Team MaliziaCole ganz cool – Brauer tauft Boris-Rakete “Malizia 4”

Tatjana Pokorny

 · 18.07.2026

Co-Skipperin Cole Brauer hat "Malizia 4" am Abend des 18. Juli in Lorients La Base getauft.
Foto: Eloi Stichelbaut/polaRYSE/Team Malizia
Zwölf Tage nach dem Stapellauf am 6. Juli ist Boris Herrmanns neue Imoca “Malizia 4” nun auch offiziell getauft. Am Samstagabend ließ Co-Skipperin Cole Brauer die Champagnerflasche auf dem am Bugkorb befestigten Anker mit Wumms bersten. Am Abend wurden das Boot und auch das zehnjährige Teamjubiläum gefeiert.

Themen in diesem Artikel

Das schönste Geschenk zum zehnjährigen Jubiläum von Boris Herrmanns Team Malizia ist das neue Boot. Die am 6. Juli in Lorients La Base vom Stapel gelaufene “Malizia 4” stand bei ihrer Taufe an diesem Samstag im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Als Scheinwerfer reichte ihr im Rampenlicht die bretonische Sonne. Co-Skipperin Cole Brauer taufte das Boot am Abend am Steg unter viel Beifall und Jubel der Gäste.

Alle an Bord: Törns mit “Malizia 4” und den Helfern

Die Feierlichkeiten hatten schon am Nachmittag begonnen. Das Team teilte seine Freude und Begeierung über “Malizia 4” mit all jenen, die zur Realisierung der neuen Imoca-Rakete beigetragen haben: Teammitgliedern, Partnern, Freunden und allen am Bau Beteiligten. Sie wurden zu Segeltörns vor der Küste von Lorient an Bord eingeladen. Im hochsommerlichen Wetter, bei ruhiger See und perfekten Foiling-Bedingungen hatten sie die Gelegenheit, die neue Rennmaschine hautnah zu erleben.

Gefeiert wurden an diesem Tag vor allem die XXXL-Teamleistung. Zwei Jahre lang hatte der Design, Bau- und Fertigstellungsprozess verschlungen. Mehr als 120 Menschen waren daran mit rund 85.000 Arbeitsstunden beteiligt. Als “Malizia 4” am Samstagnachmittag in ihren Heimathafen La Base zurückkehrte, versammelten sich alle Gäste und das Team auf dem Ponton, um gemeinsam die Taufe zu erleben.

Das ist ein sehr aufregender Tag für uns, und wir sind unglaublich glücklich, von euch allen umgeben zu sein, um diesen wichtigen Meilenstein zu feiern.“ Boris Herrmann

Gemeinsam mit seinen Co-Skippern Will Harris (Großbritannien), Cole Brauer (USA), Justine Mettraux (Schweiz) und Loïs Berrehar (Frankreich) hatte sich Boris Herrmann an Deck der “Malizia 4” versammelt, bevor er sich an sein Team und die Gäste wandte. Der 45-Jährige sagte: “Ich bin unserem Team, unseren Partnern, Unterstützern und allen, die dazu beigetragen haben, dieses Boot zum Leben zu erwecken, zutiefst dankbar.”

Meistgelesen

1

2

3

4

5

Es ist ein spektakuläres Boot. Und zu sehen, dass es sich bereits so gut macht, ist für uns alle ein fantastisches Gefühl.” Boris Herrmann

Sodann blickte Boris Herrmann in Richtung seiner 32-jährigen Co-Skipperin Cole Brauer, die selbst schon einmal die Welt im Solo auf einer Class40 umrundet hat. Boris Herrmann sagte: “Nun liegt der entscheidende Teil des heutigen Tages bei Cole: Sie soll die Champagnerflasche so fest wie möglich zerschlagen, um das Boot offiziell zu taufen!“

Superlative für “Malizia 4”: “fantastisch”, “magisch”, “spektakulär”

Dazu ließ sich die zierlich-zähe Seglerin nicht zweimal bitten. Während die Gäste laut von Zehn herunterzählten, holte die dynamische Cole Brauer aus und ließ die vom Yacht Club de Monaco zum Festakt gestiftete Champagnerflasche am Anker des neuen Bootes zerbersten. Als die Flasche am Schiff brach, wurde das Boot offiziell auf den Namen “Malizia 4” getauft – verbunden mit den traditionellen Wünschen für gute Winde und Erfolg für das Boot und seine Crew.

