Sonne, kräftiger Wind und 1858 Boote auf einer gemeinsamen Startlinie: Die 58. Ausgabe der Barcolana bot vor der eindrucksvollen Kulisse von Triest erneut jene Mischung aus Spitzensport und Breitensport, die sie zu einer der außergewöhnlichsten Segelregatten der Welt macht. Am Ende setzte sich mit “Arca SGR” der große Favorit durch. Furio Benussi und seine Crew feierten den vierten Sieg in Serie.
Nach mehreren Tagen mit unsicherer Wetterlage empfing ein stabiler Ostwind die mehr als 15.000 Seglerinnen und Segler. Die Bedingungen sorgten nicht nur für spektakuläre Bilder, sondern stellten die Crews auch vor anspruchsvolle taktische Aufgaben.
Der Start verlief für die Maxi 100 “Arca SGR” zunächst alles andere als planmäßig. Ein technischer Blackout setzte das Boot rund zwei Minuten lang außer Gefecht. Benussi entschied sich deshalb für einen Start in der Mitte der Linie und hoffte auf einen Winddreher in Richtung offenes Meer. Dieser blieb zwar aus, dennoch fand “Arca SGR” schnell zurück ins Rennen.
An der Spitze entwickelten sich zunächst zwei Geschichten: Während “Arca SGR” seinen Geschwindigkeitsvorteil ausspielte, lieferten sich “Prosecco DOC Schockwave3” mit Steuermann Mitja Kosmina und Taktiker Lorenzo Bressani sowie “Marta 07” mit Marta Benussi ein intensives Match Race.
Nach und nach setzte sich “Arca SGR” an die Spitze. Bereits 18 Minuten nach dem Start erreichte das Team die erste Boje. Zwei Minuten später folgte “Prosecco DOC Schockwave3”, das sich mit einem präzisen Manöver vor “Marta 07” schob.
An der kurzen Bahnmarke führte “Arca SGR” weiterhin vor “Prosecco DOC Schockwave3” und “Marta 07”. Von dort an baute Benussis Crew ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Hinter dem Spitzenreiter blieb der Kampf um Platz zwei dagegen bis zum Schluss offen.
“Marta 07” suchte auf dem Abschnitt zwischen Miramare und Barcola nach freiem Wind und einer Möglichkeit, sich der Kontrolle des direkten Konkurrenten zu entziehen. “Prosecco DOC Schockwave3” verteidigte seine Position jedoch konsequent.
Auf der Zielgeraden ließ “Arca SGR” schließlich nichts mehr anbrennen. Nach einer Stunde, fünf Minuten und neun Sekunden überquerte das Boot um 11.35.09 Uhr die Ziellinie. Es war der vierte Barcolana-Sieg in Folge für Furio Benussi und sein Team.
“Prosecco DOC Schockwave3” erreichte das Ziel rund dreieinhalb Minuten später. Kosmina und Bressani hatten nach eigener Aussage alles versucht, um dem größeren Boot den Sieg streitig zu machen. Weitere anderthalb Minuten danach sicherte sich “Marta 07” den dritten Platz.
Mit ihrem dritten Gesamtrang gewann Marta Benussi zum zweiten Mal die Generali Women in Sailing Trophy. Die Auszeichnung geht an die bestplatzierte Steuerfrau der Regatta.
Platz vier belegte “Big Sky”, gefolgt von “Manticore–Edilimpianti Trieste”. Das Team trat bei seiner ersten Barcolana mit Gabriele Bruni am Steuer an. Auf den weiteren Plätzen folgten “Fiamme Gialle Nice”, “Woodpecker Cube–Generali”, “Fincantieri Doers on Board”, “Grillo Parlante” und “MEDLOG–MVN Ancilla Domini”.
Während an der Spitze um Sekunden und Platzierungen gekämpft wurde, entwickelte sich dahinter das für die Barcolana typische Segelfest. Innerhalb von weniger als einer halben Stunde drehte der Wind und nahm anschließend ab. Später stellte sich ein Mistral ein, der einem großen Teil der Flotte die Fahrt ins Ziel ermöglichte. Erst gegen 16 Uhr ließ der Wind deutlich nach.
Während die ersten Boote bereits im Ziel gefeiert wurden, waren Hunderte Crews noch auf der Regattabahn unterwegs. Für Mitja Gialuz von der veranstaltenden Società Velica di Barcola e Grignano macht gerade diese Verbindung den besonderen Charakter der Regatta aus.
„Die Barcolana ist vor allem das Fest aller“, sagte Gialuz. Die Veranstaltung vereine große Champions und begeisterte Amateursegler in einem gemeinsamen Wettbewerb. Zugleich bestätige Triest damit erneut seine Rolle als Hauptstadt des Segelsports.
Am Nachmittag ging das Programm an Land weiter. Um 17 Uhr versammelten sich die Eigner und ihre Crews auf der Piazza Unità zur Verleihung der Preise. Mit der Ankunft der letzten Boote endete eine Barcolana, die nach zehn Veranstaltungstagen nicht nur sportlich in Erinnerung bleiben dürfte. Gewidmet war die Ausgabe dem verstorbenen Segelfotografen Carlo Borlenghi, an den auch zu Beginn der Fernsehübertragung erinnert wurde.
Jedes Jahr begeistert die bekannte Regatta mit einem Riesenteilnehmerfeld, dieses Jahr waren 1.858 Boote und knapp 15.000 Segler vor Triest unterwegs. Zu groß oder ein Event, dass Euch auch reizen würde?Schreibt uns in die Kommentare.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv
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