Atlantic CupWal-Kollision beschädigt “Sign for Com” – Burke/Fink gefordert

Max Gasser

 · 05.06.2024

Die "Sign for Com" nach dem Start zur zweiten Etappe von Newport nach Portland
Foto: Billy Black/Atlantic Cup
Schadensbilder der ”Sign for Com” und die besten Segelbilder von Etappe zwei beim Atlantic Cup
Die deutschen Class-40-Hoffnungen Lennart Burke und Melwin Fink starten beim Atlantic Cup heute in die Coastal Races. Eine heftige Wal-Kollision auf der zweiten Etappe könnte sie den Podiumsplatz gekostet haben

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Lennart Burke und Melwin Fink liegen beim Atlantic Cup nach Etappe zwei auf dem fünften Platz und starten heute in Portland in die Coastal Races. Bis morgen geht es für das deutsche Class-40-Duo darum, die angestrebte Podest-Platzierung zu sichern. Mit lediglich drei Punkten Rückstand auf die Plätze zwei und drei scheint das noch immer ein realistisches Ziel für den ambitionierten Nachwuchs zu sein.

In Gesamtführung liegt weiterhin das italienisch-französische Duo Alberto Riva und Jean Mare auf der “Acrobatica”, das beide Etappen für sich entscheiden konnte. Das Team hat im Trio mit Benjamin Schwartz mit 433,53 Seemeilen erst kürzlich einen neuen 24-Stunden-Rekord aufgestellt. Damit zählt das Guelfi-Design zu den schnellsten Class 40s überhaupt. Platz zwei sicherten sich in extrem anspruchsvollen Bedingungen auf dem zweiten Abschnitt die Franzosen Pierre-Louis Atwell und Maxime Bensa. Die “dékuple” von William Mathelin-Moreaux und Co-Skipper Pietro Luciani schloss auf Rang drei ab.

“Es war wahnsinnig intensiv, weil wir die ganze Zeit zusammen waren. Wir konnten uns das ganze Rennen über sehen”, sagte “Acrobatica”-Co-Skipper Jean Mare im Ziel. Erneut trennten die Teams auch auf der Ziellinie nur wenige Minuten. Selbst auf den letzten Metern gab es noch Positionswechsel. Zwischen Platz zwei und vier lagen nach den 249 Seemeilen lediglich eine Minute und 45 Sekunden, zwischen Platz drei und vier sogar nur 25 Sekunden.

Wal-Kollision stoppt Melwin Fink und Lennart Burke beim Atlantic Cup

Race Director Hugh Piggin sagte: “Es war eine taktisch sehr anspruchsvolle Etappe für die Teams, da ein Wettersystem über den Kurs zog. Es gab Phasen, in denen die Teams mit 15 bis 16 Knoten unter Spinnaker segelten, und dann gab es eine Phase, in der sie bei sehr leichter Brise segelten und darum kämpften, in Bewegung zu bleiben.”

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Ausgerechnet das einzige US-Team unter den acht Class 40s war bereits vor dem Start in Newport ausgeschieden. Der Owen-Clarke-Neubau “Scowling Dragon” hatte auf der ersten Etappe schwere strukturelle Schäden erlitten.

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Lennart Burke und Melwin erreichten das Ziel auf Rang sechs, hatten während des Rennens allerdings ebenfalls schwer zu kämpfen und kollidierten mit einem Wal. Mit 11 Knoten Speed traf die “Sign for Com” auf den Meeresbewohner, der das Schiff abrupt abstoppte. “Wir sind voll auf einen draufgebrettert, das war wie auflaufen”, erzählt Lennart Burke von dem Vorfall auf dem Instagram-Kanal des Teams. Schon bei der ersten Kontrolle über eine am Boot installierte Unterwasserkamera waren deutliche Lackschäden zu erkennen, inwieweit die Struktur getroffen wurde, war zunächst unklar. Bereits auf der ersten Etappe war man einem solchen Zusammenstoß nur knapp entgangen.

Schlimmeres verhindert: weiterer Materialschaden an der “Sign for Com”

Im Hafen von Portland dann Entwarnung: keine ernsthaften Beschädigungen! Das ergab die Prüfung im Zielhafen. Melwin Fink tauchte mit einer GoPro ab und untersuchte den Kiel. Dennoch wolle man den Anhang bei der nächsten Möglichkeit neu versiegeln.

Für die Platzierung ebenfalls schmerzhaft dürfte der Riss der möglicherweise durch den Wal-Crash bereits beschädigten Wasserstag-Lasching beim Setzen des Code 0 gewesen sein. Gerade rechtzeitig konnte ein größerer Schaden abgewendet werden. “Wir sind sehr glücklich. Eigentlich wäre das das Omen, dass man sich danach den Bugspriet bricht”, kommentierte Burke in einer Instagram-Story. Co-Skipper Fink begab sich daraufhin bei voller Fahrt auf den Bugspriet, um die Fixierung des Wasserstags mithilfe der Tackline bestmöglich zu reparieren. So konnte das Wasserstag wieder durchgesetzt werden, in Portland erfolgte dann die eigentliche Reparatur mit neuem SK99-Dyneema.

“Uns geht es gut, aber natürlich sind wir etwas enttäuscht vom Ergebnis. Aber es sollte nicht sein, wir haben ein bisschen Pech gehabt”, meldete sich der 22-Jährige bei der Annäherung an die Ziellinie, als das Resultat bereits feststand.

Kurs auf Wiedergutmachung bei den Coastal Races

Der Atlantic Cup wurde 2011 zur Förderung des amerikanischen Seesegelns aus der Taufe gehoben und ist hierzulande kaum bekannt. Mit drei Etappen bietet die Regatta ihren Teilnehmern ein abwechslungsreiches Rennen. Die siebte Auflage von Amerikas einziger Offshore-Regatta für Class-40-Yachten führt auf insgesamt rund 1.050 Seemeilen von Charleston via Newport entlang der US-Ostküste nach Portland, wo abschließende Coastal Races ausgesegelt werden.

2012 hatten der Hamburger Jörg Riechers und sein Co-Skipper Ryan Breymaier den Atlantic Cup mit “Mare” gewonnen. Auch Lennart Burke und Melwin Fink sind mit einem ehrgeizigen Ziel gestartet. Vor dem Start zur ersten Etappe hatten sie sich einen Platz im vorderen Drittel und damit einen Podiumsplatz vorgenommen. Mit ihrer Ankunft auf Platz drei in Newport konnten sie das zunächst bestätigen und sind nach Platz sechs auf der zweiten Etappe heute und morgen in den Küstenrennen gefordert. Für die letzten beiden Renntage werden sehr leichtwindige Bedingungen erwartet.


Max Gasser

Max Gasser

Social Media Redakteur

Nur wenige Meter von den Ufern des Bodensees entfernt aufgewachsen, fand Max Gasser schon früh an Bord des familieneigenen 15er Jollenkreuzers. Nach aktiver Regattalaufbahn erfüllte er sich mit dem Kauf einer foilenden Motte einen Kindheitstraum, den er heute mit einem neueren Boot lebt. Journalistisch trat er als freier Mitarbeiter erstmals bei einem lokalen Wasserportmedium in Erscheinung und absolvierte dann ein Praktikum bei der YACHT, welches ihm zunächst sein Volontariat und darauffolgend den Job als Redakteur in der Wasserport Digital Redaktion verschaffte.

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