auf sich warten, reichten von “Unglaubliche Leistung! Ihr seid meine Helden” über “massiver Erfolg” bis zu “Wilson und ihr Team rocken”. Im Schlussklassement der Spitzbugboote, der sogenannten “Pointer”, dürften Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney das Globe40 punktgleich mit der französischen “Free Dom” auf Platz drei abgeschlossen haben. Diese Extra-Wertung dürfte mit 32 Punkten “Barco Brasil” gewinnen. Zu den am Sonntag zunächst noch nicht aktualisierten Gesamtergebnissen geht es hier. Es fehlten vorerst noch die Ergebnisse der Schlussetappe (Abschnitt 7).
Sicher ist eines: Man wird sehr schnell wieder von Lisa Berger hören, die schon das nächste große Abenteuer im Visier hat: Sie will an der Global Solo Challenge 2027 teilnehmen. Das Rennen soll seine Herausforderer im August kommenden Jahres ab Vigo in Spanien einhand und nonstop um die Welt führen.

Freie Reporterin Sport