Fabian Boerger
· 02.03.2026
Sie hat gerade ihr Abitur abgeschlossen – doch für Carla Hénon-Steck, 18, steht bereits das nächste Abenteuer an. Während Gleichaltrige erst einmal reisen oder ein FSJ absolvieren, verfolgt sie einen anderen Plan: 2027 will sie solo mit einem Mini 6.50 das Mini Transat bestreiten. Im YACHT-Interview spricht sie über ihr Projekt und die Hürden, die noch vor ihr liegen:
Offshore-Segeln hat mich schon immer fasziniert. Als Kind dachte ich: Es wäre cool, bei so etwas dabei zu sein. Dann bin ich auf die Mini Transat gestoßen und dachte mir, das ist eine gute Möglichkeit, ins Offshore-Segeln einzusteigen – für ein im Vergleich kleines Budget.
Eher der Einstieg. Aktuell will ich nach dem Transat weiter offshore segeln, dann auch auf größeren Booten.
Mein Vater ist Franzose, unsere Familie hat ein Haus in der Bretagne. Jeden Sommer sind wir dort. Es ist der Ort, an dem ich mit fünf Jahren das Segeln gelernt habe. Die Gemeinde liegt nur wenige Kilometer von Lorient entfernt, entsprechend häufig bekommt man dort Imocas oder Ultim-Trimarane zu sehen. Das hat mich schon als Kind fasziniert. Meine Familie verfolgt seit jeher die Vendée Globe, und immer wenn wir dort waren, hat mich diese Welt angesprochen. Aufgewachsen bin ich wiederum in der Nähe von Stuttgart.
Genau. 2022/23 bin ich zweimal mit der Thor Heyerdahl und dem “Klassenzimmer unter Segeln” über den Atlantik gesegelt. Das hat mich nochmal darin bestätigt, allein über den Atlantik zu wollen. Auf dem Traditionssegler waren wir viele Leute, es war recht entspannt, nicht so schnell. Jetzt soll es nochmal alleine rüber gehen.
Es reizt mich einfach, mich mit anderen zu messen. Ich mag es, noch den halben Knoten Fahrt aus dem Boot zu holen. Wenn man komplett allein segelt, hat man diese Herausforderung nicht, diesen Ansporn, schneller zu sein.
Ich habe viel Clarisse Crémer und Samantha Davies verfolgt, und seit der letzten Vendée natürlich Violette Dorange.
Auf jeden Fall der Kampfgeist. Der Wille, etwas in so jungen Jahren zu schaffen. Es ist ja nicht ohne, ein solches Vendée-Globe-Projekt auf die Beine zu stellen. Dass sie sich da durchgesetzt hat, inspiriert mich.
Ich bin sehr zielstrebig. Habe ich mir etwas in den Kopf gesetzt, will ich das auch erreichen.
Ich bin noch auf Sponsorensuche. Da ich gerade erst aus der Schule bin, kann ich mir so etwas wie ein Boot noch nicht leisten. Das gesamte Jahr 2025 habe ich damit verbracht.
Sehr. Bei mir hat es gut über Kontakte funktioniert, aber nur sehr wenige Firmen antworten. Es gibt viele Absagen und Standard-Mails. Es ist sehr mühsam. Ich habe einen festen Sponsor, mit weiteren bin ich im Gespräch. Aber ja, die Finanzierung ist eine gute Frage.
Noch nicht - aber es sieht gut aus, dass sich das bald ändern könnte.
Genau, ich bin bereits beim Calvados Cup gestartet.
Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass alle in der Szene recht offen und hilfsbereit sind. Seglerisch hängt es natürlich auch vom Boot ab, ob man vorne mitsegeln kann. Das ist schon entscheidend: Mit einem Boot sollte auch die Sponsorensuche einfacher werden. Allerdings muss das bald losgehen, schließlich benötige ich ausreichend Seemeilen, um mich auch qualifizieren zu können.
Ich bin noch nicht einhand gesegelt (lacht). Das werde ich ausbauen müssen. Ich hoffe allerdings, da schnell reinzukommen, bin aber zuversichtlich, dass das klappt. Sicherlich kommt noch die ein oder andere Herausforderung hinzu. Das werde ich dann sehen, wenn es soweit ist.

Redakteur News & Panorama