Schon vor der Taufe waren die Konstrukteure, Bootsbauer und das gesamte Team von den Leistungen der jüngsten Imoca-Geburt in ihrer ersten Testwoche belohnt worden. Das Boot bestand seine ersten Tests und Trainingsläufe mit Bravour, flog, dass es für Boris Herrmann und seine Crew eine Freude war. Der Stolz und die Begeisterung darüber sind seit seit dem 6. Juli gewachsen und halten an.

Boris Herrmann, sonst nicht unbedingt chronisch in der Welt verbaler Superlative zuhause, nannte das Boot zu verschiedenen Gelegenheiten schon “fantastisch”, “magisch” und jetzt “spektakulär. Die Beschreibungen zeigen auch, wie glücklich der sechsmalige Weltumsegler aktuell nach der langen Entstehungsphase mit den ersten gewonnenen Erkenntnissen ist.

Erste Zwei-Boot-Tests schon absolviert

Seit dem Stapellauf hat das Team jede Gelegenheit auf dem Wasser optimal nutzen können, ist bereits von den ersten vorsichtigen Versuchen in den Leistungsmodus übergegangen und hat weiter daran gearbeitet, das neue Boot im Detail kennenzulernen, zu testen und zu optimieren. Auch Designchef Antoine Koch war beim Segeln mit von der Partie. Und auch die ersten Zwei-Boot-Tests, etwa mit Ambrogio Beccarias “Allagrande Mapei”, hat die neue Imoca bereits in ihrem Heckwasser.

Auch Co-Skipper Will Harris verneigte sich vor allen Mitkämpfern der vergangenen zwei Jahre: „Ich möchte mich einfach ganz herzlich bei allen bedanken, die ihre Zeit, viele Arbeitsstunden, ihre Leidenschaft sowie ihr Herzblut in dieses Boot gesteckt haben. Es steht für eine unglaubliche Teamleistung. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Jahren mit ihr um die Welt zu segeln – im The Ocean Race, bei der Vendée Globe und vielen weiteren Abenteuern, die noch vor uns liegen.”

Wir werden alles tun, was wir können, um euch alle auf jedem Schritt des Weges stolz zu machen. Ein Hoch auf euch alle!“ Will Harris

Später am Abend feierte das Team nicht nur die Taufe der neuen Yacht, sondern auch das zehnjährige Bestehen des Rennstalls im Malizia-Hangar in Lorients La Base gleich gegenüber vom Maison des Skippers und der Capitainerie. In weniger als vier Wochen schon werden Boot und Mannschaft zu ihrem ersten Rennen aufbrechen. Da ist die “Anfahrt” etwas länger und wird weiteren Tests und Optimierungen dienen: Es geht über den Atlantik nach New York, wo am 1. September der Startschuss zum neuen Ocean Race Atlantic fällt.

Neues Boot, neues Kapitel in der Teamgeschichte

Das Transat führt sechs Imocas und ihre vierköpfigen Crews samt jeweils einem Bordreporter oder einer Bordreporterin von New York zurück nach Lorient. Boris Herrmann wird das Boot im Ocean Race Atlantic gemeinsam mit den Co-Skippern Julien Villion, Justine Mettraux, Cole Brauer und Bordreporter Gauthier Lebec segeln.

Nach einer kurzen Überholung wird Herrmann an Bord der neuen Yacht mit der Route du Rhum danach sein erstes Solo bestreiten, bevor Team Malizia im neuen Jahr ins The Ocean Race 2027 startet. Für “Malizia 4” markiert The Ocean Race die erste Weltumseglung. Für ihren Skipper Boris Herrmann wird es bereits die siebte sein! Damit verknüpft ist der aktuelle Aufbruch in eine neue Ära von Team Malizia, das an diesem 18. Juli ebenso auf ein bewegtes Jahrzehnt zurück- wie auch spannenden Zeiten entgegenblickte.

Team Malizia hat den siebten und letzten Teil der Serie “Born to Race” veröffentlicht. Auf geht es mit “Malizia 4” in eine neue Ära:

Boris Neue fliegt – der Film von YACHT TV zum Stapellauf von “Malizia 4”:

Artikel teilen:
Kommentare

Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta