New York VendéeAlle Infos zur letzten Qualifikationsregatta für die Vendée Globe

Jochen Rieker

 · 28.05.2024

New York Vendée: Alle Infos zur letzten Qualifikationsregatta für die Vendée GlobeFoto: Polaryse/M. Le Roux
Bye-bye, Big Apple! Heute schon verabschieden sich die Imoca-Skipper aus New York und Newport, weil der Start 100 Seemeilen vor der US-Ostküste liegt
Ein beeindruckend starkes Feld an Imocas, eine virtuelle Startlinie und vergleichsweise handiges Wetter: Das erwartet die 29 Skipperinnen und Skipper beim zweiten und letzten Transat-Solo der Saison. Für einige geht es noch um die Qualifikation, für alle ums Sammeln wertvoller Erfahrungen unter Wettbewerbsbedingungen

Der eigentliche Start zur New York Vendée geht erst morgen Abend um 20 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit über die Bühne. Doch für die Teilnehmer, deren Boote teils in Newport, teils in New York liegen, heißt es schon heute ablegen und warmsegeln.

Am frühen Nachmittag brechen die Skipperinnen und Skipper zur Überführung auf. Bei der Hin-Regatta, dem Transat CIC, war es die Ziellinie, die 100 Seemeilen vor der US-Ostküste lag. Jetzt ist es die Startlinie, die aus zwei Koordinaten besteht. Ein virtueller Auftakt, welcher der Sicherheit dient.

Obwohl fernab der US-Metropole, die dem Rennen den ersten Teil seines Namens gibt, wird der Auftakt im Internet live übertragen und kommentiert und zwar via Youtube. Der Feed enthält neben dem GPS-Tracker der Veranstalter hochauflösende An-Bord-Videos einiger der Teilnehmer, darunter auch Boris Herrmanns Team Malizia, die ihre Bilder via Starlink streamen. Nach dem Start kann das Live-Tracking auch wieder über yacht.de abgerufen werden. Der Artikel erklärt zudem die wichtigsten Funktionen des Live-Trackers und wie Sie ihn richtig deuten.

Leichtwindzone liegt über dem Start der New York Vendée

Der Auftakt verspricht, ganz anders zu werden als der beim Transat CIC vor einem Monat. Eine ausgeprägte Leichtwindzone, die den Rand eines Tiefs mit Kern über Kanada und Neufundland markiert, liegt über dem Startbereich und wird auch die ersten Tage wetterbestimmend sein. Rekord-Bedingungen jedenfalls sind es nicht, auch wenn die Referenzzeit von Jérémie Beyou von 2016, dem ersten und bisher einzigen Rennen dieser Art, mit 9 Tagen und 16 Stunden absolut schlagbar erscheint. Denn die vergangenen acht Jahre haben derart große Fortschritte im Foil-Design, bei den Autopiloten und der Segelentwicklung gebracht, dass es verwunderlich wäre, fiele die Bestmarke nicht.

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Zu den Top-Favoriten zählen zweifellos der Transat-CIC-Sieger Yoann Richomme (“Paprec Arkéa”), Charlie Dalin (“Macif”), Rekordhalter Beyou (“Charal”) und Thomas Ruyant (“Vulnerable”, bis vor Kurzem noch unter dem Namen “For People” unterwegs). Vor allem der Letztgenannte dieser fantastischen Vier gilt als heißer Sieganwärter. Er kommt frisch und ausgeruht an den Start, weil er während der Rückregatta pausierte, und er hat mit seinem Finot-Conq/Koch-Design ein Schwesterschiff von Yoann Richomme, dem sehr gute Allround-Eigenschaften nachgesagt werden.

Bei den Speed Runs am Wochenende konnte Boris Herrmann mit seiner “Malizia – Seaexplorer” dem Transat-CIC-Sieger Yoann Richomme das Heck zeigen. Gelingt ihm das beim Leichtwind-Auftakt der New York Vendée erneut?Foto: polaRYSE/M. Le RouxBei den Speed Runs am Wochenende konnte Boris Herrmann mit seiner “Malizia – Seaexplorer” dem Transat-CIC-Sieger Yoann Richomme das Heck zeigen. Gelingt ihm das beim Leichtwind-Auftakt der New York Vendée erneut?

Boris Herrmann zählt zu den Favoriten

Boris Herrmann ist mit seiner neu beflügelten “Malizia – Seaexplorer” Teil des erweiterten Favoritenkreises. Sein VPLP-Design hat beim The Ocean Race bewiesen, dass es auch bei Leichtwind funktioniert; in gröberer See gilt es raumschots als überlegen. Nur im Übergang zwischen Verdränger- und Foil-Modus hat es noch leichte Defizite, die angesichts der Prognosen womöglich relevant werden.

Außer dem Hamburger, der seinen 43. Geburtstag heute allein auf See feiern wird, haben Sam Goodchild, Sam Davies, Nico Lunven, Seb Simon, Justine Mettraux, Damien Seguin, Yanick Bestaven und Maxime Sorel reelle Chancen aufs Podium. Mehr Infos über ihre Chancen finden sich in unserem Form-Guide anlässlich des Transat CIC. Paul Meilhat ist nach einem schweren Foil-Schaden auf der Hin-Regatta leider nicht am Start.


Jochen Rieker

Jochen Rieker

Herausgeber YACHT

Aufgewachsen in Süddeutschland, hat Jochen Rieker das Segeln auf Bodensee, Ammersee und Starnberger See gelernt. Zunächst war er auf Pirat, H-Jolle und Tempest unterwegs, später auf Hobie Cat, A Cat und Dart 16. Aber wie das so ist: Je weiter entfernt das Meer, desto größer die Leidenschaft danach. Inspiriert durch die Bücher von Bobby Schenk und Wilfried Erdmann, folgte in den 90ern der erste Dickschifftörn im Ionischen Meer auf einer Carter 30, damals noch ohne Segelschein. Danach war’s um ihn geschehen. Als YACHT-Kaleu und Jury-Vorsitzender des European Yacht of the Year Award hat Rieker in den vergangenen mehr als 25 Jahren gut 500 Boote getestet. Sein eigenes, ein 36-Fuß-Racer/Cruiser, lag zuletzt in der Adria. Diesen Sommer verholt er es an die Schlei, wo er inzwischen lebt.

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