184 Boote in neun Klassen haben das 85. Gotland Runt auf dem großen Kurs oder dem Visby-Kurs für die Klassiker mitgeprägt. Schwedens Sommerhit hatte am 28. Juni mit Startschwierigkeiten begonnen. Die Veranstalter mussten den Auftakt – erst zum zweiten Mal in der Geschichte – um mehrere Stunden verschieben. Dann aber ging es gut los. Der Wind mauserte sich Startgruppe für Startgruppe.
Keine Überraschung war, dass der Trimaran “Kraken” die Multuhull-Line-Honors zügig holte. Nach 1 Tag, 5 Stunden, 31 Minuten und 20 Sekunden waren Skipper Thibaut Vauchel-Camus und seine Crew zurück im Ziel. Der “Black Jack”-Streckenrekord von 2025 (22 Stunden, 4 Minuten) aber blieb in den überwiegend leichteren Winden unangetastet. Auch viele deutsche Boote waren in diesem Jahr dabei, darunter Yachten und Teams, deren Namen man auch von anderen großen Regatten kennt.
Die Gesamtwertung hat die holländische VO65 “Jajo” mit der Segelnummer NED 1 gewonnen. Ihr Sieg verzerrt den Trend etwas, nachdem der Schweden-Klassiker in diesem Jahr in der Tendenz ein Rennen auch für die kleineren Boote war. Doch “Jajo” wurde gut gesegelt und hatte den Wind als First ship home im Endspurt noch einmal auf ihrer Seite, während viele mittlere Yachten aufbder Zielgeraden noch einmal ausgebremst wurden.
So folgen “Jajo”, deren Crew sich nach 1 Tag, 8 Stunden, 36 Minuten und 49 Sekunden die Einrumpf-Line-Honours verdient hatte, in der Gesamtwertung auf den Plätzen zwei und drei der schwedische Multihull “CarbonTiger” (Farrier 33R) und die zweihand gesegelte Norlin34 “Farmor Anka”. Auch Hanno Ziehms Marten 49 “Moana” (Kieler Yacht-Club) schaffte im Feld der 148 Boote im Ziel als starke Sechste in die Top Ten der Gesamtwertung. In der gesonderten Wertung für die ORC-Boote war “Moanas” gesegelte Zeit von 1 Tag, 21 Stunden, 28 Minuten und 59 Sekunden unter 21 Booten sogar den Gruppensieg wert.
Stolz auf ihren dritten Platz in Gruppe A sind auch Jonas Hallberg und seine Crew auf der neuen JPK 10.50 “Hinden” (Kieler Yacht-Club), die in diesem Jahr schon das Baltic 500 gewonnen und Platz zwei bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft Offshore und auch im Pantaenius Rund Skagen Rennen geholt hat. Hallberg wusste mit seinen Mitstreitern Jonas Hiller, Luca Leidholdt und Luca Mayer im Gotland-Runt-Endspurt, dass an die enteilte große “Jajo” kein Herankommen mehr war, weil die “Fliegende Holländerin” vorne noch besseren Wind hatte.
Trotzdem fiel Hallbergs Fazit begeistert aus: “Es war ein tolles Rennen und wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung.” Der “Doppel-Jonas” und der “Doppel-Luca” haben sich mit einer gesegelten Zeit von 2 Tagen, 8 Stunden, 32 Minuten und 37 Sekunden als starke Crew-Kombination erwiesen. Ebenfalls erfolgreich in Gruppe A war Daniel Baums schöner Einzelbau “Elida” (Hamburger Segel-Club), deren Crew Platz acht erkämpfte.
Imoca-Segler Andreas Baden war auf “Elida” im Einsatz und hatte von unterwegs berichtet. Auch die “Elida”-Crew wusste, dass es gegen Ende noch einmal eng werden würde im Ringen um Top-Platzierungen. Rund 60 Seemeilen vor dem Zieldurchgang hatte Andreas Baden notiert: “Das Boot läuft aktuell flott. Wir haben noch 60 Meilen vor uns, rauschen mit 10 Knoten und zwei Vorsegeln Richtung Norden. Der Wind soll nachlassen in den nächsten Stunden und gegen uns drehen. Wir hoffen, das kommt etwas später und wir können noch gut Meilen in Richtung Ziel machen, bevor der Wind in die falsche Richtung dreht und nachlässt.”
In den Tagen der Zieldurchgänge hatten sich die Ergebnisse für das Gotland Runt dann mit der Ankunft vieler Boote in den wechselnden Finalbedingungen immer wieder neu durchgerüttelt. Am Ende bedeutete der Podiumsplatz für “Hinden” in Gruppe A für die JPK 10.50 Platz 18 in der Gesamtwertung. Hier segelte Berthold Brinkmanns Pogo RC “MarieJo” (Norddeutscher Regatta Verein) mit den Ex-Olympiaseglern Florian Spalteholz und Frank Parlow sowie Seesegler Martin Buck auf Platz 24.
“MarieJos” gesegelte Zeit: 2 Tage, 8 Stunden, 49 Minuten und 43 Sekunden. Sie kam nur eine gute Viertelstunde nach “Hinden” ins Ziel. In der von “Moana” gewonnenen Gruppe der nach SRS gewerteten ORC-Boote war die Leistung der “MarieJo”-Crew um Berthold Brinkmann Platz fünf wert. Auf Platz 14 in Gruppe A segelte Thomas Reineckes Team auf der JND39 “Sakura” (Segelclub Oevelgönne 1901).

Freie Reporterin Sport
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