BlauwasserMit der Atlantic Rally for Cruisers in die Karibik

Kristina Müller

 · 04.01.2022

Blauwasser: Mit der Atlantic Rally for Cruisers in die KaribikFoto: WCC / James Mitchell

Flaute, Sturm und Havarien: Die ARC 2021 hat erneut gezeigt, dass ein Transatlantik-Törn mehr ist als sanftes Segeln im Passat. Bericht von Start und Ankunft

141 Yachten machten sich am 21. November mit der ARC auf den Weg nach St. Lucia, doch nicht alle schafften es ins Ziel. Erst Flaute, dann ungewöhnlich starker Passatwind sowie zwei Schiffsaufgaben und ein tragischer Todesfall hielten die Segler, Veranstalter und Beobachter der Rally in Atem.

Aufgrund der schwachen Winde, die für nahezu die komplette erste Woche nach dem Start vorhergesagt worden waren, entschied sich der Großteil der Skipper für einen weit südlichen Kurs, um den Passatwind auf Höhe der Kapverden zu suchen.

  Kontrolliertes Chaos: In den Tagen vor dem ARC-Start bereiten Dutzende Crews die Abfahrt vorFoto: YACHT/ K.Müller
Kontrolliertes Chaos: In den Tagen vor dem ARC-Start bereiten Dutzende Crews die Abfahrt vor
  Der eigentliche Rally-Start verläuft in mehreren Gruppen, gestaffelt nach Bootstyp und -größeFoto: YACHT/ K. Müller
Der eigentliche Rally-Start verläuft in mehreren Gruppen, gestaffelt nach Bootstyp und -größe

Nur wenige Yachten schlugen einen direkteren, nördlicheren Weg ein, wo statt Flaute Starkwind zu erwarten war. Darunter auch die französische X 4.3 „Agecanonix“, auf der es zum tödlichen Unfall eines Mitseglers kam. Die zwei weiteren Crewmitglieder wurden daraufhin von einem Kreuzfahrtschiff aufgenommen, die Yacht gaben sie auf.

Und auch eine Hanse 588 wurde nach Ausfall der Ruderanlage sich selbst überlassen. Ihre Crew erreichte die Karibik sicher an Bord einer anderen Yacht der ARC­-Flotte.

Nicht nur in diesen beiden Fällen zeigte sich, dass die Rally keine Spazierfahrt ist. „Ein Tiefdruckgebiet auf der nördlichen Route beeinflusste das gesamte Windfeld auf dem Rest der Strecke“, erklärt Diplom­-Meteorologe Sebastian Wache. „Es war eine außergewöhnliche Lage. So viele Flauten, drehende Winde und kabbelige See habe ich selten gesehen“, sagt der Kieler, der seit 2014 zahlreiche Crews während des Törns mit Wetterdaten und Routings versorgt.

  Flaute oder Sturm? Gut informiert wollte die Crew der deutschen Yacht "Go East" über den Atlantik segeln – hier das Briefing vor der AbfahrtFoto: YACHT/ K. Müller
Flaute oder Sturm? Gut informiert wollte die Crew der deutschen Yacht "Go East" über den Atlantik segeln – hier das Briefing vor der Abfahrt

Als erstes Boot kam nach gut zwölf Tagen die „12 Nacira 69“ an, eine italienische Vismara, die mit 16 anderen Schiffen in der Racing Division segelte. Platz zwei belegte Jean-­Pierre Dick auf der JP 54 „The Kid for Ville de Nice“. Auf Platz drei kam die „Salamander“, eine Nauticat 521 aus England.

Auch 18 deutsche Crews segelten mit der ARC 2021 in die Karibik. Die YACHT hat einige von ihnen in den Tagen unmittelbar vor dem Start in Las Palmas begleitet. Wie sie den Aufbruch in das Abenteuer erlebt haben und welches Fazit sie nach der Ankunft ziehen, lesen Sie in der neuen YACHT 2/2022.

  Ankunft der "Go East" vor St. Lucia. Knapp drei Wochen benötigten viele Fahrtenyachten für die Atlantiküberquerung Ende 2021Foto: WCC/Tim Wright
Ankunft der "Go East" vor St. Lucia. Knapp drei Wochen benötigten viele Fahrtenyachten für die Atlantiküberquerung Ende 2021

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