“Palm Beach XI” ist eine Ikone unter den Supermaxis, die als “Wild Oats XI” von 2005 bis 2018 neun Line-Honours beim Rolex Sydney Hobart holte. Eine Sensation! Nun entschied sich der zum Eigner aufgestiegene langjährige Skipper Mark Richards zum Upgrade mit C-Foils, die das Reichel/Pugh-Design noch schneller machen sollen. Bei der letzten Auflage des Sydney-Hobart-Offshore-Rennens entschied sich Richards zum Start ohne Foils, offensichtlich, da ihm und seinem Team mit den Auftrieb erzeugenden seitlichen Anhängen noch Training fehlte. “Palm Beach XI” ging als Fünfte über die Ziellinie.
Die Teilnahme am Newport Bermuda Race in diesem Juni ist bereits kommuniziert, die Meldegebühr überwiesen. Die Offshore-Regatta startet am 19. Juni 2026 vor Newport und führt über rund 636 Seemeilen nach Bermuda. Zeit zu Trainieren! “Palm Beach XI” ist derzeit regelmäßig im Sydney Harbour bei Trainingsschläge mit Foils zu sehen, Videos des foilenden Boliden finden sich auf dem booteigenen Instagram Account.
Nach seiner Profikarriere, die auch zwei America's-Cup-Teilnahmen, Siege bei Match-Race-Weltmeisterschaften und im Admirals Cup 2003 mit einschloss, fing Mark Richards 1995 und mit junger Familie im Schlepptau an in Sydney One-Offs zu bauen. Daraus erwuchs die Marke Palm Beach Motor Yachts, die 2014 von Grand Banks gekauft wurde. Der legendären Trawler-Werft mit US-Wurzeln steht Richards mittlerweile ebenso als CEO und Chefdesigner vor. Nicht verwunderlich also, dass „Wild Oats XI“ nun „Palm Beach XI“ heißt.
„Wild Oats XI“ lief 2005 nach Plänen von Reichel/Pugh bei McConaghy vom Stapel, wo ebenfalls die Maxi-30-Schwestern „Alfa Romeo“, „Rambler“ und „Morning Glory“ entstanden. Der auf die ruppigen Sydney-Hobart-Bedingungen maßgeschneiderte Offshore-Bolide gewann sogleich das Debüt, und das in einer Fabelzeit von einem Tag, 18 Stunden, 40 Minuten und 10 Sekunden. Eine Bestmarke, die viele Jahre Bestand hatte. Der aktuelle Rekord steht seit 2017: Da meisterte die Crew auf dem 100-Fußer „LDV Comanche“ die Strecke in nur 1 Tag, 9 Stunden, 15 Minuten und 24 Sekunden. Tatsächlich war „Wild Oats XI“ in dem Jahr noch etwas schneller, wurde aber von der Jury mit einer Zeitstrafe von einer Stunde belegt.
Die Veteranin zu alter Blüte soll Juan Kouyoumdjian bringen, der für die dritte signifikante Modifikation seit der Erstwasserung vor 20 Jahren engagiert wurde. Weitestgehend unangetastet bleibt der raketenartige Rumpf, der mit einer Breite von 5,10 Meter im Vergleich zu den von modernen, deltaförmigen Offshore-Racern wie Dauerrivalin „Comanche“ (6,80 m, 2014) geradezu schmächtig wirkt. Der Werftaufenthalt bei McConaghy Boats bescherte „Palm Beach XI“ einen längeren Neigekiel mit neuer Bombe und einen Austausch der Schwerter für bessere VMG-Werte.
Außerdem entschied sich das Team von Juan K Naval Architects und Mark Richards für die Nachrüstung von aufholbaren C-Foils. Sie sind darauf ausgelegt, den Auftrieb zu optimieren, Widerstand zu minimieren und ein verbessertes aufrichtendes Moment raumschots und vor dem Wind zu bieten. Es geht ihnen also nicht ums Abheben, eher darum über die Wasseroberfläche zu skimmen wie „Raven“. Skipper und Werft-CEO wünscht sich, dass diese Innovationen nicht nur „Palm Beach XI“ wieder an die Spitze der Sydney-Hobart-Flotte katapultieren, sondern auch in Form von neuen hydrodynamischen Erkenntnissen in die Modellpalette von Palm Beach Motor Yachts einfließen.
North Sails liefert die neue Garderobe, und Richards arbeitet eng mit Yacht-Manager Paul Magee sowie der Shorecrew und der Segelcrew zusammen, um die 20 Jahre alte Supermaxi auf den neuesten technischen Stand zu bringen. „Palm Beach XI ist die ultimative Teamleistung; wir haben kollaborativ daran gearbeitet, diese Vision in einem sehr kurzen Zeitrahmen zum Leben zu erwecken“, erklärt Richards. „Dieses Projekt verkörpert alles, wofür Palm Beach Motor Yacht steht – unsere unermüdliche Leidenschaft für Innovation, angetrieben von einer Teamkultur, die von Disziplin, Präzision und gemeinsamen Zielen lebt.“

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv