Halbzeit beim Rockwool Germany SailGP in Sassnitz. An Tag eins hatten neue Speedrekorde für rasende Begeisterung bei Seglern und Fans gesorgt. An Tag zwei geht es an diesem Sonntag auf dem Rennkurs vor Rügen für die Teams vor allem um den Einzug ins Finale.
Die jeweils beiden besten Teams der Gruppen A und B bestreiten das Vierer-FInale. Nach den ersten drei Rennen mit den Rängen 6, 5 und dem überzeugenden Start-Ziel-Rennsieg am Samstag lag der deutsche Rennstall mit Steuermann Erik Kosegarten-Heil in seiner Gruppe B auf Platz fünf. “Wir können das schaffen, aber es wird schwer”, sagte CEO Tim Krieglstein am Sonntagmittag kurz vor dem Start um 14 Uhr.
Drei Punkte trennten Schwarz-Rot-Gold zu diesem Zeitpunkt von Platz zwei, den in der deutschen Gruppe Team Artemis (9 Punkte) hinter Australiens Bonds Flying Roos (10 Punkte) innehatte. “Wir werden heute mehr ins Risiko gehen müssen, wenn wir ins Finale wollen”, hat Erik Kosegarten-Heil schon angekündigt. Auch Team-Sportpsychologe Frank Weiland hatte die gesamte Mannschaft am Morgen in der Teambesprechung auf den Tag eingeschworen und gesagt: “Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.”
Die YACHT traf Erik Kosegarten-Heil am Sonntagmorgen noch zum Blitzinterview und zu einem Stimmungscheck im deutschen Hangar.
Insgesamt war der Tag mehr gut als schlecht. Wir hatten ein relativ schweres Leben mit den ersten beiden Starts. Das ist dann im ‘Goldfleet’ nicht leicht wieder aufzuholen. Wir haben aber in den Daten gesehen, dass wir nicht langsam waren.
Das ist, als würdest du mit einem Scooter auf Schotter fahren. Ich hatte es noch abgelesen, habe genau die Böe gesehen, wo wir so schnell geworden sind. Ich habe der Crew gesagt: ‘Das sind 104, das sind 104!’ Vor allem, damit James (Red.: Flight Controller James Wierzbowski) wusste, in welchem Bereich er gerade die Kavitation fühlt. Ob es eine 85-km/h-Situation oder eine mit mehr als 100 km/h ist. Man kann in den Videos auch seine Reaktion darauf hören…
Das ist schon irgendwie cool. Und es kann ja sogar noch mehr sein. Wenn es hier richtig ballert – es kann ja sogar noch mehr sein als jetzt – dann ist das der Spot! Es gibt selten so Situationen, dass man ablandigen Wind hat und nicht irgendwo außenrum noch ein Riesenswell mitschwimmt. Neuseeland ist im Prinzip ähnlich, aber da hat man immer noch die Strömung, hier halt gar nicht. Sassnitz ist schon ideal für Speedrekorde.”
Es ist viel los und das ist ja auch schön. Man muss es annehmen. Wir hatten vor dem Event schon viel abgearbeitet, hatten lange Tage. Dann hast du beim Event weniger Last. Hier versuchen wir nun, auf der sportlichen und auf der Event-Seite so viel wie möglich herauszuholen.
Es ist schon sehr besonders. Das erste Gespräch mit Russell Coutts habe ich schon 2018 geführt. Da konnten wir aber während unserer laufenden Olympia-Kampagne erst einmal noch nicht so viel einbringen. Nach den Spielen habe ich 2021 wieder mit Russell gesprochen. Und er wurde aktiv, hat Thomas Riedel bei einem Event angesprochen. Ich habe mich dann erst mit Thomas im November 2022 in Wuppertal und im Dezember noch einmal auch mit Sebastian Vettel getroffen. Es ging lange hin und her, es wurde verhandelt. Dann gabe es den entscheidenden Call. Wenn ich heute auf alles zurückblicke, ist es schon sehr besonders, dass wir hier heute in Sassnitz mit einem Team von 27 Leuten im Einsatz sind.
Ich glaube, wir sind als Organisation in unserem Setup stark. Als Athletenpool wünschen wir uns natürlich mehr Trainingszeiten, um auch eigene deutsche Nachwuchsleute entwickeln zu können. Wir werden noch in diesem Jahr mindestens einmal im Trainingszentrum in Pensacola in Forida sein.

Freie Reporterin Sport
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