Das zweite Drittel im 54. La Solitaire du Figaro Paprec ist eingeläutet. Am Sonntag startete das Feld der 27 Männer und fünf Frauen in Etappe zwei von Kinsale nach Roscoff in der Bucht von Morlaix. Die Route führt die Figaristen zunächst zu einer Wendemarke knapp unterhalb der Isle of Man, bevor es zurück und vorbei an Land’s End in die französische Bucht geht. 630 Seemeilen (1167 Kilometer) sind solo zu meistern.
Wie schwierig die anfängliche Positionierung ist, zeigten die ersten Zwischenstände im Live-Tracker. Da hatten sich mit dem Sieger der ersten Etappe, Tom Dolan (”Smurfit Kappa – Kingspan”) und dem co-favorisierten Guillaume Pirouelle (”Région Normandie”) gleich zwei Top-Akteure zunächst auf den Plätzen 26 und 22 einordnen müssen. Sanni Beucke (”This race is female”) aus Strande bei Kiel eröffnete den zweiten Abschnitt des Dreiteilers als 20. im Mittelfeld.
Die Führung hatte am Sonntagnachmittag Gaston Morvan (”Région Bretagne CMB Performance”) übernommen. Mit Charlotte Yven (”Skipper Macif 2023”), Élodie Bonafous (”Quéguiner La Vie en Rose”) und Julie Simon (”Douze”) hatten sich vorerst gleich drei Skipperinnen zunächst in den Top-Ten platzieren können.
Nach kurzer Startverschiebung in Kinsale, in der sich die thermische Brise nur langsam einstellte, verabschiedete sich die Flotte im 54. La Solitaire du Figaro Paprec Flotte aus der hübschen irischen Hafenstadt. Der Startschuss fiel um 13:40 Uhr zur Freude vieler Zuschauer an Land und auf dem Wasser bei leichten Winden und herrlichem Sonntagnachmittagssonnenschein.
Die Flotte ist in Richtung Norden der Irischen See unterwegs und hat eine komplexe erste Nacht zu erwarten. Es wird damit gerechnet, dass das Feld nahe der zerklüfteten irischen Küste bleibt, um sich dort die thermische Brise zunutze zu machen. Das bevorstehende Szenario in der oft so wilden, aber aktuell eher sehr milden Irischen See beschrieb vor dem Start Basile Bourgnon (”Edenred”).
Wir werden uns in der ersten Nacht ein wenig die Haare raufen.” Basile Bourgnon
Der Franzose lag nach Etappe eins auf Platz sieben und sagte: “Wir werden uns in der ersten Nacht ein wenig die Haare raufen, vor allem bei diesem sehr leichten Wind, der vielleicht fünf oder sechs Stunden anhalten wird. Dann hoffen wir, dass nachts mehr Wind einsetzt, so dass wir ein etwas mit dem Autopiloten fahren und ein wenig schlafen können. Der relativ schwache Wind wird uns dazu zwingen, uns auf unsere Route und das Wetter zu konzentrieren, gut zu essen und unseren Schlaf zu kontrollieren...”
Basile Bourgnon zufolge hat diese zweite Etappe den Charakter einer "zweiten ersten Etappe”, weil die geringen Zeitabstände in der vorläufigen Gesamtwertung nach Durchgang eins den zweiten Abschnitt fast wie einen Neustart wirken lassen. Darauf hofft auch Sanni Beucke, die nach Platz 27 auf Etappe eins einige Learnings mit in die Fortsetzung genommen hat. Dazu zählte auch eine sehr präzise Vorbereitung auf das Wetterszenario in Etappe zwei.
Es könnte im Norden eine ziemlich stürmische und eine ziemlich kalte Etappe werden.” Sanni Beucke
Beucke sagte: “Es könnte eine ziemlich stürmische und und ziemlich kalte Etappe werden, wenn wir nach Norden kommen. Wenn wir dann wieder nach Süden segeln, treffen wir auf einige Sperrgebiete, in die wir nicht hineinsegeln dürfen. Da wird es dann wieder taktisch, bevor wir den Ärmelkanal erneut durchqueren.” Die Ziellinie erwartet die Figaro-Flotte vor Roscoff.
Hier geht’s zum Etappenüberblick:

Freie Reporterin Sport