BundesligaDéjà-vu für den NRV – Hamburger hamstern Meistertitel neun

Tatjana Pokorny

 · 17.10.2026

Regen? Egal! Hier feiert die NRV-Crew den neunten Meistertitel für ihren Verein seit 2013.
Foto: DSBL
Sie waren mit komfortablem Vorsprung zum Finale angereist und wurden ihrem Favoritenstatus gerecht: Auf dem Wannsee segelten die Rekordmeister vom Norddeutschen Regatta Verein mit einem weiteren Event-Sieg souverän zum neunten Titel. In der 2. Bundesliga hielt der Aufstiegskrimi bis zu den letzten Rennen am Samstag an.

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Mit elf Punkten Vorsprung waren die Top-Favoriten vom Norddeutschen Regatta Verein zum letzten Event der 14. Bundesliga-Saison angereist. Das fette Polster hätten sie gar nicht gebraucht, denn Tobias Schadewaldt, Klaas Höpcke, Luisa Krüger und Henrik Peters gewannen auch das Finale auf dem Wannsee beim gastgebenden Verein Seglerhaus am Wannsee mit 27 Punkten vor dem Düsseldorfer Yacht-Club (30 Punkte) und dem Bayerischen Yacht-Club (32 Punkte). Hier geht es zum Event-Klassement.

Mit dem vierten Event-Sieg zum neunten Bundesliga-Triumph

Damit katapultierte das Quartett seinen Verein nach sechs Saison-Events mit nur zwölf Punkten in eine eigene Dimension. Imposante 23 Punkte Vorsprung zum zweitplatzierten Joersfelder Segel-Cub (35 Punkte) und sogar 28 Zählern mehr als der drittplatzierte Münchner Yacht-Club (40 Punkte) brachten den neunten Meistertitel für den Alsterverein seit dem Premierentriumph 2013. Die 2024er-Meister vom Mühlenberger Segel-Club (41 Punkte) verpassten das Saison-Podium um nur einen Zähler. Hier geht es zum Saison-Klassement der Erstligisten.

Die Crews vom Norddeutschen Regatta Verein gewannen in dieser Saison vier von sechs Events, ließen nie Zweifel an ihren Titelambitionen. Lediglich der Saisoneinstieg war mit Platz sechs noch nicht ganz nach Maß gelungen. Danach folgten nur noch Siege und ein zweiter Rang. Auch ´am letzten Ligasegeltag des Jahres, als es nach sonnigem, aber windarmen Freitag am Samstag in Berlin regnete, aber der Wind mit acht bis 15 Knoten in bester Spiellaune zurückkam, bestimmte der NRV das Geschehen und beendete die Liga-Saison mit einem letzten Rennsieg.

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Größter Titelhamster im NRV-Team ist Klaas Höpcke, der an allen neun Titeln der Hamburger aktiv beteiligt war. Erfolgreichster Steuermann ist und bleibt Tobias Schadewalt, der mit seinem Norddeutschen Regatta Verein zum siebten Mal die Meisterschale hob – dieses Mal in den Himmel über Berlin. Luisa Krüger feierte zum fünften Mal die Teamleistung mit. Für Henrik Peters war der Bundesliga-Erfolg eine Premiere.

Das Bundesliga-Segeln steht beim NRV hoch im Kurs

​NRV-Clubmanager Klaus Lahme zog entsprechend begeistert Bilanz: „Das war für uns eine großartige Saison, und ich bin stolz aufs Team. Wir sind wieder mit einem breiten Kader von 13 Sportlern die sechs Spieltage gesegelt. Und ich freue mich, dass das Ligasegeln im NRV seit 14 Jahren einen wichtigen Stellenwert hat. Vielen Dank an unsere Freunde vom VSaW für das großartige Finale.”

