Lorients Hafen La Base war an diesem Wochenende Gastgeber für den letzten Globe40-Akt. Noch ein letztes Mal kamen die Weltumsegler, die Veranstalter und ihre Teams zusammen, um ihre Abenteuer und Leistungen Revue passieren zu lassen. Im Auditorium der Cité de la Voile wurden Etappenfilme gezeigt und Erinnerungen an die Höhenflüge und auch die Tiefschläge des Intensiv-Rennens um die Welt ausgetauscht. Es folgten die Siegerehrung und das Abschiedsfest mit mehr als 200 Gästen.
Mit der Ankunft des britischen Teams Jangada Racing war die am 4. September 2025 gestartete Zweihand-Weltumseglung auf Class40ies am 21. April 2026 nach 229 Tagen im Start- und Zielhafen Lorient sportlich zu Ende gegangen. Das Finale der zweiten Globe40-Edition feierten Segler, Teams, Organisatoren und Partner ausgelassen.
Die Veranstalter zogen glücklich Bilanz: “Das ist natürlich eine große Freude für alle Teilnehmer und für die Organisatoren. Die Qualität der Teams, die Qualität der technischen Vorbereitung und Betreuung während der Etappen, das unerschütterliche Engagement des Organisationsteams zu jeder Zeit und, um bescheiden zu bleiben, zweifellos auch eine gute Portion Glück oder ein Glücksstern haben dieses Ergebnis möglich gemacht.” Vergessen waren dabei die kleinen Dämpfer und auch Tiefschläge, die Segler wie Veranstalter auf dem Kurs um die Welt ebenso einzustecken hatten.
Was bleibt vom Class40-Rennen um die Welt? Aus deutscher Sicht zwei junge Segler, die mehr als nur die sprichwörtlichen Grenzen überschreiten mussten. Lennart Burke und Melwin Fink waren last minute, hungrig und sehr vielversprechend in ihre erste Weltumseglung gestartet. Sie lagen auf Platz zwei und zählten zu den Podiumsanwärtern, als Bruch auf Etappe drei von La Réunion nach Sydney ihren Höhenflug am 1. Advent 2025 jäh beendete.
Dagegen bäumten sie sich auf, rangen um die Rückkehr ins Rennen, reparierten das Rigg, jagten im Überführungsmodus von La Réunion via Kapstadt in den brasilianischen Etappenhafen Recife. Von dort aus bestritten nach drei verpassten Etappen noch den atlantischen Schlussakt zurück nach Lorient. Immense Nehmer- und Stehauf-Qualitäten haben Lennart Burke und Melwin Fink im Globe40 mit Mini-Budget und Maxi-Ambitionen am laufenden Band zeigen müssen. Im aktuellen YACHT-Podcast berichtete die jüngste Crew in der Flotte noch einmal ausführlich vom bislang größten Abenteuer ihrer Segelkarriere..
Es war nicht immer einfach. Wir hatten viele Höhen und Tiefen. Man hat sich mehr als ein oder zwei Male gefragt, was man hier überhaupt macht. Und sich geschworen, dass man das nie wieder macht!” Lennart Burke
“Die gesamten acht Monate waren extrem hart. Das muss man jetzt mal ein bisschen sacken lassen. Aber das Kribbeln ist da”, fasste auch Melwin Fink seine Gedankenwelt nach dem Finale zusammen. Sein Team sei “sehr gut gesegelt”, hätte aber natürlich “einen kleinen Schaden unterwegs” gehabt. Die Folge daraus brachte Fink auch auf den Punkt: “Uns fehlt quasi noch die komplette Weltumseglung. Deswegen ist das Kribbeln extrem.”
Soll heißen: Die beiden Meeresstürmer, die gemeinsam in Hamburg und in Kiel die Werftbetriebe Next Generation Boating und Next Generation Yachting betreiben, wollen es im Idealfall bei der dritten Globe40-Auflage noch einmal wissen. Weshalb ein erneuter Kampagnenaufbau schon im Visier ist. Klappt das auf dem angestrebten Niveau, würde das Duo die Class40 im Idealfall gerne selbst bauen. “Die Motivation ist riesig”, sagt Melwin Fink mit Blick auf die nächste Globe40-Edition, die im Herbst 2028 starten und im Frühjahr 2029 enden soll.
Davor aber steht noch das Heimfinale. Am 2. Mai steigt die Begrüßungsparty für Lennart Burke und Melwin Fink in Hamburg. Der Plan dafür findet sich auch hier. “Ganz viele Freunde und Bekannte wollen uns auf der Elbe mit Booten entgegenkommen. Dann laufen wir in der HafenCity ein. Dort erwartet uns eine große Party mit einem DJ”. Dort dürfen wir dann die Weltumseglung abschließen”, berichtet Melwin Fink mit viel Vorfreude auf das letzte emotionale Ausrufezeichen im Heimathafen.
“Alles ist viel größer geworden, als es eigentlich ist und als wir es uns vorstellen konnten. Wir wollen natürlich allen Menschen die Chance geben, mit uns zu feiern, bei uns zu sein und diesen Moment miteinzufangen”, sagte Lennart Burke. Die Brücke am Sandtorhafen wird sich für das Team Next Generation Boating Around the World am 2. Mai um 13.15 Uhr öffnen. “Dann laufen wir dort ein. Um 13.45 Uhr soll dann die offizielle Begrüßung sein”, erklärt Burke den geplanten Ablauf der öffentlichen Veranstaltung mit freiem Zugang für alle Fans.
Gefragt nach ihren intensivsten Erinnerungen, kam mehr als einmal das Finale der zweiten Etappe als Antwort. “Was mir immer wieder in den Kopf kommt, ist das Finish von La Réunion. Wo wir nach einem 600-Seemeilen-Rückstand noch Zweite wurden und richtig Welle geschlagen haben. So viele Leute, die am Tracker hingen, hatten wir, glaube ich, noch nie. Auch der Veranstalter war völlig baff. Das Finish von La Réunion war legendär.”
Zum Schlussklassement für das 2. Globe40 geht es hier. Lennart Burke und Melwin Fink beenden das Rennen nach weiteren Jury-Entscheidungen bezüglich des Umgangs mit den verpassten Etappen auf Platz acht. “Für uns steht aber unsere Geschichte, nicht die Platzierung im Vordergrund”, sagte Lennart Burke am Wochenende. Ihre ganz persönliche Geschichte wollen sie am 2. Mai bei der Willkommensfeier in Hamburg mit Familie, Freunden und Fans noch einmal in der Heimat Revue passieren lassen.