The Ocean RaceHappy Birthday, Boris!

Tatjana Pokorny

 · 28.05.2023

Mit Whisky stieß Boris Herrmann schon kurz vor seinem Geburtstag auf den 24-Stunden-Weltrekord an
Foto: Antoine Auriol/Team Malizia/The Ocean Race
Einen Tag vor dem Showdown der fünften Ocean-Race-Etappe feiert Team Malizias Skipper Boris Herrmann seinen 42. Geburtstag auf See. Vom Team wurde er am Pfingstsonntagmorgen mit einem Geburtstagsständchen und Nebelhorn geweckt. Im Kampf um das maximale Punktepaket gab es von den Rivalen aber keine Geschenke

Kurz vor dem Showdown auf Etappe fünf im Ocean Race hat Team Malizias Skipper Boris Herrmann am Pfingstsonntag seinen 42. Geburtstag auf See gefeiert. Die ersten Boote werden am Montag nach Sonnenaufgang im dänischen Etappenhafen Aarhus erwartet. Am Sonntagmorgen gab es im Kampf um den Etappensieg von den Ocean-Race-Rivalen aber keine Geschenke für Herrmann.

11th Hour Racing verteidigt Führung im Kampf um den Etappensieg

Etwas mehr als einen halben Tag vor dem erwarteten Zieldurchgang am frühen Pfingstmontagmorgen zwischen 4 und 7 Uhr morgens führte weiter das US-Team 11th Hour Racing die Spitzengruppe an. Nördlich von Skagen folgte bei anhaltend guten Geschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten das Schweizer Team Holcim – PRB mit einem Rückstand von 18 Seemeilen.

Team Malizia rang bei knapp 40 Seemeilen Rückstand ums Dranbleiben. Bei nur noch 250 Seemeilen ins Ziel für Charlie Enright und sein Team 11th Hour Racing wird sich Team Malizia enorm strecken und fast ein kleines Geburtstagswunder vollbringen müssen, um noch einmal in den Kampf um den Etappensieg eingreifen zu können. Auch, wenn die neuen 24-Stunden-Weltrekordhalter am Nachmittag bei 21,5 Knoten mit der schnellsten Geschwindigkeit dem Abbiegen ins Kattegat entgegensegelten.

Hier an der norwegischen Küste nimmt der Wind gerade noch mal richtig zu.” (Boris Herrmann)

Über die Glückwünsche von seinem Team freute sich Boris Herrmann an Bord trotzdem. “Mein Geburtstag ist bisher ganz schön. Hier an der norwegischen Küste nimmt der Wind gerade noch mal richtig heftig zu. Wahrscheinlich werden wir gleich noch einmal ein kleineres Vorsegel brauchen. Beim Aufwachen wurde ich mit Geburtstagsständchen geweckt, mit Nebelhorn und Kaugummipackung als Rassel. Ich habe auch ein kleines Geschenk bekommen: Einen Gürtel und eine Postkarte vom Team. Das erinnert mich an frühere Geburtstage auf See.”

Zweimal, erinnert sich der Hamburger, hat er seinen Ehrentag in der Vergangenheit schon auf See verbracht: “Beim Artemis Transat 2008 (Red.: Einhandrennen für Class 40) war das so. Da war ich kurz vor Marblehead und ein Hubschrauber ist rausgekommen und hat mich gefilmt. Das war auch ein schönes Geschenk.” Seine zweite Erinnerung liegt acht Jahre zurück. Boris Herrmann erzählt: “Beim San Francisco-Shanghai-Rekord 2015 stand ich am Ruder, mit aufgeblasenen Luftballons. Das Foto habe ich stärker in Erinnerung als den Moment selbst.”

Erinnerungen und Glückwünsche aus aller Welt

Es folgte damals ein Schreckmoment für Herrmann: “Plötzlich war eine Insel vor uns, die ich nicht draufhatte. Ich war ja Navigator. Das war ein bisschen peinlich. So ein bisschen Vestas-mäßig (Red.: Team Vestas war im Ocean Race 2014/2015 im Indischen Ozean spektakulär auf einen Inselgruppe aufgelaufen und gestrandet). Das war so ein ganz kleiner Felsen in Japan, mitten im Meer, der allerdings 40 Meter aus dem Meer ragte. Deswegen hat man den gut gesehen. Es bestand keine Gefahr in dem Moment, weil wir ja immer Wache gehen, aber wir sind genau drauf zugefahren.”

An Bord der “Malizia – Seaexplorer” und bei Boris Herrmann selbst treffen seit dem frühen Morgen Geburtstagsglückwünsche aus aller Welt ein. Viel Zeit, sie alle zu genießen, hat der Skipper im Endspurt auf Kurs Aarhus aber nicht. Dafür erwartet ihn und die Malizianer am Pfingstmontag ein großer Bahnhof in der dänischen Seglerstadt: Ehefrau Birte Lorenzen-Herrmann, Tochter Malou, Hund Lili, die gesamt Landmannschaft, Partner, Freunde und Fans nutzen die Nähe zur norddeutschen Heimat für den Abstecher ins benachbarte Dänemark.

Ein Geburtstags-Podcast für und mit Boris Herrmann:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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