Im kommenden Jahr freuen wir uns sehr, wenn wir zum Saisonabschluss alle Bundesliga-Vereine auf der schönen Außenalster begrüßen dürfen.” Klaus Lahme

NRV-Steuermann und Erfolgsgarant Tobias Schadewaldt erklärte am späten Samstagnachmittag im VSaW, warum es für sein Team nicht der Spaziergang zum Titel war, den man von außen annehmen könnte. Der Olympia-Elfte von 2012 sagte: “Es sah einfach und deutlich aus – aber das war es nicht. Dieser Spieltag auf dem Wannsee hat uns alles abverlangt, körperlich und vor allem im Kopf. Mental war das extrem anspruchsvoll.”

Bei schwierigem, wechselndem Wind musst du in jedem einzelnen Rennen hellwach bleiben, darfst dir keinen Fehler erlauben und musst trotzdem mutig segeln.” Tobias Schadewaldt

Einen Monat nach seinem 42. Geburtstag sagte Tobi Schadewaldt beim Hauptstadt-Finale: “Jetzt mit der Meisterschale hier zu stehen, ist ein unglaubliches Gefühl, das ich noch gar nicht richtig fassen kann. Danke an den NRV, an mein Team und an das gesamte Liga-Team – ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.”

​Bundesliga-Krimi um den Aufstieg

Die spannendste Wannsee-Entscheidung fiel an diesem letzten Bundesliga-Wochenende der Saison im Unterhaus. Dort wurde um die vier Aufstiegsplätze gekämpft, um die im Finale noch ein halbes Dutzend Vereine rangen, die nur wenige Punkte auseinanderlagen. Nicht gewackelt hat dabei der Konstanzer Yacht Club. Die Bodenseesegler dominierten das fünfte und letzte Zweitliga-Event und rauschten damit auch an die Spitze der Saisonwertung.

Dahinter kämpften der Lübecker Yacht-Club, die Regatta-Segler Neuruppin, der gastgebende Verein Seglerhaus am Wannsee, der Segel-Club Ville, der Flensburger Segel-Club und der Akademischer Segler-Verein Warnemünde bis zur letzten Wettfahrt um die übrigen drei Plätze. Am Ende setzten sich die Regatta-Segler Neuruppin (27 Punkte), der Lübecker Yacht-Club (28 Punkte) und der Segel-Club Ville (31 Punkte) durch.

Der Akademische Segler-Verein Warnemünde, der VSaW und der Flensburger Segel-Club verpassten den Aufstieg mit jeweils 33 Punkten knapp. Erstklassig segeln im kommenden Bundesliga-Jahr der Konstanzer Yacht Club, der Lübecker Yacht-Club, die Regatta-Segler Neuruppin und der Segel-Club Ville.

Generationswechsel im VSaW-Bundesliga-Team

„Für den VSaW steht dieser Saison für einen Generationswechsel. Unsere Junioren sind in der Deutschen Junioren Segel-Liga Zweite geworden. Unser Bundesliga-Team mit Steuerfrau Catharina Schaaff hat bis zur letzten Wettfahrt um den Aufstieg gekämpft. Dieses Mal hat es knapp nicht gereicht. Trotzdem bin ich sehr stolz auf die Mannschaft. Der Weg stimmt, und 2027 greifen wir wieder an“, sagt Marlene Raabe-Steinherr, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Seglerhaus am Wannsee.

Vier Erstligisten steigen in die in die 2. Bundesliga ab: der Klub am Rupenhorn, die Entdecker- und Seefahrer Fördervereinigung, die Segler-Vereinigung Wuppertal und die Segler-Vereinigung Itzehoe. Gerettet hat sich der Württembergische Yacht-Club, der sich mit einem starken Finale aus der Abstiegszone befreite.

Ein Team der 2. Bundesliga steht über den Kampf um Punkte und Platzierungen hinaus auch weiter für gelebte Inklusion im Segelsport: Mit dem BAT Sailing Team bleibt der Verein Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. als inklusive Crew erfolgreich dabei. Das Team segelte die gesamte Saison konstant im Mittelfeld, beendet die 2026er-Saison auf Rang zehn und hat den Klassenerhalt damit souverän gemeistert.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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