Blauwasser
ARC-Start: 141 Yachten auf Kurs Karibik

Mit der Atlantic Rally for Cruisers über den Ozean – ein Lebenstraum vieler. Vor Gran Canaria hat er für 900 Segler begonnen

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 21.11.2021
Bunte Mischung. Vom 35-Fuß-Boot bis zur Luxusyacht reicht die Bandbreite der Yachten Bunte Mischung. Vom 35-Fuß-Boot bis zur Luxusyacht reicht die Bandbreite der Yachten Bunte Mischung. Vom 35-Fuß-Boot bis zur Luxusyacht reicht die Bandbreite der Yachten

YACHT/ K. Müller Bunte Mischung. Vom 35-Fuß-Boot bis zur Luxusyacht reicht die Bandbreite der Yachten

Auf ins Abenteuer, raus auf den Atlantik: 141 Yachten sind am Sonntagmittag vor Las Palmas de Gran Canaria mit der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) zum Törn in die Karibik gestartet. Knapp drei Wochen werden die Fahrtenyachten unterwegs sein, bis vor ihnen wieder Land am Horizont auftaucht. Die Rennyachten werden weit früher erwartet. Ziel der Flotte mit 900 Seglern und Seglerinnen aus 38 Ländern ist St. Lucia.

Gelungener Auftakt

Neun Yachten segeln unter deutscher Flagge. Insgesamt aber werden 18 Schiffe von deutschen Seglern geführt, die mit 71 Seglern im Teilnehmerfeld vertreten sind. Vielversprechend: Als erste Yacht der mit 92 Booten größten Startgruppe „Cruising Division“ überquerte die S&S Swan 48 von Markus Bocks die Startlinie.

Bocks segelt die ARC bereits zum dritten Mal mit Kojenchartergästen. Kurz vor dem Ablegen erzählte der Deutsche im Gespräch mit der YACHT vor Ort, dass sie am Start alles geben wollen. „Sicher sagen viele Fahrtenseglercrews, dass sie defensiv und weit hinten starten wollen – aber dann ist ja vorn niemand mehr!“, so der Segler lachend.

YACHT/ K. Müller Skipper Bocks auf seiner "Montana". Die Swan gehört zu den ältesten Schiffen der Flotte und hat den Atlantik bereits mehrfach in beide Richtungen überquert

Tatsächlich verliefen die Starts insgesamt nahezu reibungslos. Über eine halbe Stunde gestreckt wurden zwischen 12.30 und 13 Uhr Ortszeit die Yachten unterteilt nach den Bootsklassen Open Division, Racing Division, Multihulls und Cruising Division auf den Kurs geschickt. Allein eine Yacht musste schon an der Startlinie umkehren, da sich ein Crewmitglied einen Finger schwer durch den Überläufer einer Winsch verletzte.

YACHT/ K. Müller Start der Cruiser ...

YACHT/ K. Müller ... und der Racer

Gemeinsam statt einsam

Die Zusammensetzung der Crews mit Schwarz-Rot-Gold am Heck repräsentiert die enorme Bandbreite der ARC-Segler: Dabei sind Paare, Familien, Freunde und Chartercrews.

Hans und Anne Thiel etwa haben sich mit Sohn Rene, 13, und Tochter Jenny, 14, gezielt für die Atlantiküberquerung im Rudel entschlossen, um im Vorfeld viele Kontakte knüpfen zu können.

YACHT/ K. Müller Auf einer Bavaria 44 ist die Familiencrew zur Atlantiküberquerung gestartet

Für Eddy Rummel samt Partnerin und Freunden an Bord seiner Jeanneau „Go East“ war ebenfalls das Gemeinschaftserlebnis der ausschlaggebende Grund, bei der ARC zu melden, statt allein über den Ozean zu segeln. Dass aufgrund der Pandemie nun ein Großteil der sonst üblichen Seminare und Partys vor Ort ausfallen musste, bedauert der Unternehmer. Die Entscheidung bereue er dennoch nicht. „Allein der organisatorische Rahmen war es wert“, so Rummel.

Suche nach dem Passat

Dennoch: Da für die ersten Tage auf See sehr wenig Wind vorhergesagt ist, waren nicht wenige Crews ins Zweifeln gekommen, ob die Abfahrt zum lange vorher festgelegten Termin wirklich eine gute Idee sei. Der Start jedoch machte Mut: Statt wie von manchen befürchtet bei Flaut über die Linie motoren zu müssen, konnten bei frischen 10 bis 15 Knoten die Segel dichtgenommen werden. Die Vorwindsegel blieben jedoch eingepackt. Auf den ersten Meilen steht zunächst eine Kreuz Richtung Süden an.

Der Wind soll in den ersten Tagen leicht und wechselhaft bleiben. Danach erst können die Boote, die eine südliche Route nehmen, damit rechnen, auf konstanten Passatwind zu treffen. „Die Wetterlage ist ungewöhnlich“, sagt der Kieler Meteorologe Sebastian Wache, der einige der deutschen Crews unterwegs mit Wetterdaten versorgt. Chris Tibbs, Meteorologe des World Cruising Club, riet beim Skippers Briefing, entlang der afrikanischen Küste nach Süden bis zum Breitengrad der Kapverden zu fahren – im Zweifel als „Motorsegler“ – um dann mit dem hoffentlich einsetzenden Passat den Bug nach Westen zu richten.

Rush-Hour auf dem Ozean

Die Flotte der „ARC Plus“ hat das bereits getan. Die 67 Schiffe dieser Rally waren schon Anfang November in Las Palmas losgesegelt, um einen Stopp in Mindelo auf den Kapverden einzulegen. Am Freitag lösten die teilnehmenden Yachten, darunter ebenfalls mehrere deutsche, die Leinen zur Atlantiküberquerung. Weitere 60 Crews wollen dann an der ersten Ausgabe der „ARC Januar“ teilnehmen und im neuen Jahr bei einer dritten Atlantik-Rally in See stechen.

2700 Seemeilen liegen vor den ARC-Skippern und ihren Crews. Für die meisten bedeutet das etwa 18 bis 21 Tage und Nächte auf See. Wer die Flotte virtuell verfolgen möchte, kann das im Rally-Tracker des World Cruising Club (klicken) .

Den großen Bericht über das Atlantik-Abenteuer lesen Sie demnächst in der YACHT.


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