Gotland RuntLine Honours für “Kraken”, deutsche Boote mit Podiumschancen

Tatjana Pokorny

 · 30.06.2026

Der Trimaran "Kraken" war First Ship home im Gotland Runt 2026.
Foto: Daniel Stenholm/Gotland Runt
Der schwedische Sommerklassiker Gotland Runt hatte am Sonntagabend mit Wetterchaos und dreistündiger Verspätung begonnen. Für den Trimaran “Kraken” ging das Rennen bereits in der Nacht zum auf Dienstag zu Ende. Die Mehrheit der Flotte war am Dienstag noch auf See gefordert. Dabei kämpften mehrere deutsche Boote Top-Platzierungen.

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Unter flauen Winden hat nicht nur die Kieler Woche in diesem Jahr gelitten. Auch der schwedische Sommerklassiker Gotland Runt hat einiges an Zeitlupensegeln zu bieten. Weshalb es in diesem Jahr keinen Rekord, aber trotzdem einen schnellen Trimaran als “First Ship Home” zu feiern gab. Der Ocean 50 mit Skipper Thibaut Vauchel-Camus segelte den Kurs nach dreistündiger Startverschiebung am Sonntagnachmittag dann in 1 Tag, 5 Stunden, 31 Minuten und 20 Sekunden ab. Dafür gab es schon in der Nacht zu Dienstag die Line Honours.

Gotland Runt: zweite Startverschiebung in der Renngeschichte

Der Auftakt zum Gotland Runt war die diesem Jahr zäher Natur, doch Wettfahrtleiterin Kristina Wiktander ließ sich von den schlappen Winden nicht aus der Ruhe bringen. Sie hatte trotz arg flauer Bedigungen dafür entschieden, die Starts nach der Verzögerung wie geplant durchzuziehen. Das sah anfangs nach Stehsegeln und wenig vielversprechend aus, doch bald schon sollte sich die Entscheidung als richtig erweisen: Der Wind nahm während der im 15-Minuten-Takt erfolgten Starts beständig zu.

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Stefan Rahm, Clubdirektor des gastgebenden Königlich-Schwedischen Yachtclubs (KSSS) und auch als Matchracer bekannt, hatte nach den Starts eingeräumt: “Es war ein mulmiges Gefühl, als wir den Start auch in diesem Jahr verschieben mussten. Es waren keine einfachen Entscheidungen. Aber ich denke, wir haben die absolut richtigen Entscheidungen getroffen.” Auch 2025 schon war der Start zum Gotland Runt verschoben worden. Damals in stürmischen Bedingungen erstmals überhaupt seit der Rennpremiere 1937.

Nach und nach folgten “Kraken” über den Tag die ersten Verfolger. Die Mehrheit der Flotte war am Dienstagnachmittag noch auf See. Gesegelt wird beim Gotland Runt nach schwedischem SRS-Handicap-System und auch nach ORC gesegelt. Einen neuen Rennrekord haben die überwiegend flaueren Bedingungen in diesem Jahr aber nicht zugelassen, auch wenn “Kraken” zwischenzeitlich Spitzengeschwindigkeiten von 30 Knoten erreichte.

Der “Black Jack”-Rekord fürs Gotland Runt bleibt

Die Bestmarke hält auch weiter der 100-Fuß-Maxi “Black Jack”, der den Kurs rund Gotland im vergangenen Jahr in 22 Stunden und 4 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,24 Knoten abgeritten hatte. Auch der Geschwindigkeitsrekord für Mehrrumpfboote blieb in diesem Jahr unerreicht. Diese Bestmarke wird von der „HiQ“ gehalten, die die Strecke 2008 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,38 Knoten zurücklegte. Die „Kraken“ erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp unter 12 Knoten.

Die Crew konnte das volle Geschwindigkeitspotenzial des Tris auf immer wieder flauen Abschnitten nicht ausschöpfen „Bei leichtem Wind ist ein Mehrrumpfboot nicht viel schneller als ein Einrumpfboot. Wir hatten einige fantastische Phasen mit hoher Geschwindigkeit, aber auch zu viele Abschnitte, in denen es einfach nicht genug Wind gab“, zog Thibaut Vauchel-Camus Bilanz im Gotland Runt.

Für Thibaut Vauchel-Camus war das Rennen auch eine Rückkehr an einen Ort, der mit starken persönlichen Erinnerungen verbunden ist. Anfang der 2000er Jahre nahm er am Archipelago Raid teil und verliebte sich in die Stockholmer Schären. „Es ist ein fantastisches Gefühl, wieder hier zu sein und das alles noch einmal zu erleben.”

Die Stockholmer Schären sind ein einzigartiger Ort zum Segeln. Wir würden sehr gerne wiederkommen und den Rekord holen.” Thibaut Vauchel-Camus

Unter den klassischen Yachten auf der Visby-Strecke kam die „Princess Svanevit“ als Erste ins Ziel. Einige Stunden später überquerte die „Ballad“ die Ziellinie und wird nun voraussichtlich nach berechneter Zeit den Klassensieg erringen.

“Jajo” holt die Line Honours bei den Monohulls, “Hinden” stark auf Silberkurs

Bei den Einrumpfbooten hat die VO 65 “Jajo“ aus den Niederlanden unter Skipper Alex Laing die Line Honours geholt. Damit hat „Jajo“ auch die klassische „Nirvana Trophy“ für das schnellste Einrumpfboot auf der Strecke. gewonnen. Wer letztendlich das Gotland Runt nach Handicap und berechneter Zeit gewinnen wird, war amDienstagnachmittag noch offen. Auf der Regattastrecke ist weiterhin viel los, wobei sehr unterschiedliche Windverhältnisse die Boote in verschiedenen Bereichen beeinflussen.

In der “Jajo”-Klasse A lang Jonas Hallbergs JPK 10.50 “Hinden” (Kieler Yacht-Club) berechnet schon an erster Position, wurde am frühen Dienstagabend auf Platz zwei geführt. Skipper Jonas Hallberg berichtete bei rund 30 Seemeilen ins Ziel am Dienstagabend gegen 19 Uhr: “Wir fahren mit etwa sieben Knoten, haben also noch vier, fünf Stunden vor uns. Es war ein tolles Rennen bis jetzt und wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung bis hierhin. Den Volvo 65 können wir nicht mehr schlagen. Der hatte keine Flaute zum Schluss wie wir, aber gut, da kann man nix machen.”

Luca Mayer hat uns super durch die Flauten navigiert und Luca Leidholdt hat mit einem absoluten Weltklasse-Einsatz unser Code Zero Lock wieder neu eingelasht, ohne das wären wir jetzt deutlich weiter hinten.” Jonas Hallberg

Nicht sehr weit hinter “Hinden” strebte auch Hasso Hoffmeisters Akilaria 950 “Whiteout” (Kieler Yacht-Club) der Ziellinie vor Sandhamn entgegen. Sie lag zuletzt berechnet auf Platz sechs in Klasse B. Hier geht es zum Tracking für das Gotland Runt. Die live mitgerechneten Zwischenstände für alle Klassen finden sich hier. In der ORC-Gesamtwertung lag am Dienstagabend Hanno Ziehms Marten 49 “Moana” nach dem Zieldurchgang sogar an Position eins.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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